Rückendeckung von den Bürgern gefordert

Hessentag braucht alle Stimmen

  • schließen

Christian Beck (SPD) will die Neu-Isenburger mitentscheiden lassen, ob der Hessentag 2022 in der Hugenottenstadt ausgetragen werden soll. Sein Antrag liegt dem Stadtparlament jetzt zur Diskussion vor.

Der Hessentag war am Mittwochabend im Neu-Isenburger Stadtparlament Thema der Kommunalpolitik. SPD-Fraktionschef Christian Beck brachte den Antrag ein, dass die Stadt die Isenburger mit einem Bürgerentscheid mitentscheiden lassen soll, ob die Großveranstaltung 2022 in der Hugenottenstadt über die Bühne geht. „Es ist ein spannendes Thema, und die Bürger diskutieren jetzt sowieso schon, ob der Hessentag hier sinnvoll ist oder nicht“, erläuterte Beck seine Motivation für seinen Antrag.

Der Genosse ist der Meinung, dass der Hessentag Chancen biete, um auch auf Investitionstöpfe vom Land zugreifen zu können, aber natürlich auch um tolle und unvergessliche Veranstaltungen in der Stadt zu haben. „Ich verstehe aber auch die Kritiker, die sich darum sorgen, dass Neu-Isenburg auf den Kosten sitzen bleibt“, so Beck.

Deshalb sei es angebracht, die Bürger zu befragen, gerade weil eine solche Großveranstaltung Rückendeckung aus der Bürgerschaft brauche, und die Vereine und möglichst viele Menschen mitziehen und mithelfen müssten, um einen möglichen Hessentag zum Erfolg zu machen.

„Die Bundestagswahl im September bietet sich dazu an, bis dahin haben wir noch viel Zeit für Aufklärung und Information“, so der SPD-Fraktionschef in seiner Antragsbegründung.

Von den anderen Fraktionen kam bisher keine grundsätzliche Ablehnung. „Es ist einfach ein schlechtes Timing und kommt viel zu früh. Der Zeitdruck auf den Herbst 2017 ist völlig unnötig“, sagte Maria Sator-Marx, Fraktionssprecherin der Grünen.

Viele Leute seien skeptisch, weil der Hessentag in einigen Städten finanziell in die Hosen gegangen sei. „Aber die Bedingungen und Anforderungen seitens des Landes haben sich geändert. Es ist eine echte Chance. Lassen wir die Stadt doch jetzt erst einmal arbeiten“, so Sator-Marx weiter.

Die Grünen finden die Idee einer Bürgerbeteiligung grundsätzlich aber gut. Und Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) betonte, dass kein Grund zur Hektik bestehe. Denn die Bewerbung für 2020 sei ohnehin vom Tisch.

Die Arbeitsgruppe der Stadtverwaltung habe schon ein Flächenkonzept entwickelt, dass derzeit gerade von der Polizei bearbeitet werde. Auch ein Finanzkonzept sei bereits in Planung. „Natürlich werden wir auch sie informieren“, sagte Hunkel den Stadtverordneten, und „auch die Bürger und die Vereine sollen mit eingebunden werden. Wir haben schon mit den Gastronomen gesprochen. Lassen sie uns also schauen, was bei all diesen Gesprächen herauskommt und dann darüber diskutieren“, schlug Hunkel vor.

Das Parlament einigte sich mit den Genossen darauf, den Antrag nochmals in die Ausschüsse zurückzuweisen, Vor- und Nachteile des Hessentags und einen Bürgerentscheid zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare