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Hier ist alles zu eng, der markierte Fahrradstreifen wird am Baum abrupt zu schmal, links Prof. Jürgen Follmann.

Regionaltangente West

Große Resonanz bei der zweiten Planungswerkstatt für die geplante Trasse

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Rund 80 Bürger nahmen an der zweiten Planungswerkstatt für die Regionaltangente West teil. Bei der Begehung stießen sie auf Ungereimtheiten auf der Straße.

Die zweite Planungswerkstatt mit den Bürgern von Neu-Isenburg fand diesmal direkt auf dem Ort der möglichen Strecke der geplanten Regionaltangente West (RTW) statt. Nach einer kurzen Impuls-Einstimmung im Lehrsaal des Feuerwehrstützpunktes in der Sankt-Florian-Straße, sollte es, ausgestattet mit bestem Wissen, auf die Straße gehen. Rund 80 interessierte Bürger dürften es gewesen sein, die sich aktiv einbringen wollten.

„Wir beschäftigen uns heute mit einer möglichen Verlängerung bis zum Ende des Birkengewanns, die aus unserer Sicht zwar sinnvoll wäre, aber vor einer Beschlussfassung mit ihnen, den Bürgern, erörtert werden soll – beschlossen ist hier noch gar nichts“, betonte Erster Stadtrat Stefan Schmitt vor dem Start. Prof. Jürgen Follmann, Dekan an der Hochschule Darmstadt im Bereich Ingenieurwesen, erinnerte noch einmal an die finale Meinungslinie des ersten Workshops. „Hier hat sich die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer dazu bekannt, dass sich bis 2030 die Verkehrssituation beträchtlich verändert und etwas zur Bewältigung des dann herrschenden Straßenverkehrs getan werden muss“, so Follmann.

In mehreren Gruppen, die jeweils von Studenten der Hochschule Darmstadt und Mitarbeiterinnen der Stadt begleitet wurden, ging es dann auf die Straße. Aufgrund der vielen gezielten Fragen zur RTW selbst betonte Prof. Jürgen Follmann: „Vergessen Sie erst einmal die RTW, auch ohne diese Verlängerung muss hier eine grundlegende Umgestaltung stattfinden, sonst erstickt nicht nur der Verkehr hier, sondern auch die Anwohner“, so Follmann.

Auf der Straße wurden schnell die unterschiedlichen Argumente für oder auch gegen eine RTW, ja sogar gegen eine grundlegende Umgestaltung der Friedhofstraße deutlich. Das Problem: Vom Osten her ist die Friedhofstraße bis zur Herzogstraße 30 Meter breit, ab dort deutlich schmaler – erst 24 Meter, im Bereich der Tankstelle nur noch 19 Meter.

„Schaut mal, dort, dieses Flatterband ist 100 Meter lang – so lang wie der geplante RTW-Zug“, weist Host Schimkat auf seine Vorarbeit hin. Dies zieht ein Staunen nach sich. An zwei Häusern gegenüber sind Banner mit den Protesten „Keine 100 m RTW-Züge durch Neuburg“ und „E-Bus statt RTW – Baum statt Bahn“ zu sehen.

Schon nach ein paar Schritten kann Follmann auf einen verschenkten Straßenraum hinweisen, kurz darauf endet der Fußgängerweg vor einer Absperrung für einen Neubau, die „Umleitung“ ist für Rollator-Nutzer ein echtes Problem. Wieder ein paar Meter weiter sind zwar „Leitlinien“ für Blinde im Boden eingebracht, diese führen jedoch direkt auf einen Laternenmast zu.

Am Ende war die Verwirrung komplett, denn Follmann sah die im „Umlauf“ stehenden Züge von 100 Meter Länge als nicht gegeben. „Wie sollen wir entscheiden, ob wir für oder gegen etwas sind, wenn wir nicht einmal die grundlegenden Fakten kennen“, sprach Jürgen Czernio wohl für viele.

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