Preiserhöhung für Fernwärme

Gutachter soll Streit schlichten

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Die Preise für Fernwärme sollen für Gravenbrucher um rund acht Prozent angehoben werden. Eine Bürgerinitiative wehrt sich. Mit Erfolg: Ein Wirtschaftsprüfer soll nun die Rechtmäßigkeit klären.

Die Anwohner im Stadtteil Gravenbruch sind durch die Fernwärme an die Energie-Versorgung Offenbach (EVO) gebunden. Die Initiative „Gravenbruch wehrt sich gegen die Preiserhöhung der EVO für Fernwärme“ will eine massive Preiserhöhung nicht einfach hinnehmen. Rund acht Prozent mehr sollen die Gravenbrucher für ihre warmen Wohnungen bezahlen. Damit nimmt die EVO nach den Berechnungen der Initiative rund eine Million Euro mehr ein.

Jetzt gehen Klaus Klein, Ernst Binninger und Manfred Hartig mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit und ihre Mitbürger. Darin heißt es: Ein Gespräch mit der EVO habe kein konkretes Ergebnis gebracht. „Es ist aber auf Grund der von uns vorgebrachten Argumente zumindest ein „Nachdenkprozess“ bei der EVO angestoßen worden“, schreiben Klein, Binninger und Hartig in ihrem Brief.

Recherchen der Gruppe hätten ergeben, dass zwischen EVO und Mainova ab dem 1. April dieses Jahres eine

Lücke von rund 20 Prozent

klaffe, denn während EVO die Preise erhöht habe, habe die Mainova ihre für die Fernwärme gesenkt.

Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) hat der Initiative geraten, einen Verein zu gründen. Denn er selbst habe auch ein Interesse daran, dass die Preisfrage geklärt werde, weil die Stadt einige Liegenschaften in Gravenbruch bewirtschaften müsse. Mit dem offenen Brief bittet die Initiative um ein Widerspruchsschreiben und darum, die Erklärung zur Zahlung unter Vorbehalt an die EVO zu schicken. Denn eine Zahlung unter Vorbehalt könne in der Bilanz der EVO nicht in vollem Umfang ergebniswirksam gebucht werden.

Die EVO hat sich inzwischen angekündigt, dass ihr daran gelegen ist, die Debatte über das neue Preissystem für die Fernwärme sachlich und konstruktiv beizulegen.

Obwohl die EVO nach wie vor von der Rechtmäßigkeit der neuen Systematik überzeugt ist, hat der Versorger der Interessengemeinschaft (IG) Fernwärme in Gravenbruch einen Vorschlag zur Beendigung des Streitfalls unterbreitet. Demnach soll ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer die Rechtmäßigkeit des Preissystems klären.

Ein Angebot habe die EVO dieser Tage der IG Gravenbruch unterbreitet, berichtete Vertriebsleiter Dominik Gertenbach. „Um ein faires Verfahren zu gewährleisten, würde die EVO den Wirtschaftsprüfer gemeinsam mit der Interessengemeinschaft auswählen und beauftragen“, so Gertenbach. Die Kosten allerdings würde die EVO alleine tragen, um allen Beteiligten die Chance zu eröffnen, den Weg der Schlichtung mitzugehen. Wenn beide Seiten sich bereiterklärten, das Votum des Wirtschaftsprüfers zu akzeptieren und anschließend in diesem Sinne zu handeln, könnte die Debatte um das Preissystem ohne Gerichtsverfahren und unnötige weitere Kosten sachlich beendet werden. „Wir schaffen damit Transparenz und eine klare Grundlage für unser weiteres Handeln“, fügte der Vertriebsleiter hinzu.

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