65 Arbeitsplätze geschaffen

Gründerpreis: Silke Tremel hat es bis ins Finale geschafft

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Silke Tremel betreibt seit dreieinhalb Jahren in Neu-Isenburg ihr Unternehmen „Home Instead“. Dabei hat sie 65 Arbeitsplätze geschaffen.

Aufregende Zeiten für Silke Tremel: Dreieinhalb Jahre nach dem Entschluss, aus der IT-Branche auszusteigen und den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, wurde ihr Mut jetzt mit dem Einzug ins Finale des Hessischen Gründerpreises 2016 belohnt. Die 46 Jahre alte Neu-Isenburgerin steht in der Kategorie „geschaffene Arbeitsplätze“ unter den letzten drei Bewerbern.

65 Menschen hat Silke Tremel mit ihrem Unternehmen „Home Instead“ einen Arbeitsplatz gegeben. Gemeinsam mit ihren Mitarbeitern ist dabei das Wohlergehen ihrer Kunden ihr größtes Anliegen. „Wir umsorgen Senioren und Familien in ihrem Zuhause. Dabei sind wir aber kein medizinischer Pflegedienst. Wenn der das Haus verlässt, kommen wir“, erläutert Tremel. „Home Instead“ ist bundesweit tätig, auch erst seit 2011 auf dem Markt, und Silke Tremel hat die Region Frankfurt Süd übernommen. Ihre Mitarbeiter, die meist in Teilzeit oder auf 450 Euro Basis arbeiten, kümmern sich um einen festen Kundenstamm von rund 200 Menschen. Viele in Neu-Isenburg, aber auch Menschen in Kreis und Stadt Offenbach und Sachsenhausen fragen ihre Dienste an.

Was die Mitarbeiter dann tatsächlich bei den Senioren und Patienten machen, ist sehr unterschiedlich. Klassische hauswirtschaftliche Aufgaben stehen dabei ebenso auf der Liste wie Begleitung zum Arzt, Erledigen von Einkäufen, Hilfe bei der Grundpflege, Entlastung von Angehörigen bei der Pflege von Demenzkranken oder auch einfach nur Begleitung, Gesellschaft leisten oder sinnvolle Aktivität bei den alten Menschen zu fördern. „Die Bindung zwischen Mitarbeitern und Kunden ist eng. Jeder unserer Mitarbeiter hat drei feste Kunden, bei den meisten sind sie im Schnitt drei Stunden beschäftigt.“ Viele Mitarbeiter seien selbst schon etwas älter. „Sie kommen oftmals auch aus ganz anderen Berufen. Wir schulen aber sehr gut, haben eine Einarbeitungsphase von einem halben Jahr, in dem die Mitarbeiter einen Pflege- und Erste Hilfe-Kurs absolvieren und lernen, mit Demenzpatienten umzugehen“, erläutert die Chefin.

Eine wichtige Dienstleistung von „Home Instead“ ist die Beratung. Zum ersten Termin ist Silke Tremel selbst oder eine ihrer erfahrenen Mitarbeiterinnen dabei. Oftmals sei es der Pflegedienst, die Familie oder ein gesetzlicher Betreuer, die den vermehrten Unterstützungsbedarf der Leute erkennen. „Wir müssen dann manchmal auch aufklären, dass die Menschen ein

Recht auf Hilfe

haben und dass unsere Dienstleistung über die Kranken- oder Pflegekasse abgerechnet werden kann“, erläutert Silke Tremel.

Sie selbst hat den Schritt in die Selbstständigkeit nie bereut. Weg von der Arbeit mit der EDV, hin zur Arbeit mit Menschen. „Ich hatte das Gefühl, mit dieser Dienstleistung kann ich mehr mitgestalten, und ich habe natürlich aufgrund des demographischen Wandels das Potenzial in dieser Branche gesehen. Jetzt den Entwicklungsprozess des Unternehmens zu sehen und viele Leute auch in Lohn und Brot zu bringen, bereitet mir große Freude“, sagt Tremel lächelnd. Die Notwendigkeit der Dienstleistung und darin bestätigt zu werden, dass die Mitarbeiter helfen können, eine Situation in den betroffenen Familien nachhaltig zu verbessern, mache sehr zufrieden. „Wir erleben ja auch jeden Tag die Dankbarkeit der Menschen. Es ist schön, etwas so Sinnvolles zu tun.“

Es bis in das Finale des Hessischen Gründerpreises geschafft zu haben, sei schon toll. „Es wäre schön, jetzt zu gewinnen, aber es gibt auch tolle andere Unternehmen. Es war spannend, die anderen Präsentation zu sehen“, so Silke Tremel. Sie ist gespannt, wie die Entscheidung, die am 10. November bei den hessischen Gründertagen in Oberursel verkündet wird, ausfällt.

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