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Rund um den Grünen Baum, der äußerlich zum Markt hin fast unverändert dasteht, innen aber komplett entkernt wurde, hat sich viel getan.

Ab 2020

Grüner Baum: Monika Schwebel will als neue Betreiberin die Traditionsgaststätte mit Leben füllen

Alte Bekannte, neue Herausforderung: Gastronomin Monika Schwebel, die seit 16 Jahren das Frankfurter Haus führt, will künftig auch den Grünen Baum beleben. Mit der Eröffnung dauert es zwar noch eine Weile, einen Vorgeschmack gibt es aber im Alten Ort beim Musikspektakel Open Doors.

Mehr als sechs Jahre lang hat die Traditionsgaststätte Grüner Baum ihrer Bedeutung als Wahrzeichen im Alten Ort keine Ehre gemacht – zumindest nicht, wenn die Betonung auf dem Begriff „Gaststätte“ liegt. Seit der bisher letzte Pächter 2013 aufgab, und spätestens seit vor gut zwei Jahren die Bagger anrückten und die große Bau-Operation am Herzen des Alten Orts auf dem Grundstücksensemble begann, stand immer wieder auch die Frage nach der Zukunft des traditionsreichen Gastronomiebetriebs im Raum. Selbst die Angst, das Haus werde Opfer der Abrissbirne, ging zeitweise um. Vor einem Jahr hatte der Eschborner Investor Sasa Gnjatovic dann angekündigt, dass der Grüne Baum bald unter der Regie einer erfahrenen Neu-Isenburger Gastronomin in neuem Glanz erstrahlen werde.

Gestern nun hat sich diese neue Betreiberin bei der Magistratspressekonferenz offiziell vorgestellt: Monika Schwebel, die bereits für das geschichtsträchtige Frankfurter Haus neue Kapitel schrieb und schreibt, will künftig auch für das Restaurant Zum Grünen Baum neue Seiten aufschlagen. Dabei wird sie von Janka Krauzpaul-Hoch unterstützt.

Deutsche Küche

Die künftige weitere Wirkungsstätte ist Schwebel durchaus vertraut, „ich war früher Stammgast im Grünen Baum und die Atmosphäre direkt am Marktplatz ist das, was mich fasziniert“, erzählt die erfolgreiche Gastronomin, die seit 40 Jahren in Neu-Isenburg lebt und seit 16 Jahren das Frankfurter Haus gegenüber der Straßenbahnendhaltestelle führt. 33 Angestellte gehören mittlerweile zum Team der Frau, die als Quereinsteigerin in die Gastronomie kam, wie sie gestern erzählt. „Eigentlich bin ich gelernte Dekorateurin und habe für C&A Schaufenster in ganz Deutschland gestaltet.“ Als sie sich dann vor Jahren entschieden habe, als alleinerziehende Mutter einen beruflichen Neuanfang zu wagen, sei dieser Weg anfangs nicht immer einfach gewesen.

Doch Schwebel fasste bald Fuß – längst laufe das Frankfurter Haus sehr erfolgreich, berichtet sie, „um ein Drittel haben wir den Umsatz in den vergangenen fünf Jahren noch erhöht“. Auch für Familienfeiern aller Art und als Treffpunkt für Prominente sei das Haus mit den 400 Sitzplätzen (nur innen, im Sommer kommen noch 500 Außenplätze dazu) gefragt. „Wir bringen also schon Potenzial mit an Gästen, wir fangen nicht ganz unten an“, sagt Schwebel mit Blick auf die Zukunft des Grünen Baums.

Diesem möchte die Gastronomin wieder Leben geben, ihn zum „Wohnzimmer von Neu-Isenburg“ machen. Dabei setzt sie auf die Kombination von Bewährtem und Neuem: Behutsam soll das historische Gemäuer, das bekanntlich komplett entkernt wurde, in eine moderne Gestaltung des Restaurants eingefügt werden. Anbieten will Schwebel eine bodenständige deutsche Küche, bei der vorzugsweise regionale Produkte auf den Tisch kommen.

Doch nicht nur der Kochkunst wegen sollen die Gäste kommen: Schwebel möchte vor allem auch einen Treffpunkt im Alten Ort schaffen. „Gäste, die auf ein Glas vorbeischauen, bevor sie ins Theater oder zum Essen gehen, oder die nach einer Veranstaltung kommen, sind im Grünen Baum herzlich willkommen“, betont sie. Dafür soll es im Erdgeschoss neben dem Restaurantbereich mit dort etwa 40 Plätzen auch ein eigens Areal, zum Beispiel mit Stehtischen, geben. Hinzu kommen im Obergeschoss, das auch per Aufzug erreichbar sein wird, auch Räume für kleinere oder größere Veranstaltungen, die für Geburtstagsfeiern, Hochzeiten oder auch Firmenevents gemietet werden können. Im Sommer werde es zudem eine Außengastronomie auf dem Marktplatz geben; also mitten im historischen Ortskern.

Weitere Aufwertung

Diesen können die Isenburger bereits zum Musikspektakel Open Doors am Samstag, 20. Juli, genießen, und sich auch gleich einen Vorgeschmack verschaffen auf den neuen Gastronomie-Baustein im Alten Ort: Von 16 bis 23 Uhr werden nämlich die Quietschboys auftreten, außerdem wird es am Sonntag, 21. Juli, einen Frühschoppen mit der bayerischen Band Die Brandigen geben.

Wann genau das Restaurant Zum Grünen Baum, um das herum der Eigentümer bekanntlich Wohnungen baut und das derzeit noch Teil der Großbaustelle ist, eröffnet, ist aber noch nicht raus. „Dieses Jahr aber wohl nicht mehr“, sagt Schwebel – heißt also: Neueröffnung 2020.

Bürgermeister Herbert Hunkel betont: Es sei aber erst mal sehr erfreulich und wichtig, dass nun die Frage der Verpachtung geklärt sei, betont Bürgermeister Herbert Hunkel. Einen Zehn-Jahres-Vertrag gebe es mit dem Vermieter, ergänzt Schwebel, mit Option auf Verlängerung.

Der Rathauschef hatte stets betont, dass ihm der Erhalt der Traditionsgaststätte ein Herzensanliegen ist. „Monika Schwebel ist eine Gastronomin aus Passion. Wir glauben, dass ihr Konzept bei den Isenburgern gut ankommen wird“, sagt er. Mit ihrem Angebot trage die erfahrene Gastronomin dazu bei, „dass der Alte Ort weiter aufgewertet wird“.

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