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Herbert Hunkel träumt vom Hessentag in Isenburg ? die Stadt könne mit dem Landeszuschuss für die Sanierung der Hugenottenhalle profitieren.

Hessentag 2024

Bürgermeister wirbt für Hessentag in der Hugenottenstadt

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Bürgermeister Herbert Hunkel wirbt für den Hessentag im Jahr 2024 in der Hugenottenstadt. Er sieht viele Chancen für Neu-Isenburg. Die Risiken seien dank geänderter Bestimmungen vom Land deutlich minimiert.

Die Hessen lieben ihren Hessentag. Einmal im Jahr kommen vor allem Kulturfans in einer Stadt zusammen, um gemeinsam zu feiern und den Sommer mit großartigen Konzerten mit Weltstars, mit einem Festumzug – mit vielen Traditionen aus allen Landesteilen – und einer Hessentagsmeile zu genießen, die zehn Tage lang Kultur, Kommunikation und Kulinarisches bietet. Für die Städte haben die Feierlichkeiten viel Freude, Zusammenhalt, Imagegewinn und Verbesserungen der Infrastrukturen gebracht. Aber das Landesfest hat in den vergangenen Jahren mit Defiziten in den städtischen Haushalten auch oftmals für einen erheblichen finanziellen Kater in Millionenhöhe gesorgt.

Bürgermeister Herbert Hunkel möchte den Hessentag 2024 trotzdem gerne in die Hugenottenstadt holen. „Es war gar nicht unsere Idee, wir wurden vom Land Hessen angeschrieben. Aber zur 325-Jahr-Feier würde das doch hervorragend passen“, erklärt Hunkel, der dennoch hofft, seine Vision eines kostenneutralen Hessentags transportieren zu können. Denn Schulden will er dabei für seine Stadt auf keinen Fall in Kauf nehmen: „Wir müssen die Risiken sehen und möglichst begrenzen.“

Das Land habe inzwischen die Bestimmungen geändert. Die Gastgeberstädte seien dazu angehalten, die bestehenden Strukturen zu nutzen und die Kosten zu senken. „Dafür wird auch auf frühere Pflichtmodule, wie beispielsweise die Hessentagsarena, verzichtet“, erläutert Hunkel. Gerade der Aufbau der Arena, in denen die Superstars zu Konzerten auftreten, seien der größte Kostentreiber und ein besonderes Risiko.

Passendes Areal ausgemacht

Hunkel hat jüngst ein Konzept erarbeiten lassen, das auch in der Politik beraten wird. „Wir wären für eine solche Veranstaltung hervorragend aufgestellt“, ist der Verwaltungschef überzeugt. Neu-Isenburg habe eine gute Infrastruktur: die Festtagsmeile könne in der Frankfurter Straße zum Leben erweckt werden, der Sportpark biete ausreichend Platz, von Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann gebe es schon die Zusage, das Modul „Der Natur auf der Spur“ im Tannenwald auf der Stadtgrenze zu realisieren.

Für die ganz großen Konzerte, die den Hessentag ja doch irgendwie ausmachen, hat Hunkel mit den Veranstaltern in der Commerzbank-Arena gesprochen: „Wir können unter dem Dach des Hessentags in Isenburg die Großveranstaltungen dort realisieren – mit der Commerzbank-Arena als Veranstalter – ohne finanzielles Risiko für uns“, so Hunkel. Auch für den Veranstaltungsort für die Polizei, die Feuerwehren und die Bundeswehr hat der Bürgermeister mit dem alten Philipp-Holzmann-Gelände das passende Areal ausgemacht.

Das Land unterstützt die Veranstaltungen mit zwei Millionen Euro. Plus Sponsorengeld über Firmen müsse bei der Planung eben penibel darauf geachtet werden, diese Summe nicht zu überschreiten. Die Stadt könne mit Bestehendem punkten und habe viel zu bieten. Hunkel habe die Vereine über die IG Vereine ins Boot geholt, auch Gastronomie und Einzelhandel hätten ihm positive Signale gesendet.

Neben den reinen Veranstaltungskosten, eben jene zwei Millionen Euro, fließt aus dem Land auch ein Investitionszuschuss für den Ausbau der Infrastruktur in die Gastgeberstadt: beachtliche 6,5 Millionen Euro. Und hier sieht Hunkel eine große Chance für seine Stadt: „Wir können das Geld für die sowieso anstehende Sanierung der Hugenottenhalle und der Stadtbücherei sehr gut gebrauchen.“ Dem Rathauschef schwebt eine moderne und bürgernahe Eventlocation mit angeschlossener Stadtbibliothek vor, kurz ein neu konzipiertes Kultur- und Bildungszentrum. So könne der Hessentag für die Stadt etwas Bleibendes und Nachhaltiges bewirken. Auch das Fördergeld für den Stadtumbau könne damit kombiniert werden.

Rückendeckung nötig

Aber der große Fürsprecher für einen Hessentag in Neu-Isenburg ist sich bewusst: „Das Projekt braucht die Zustimmung der Politik und eine breite Rückendeckung aus der Bevölkerung. Nur wenn eine Mehrheit den Hessentag in unserer Stadt mitträgt, können wir die Festtage zu einem großartigen und nachhaltigen Erlebnis für uns alle werden lassen.“

Er hofft jetzt auf ein positives Ergebnis des Hessentags 2019 in Bad Hersfeld. Wenn dieses Landesfest mit dem neuen Konzept funktioniert, dann könne das auch für Isenburg klappen. Hunkel wirbt für die Gastgeberrolle: Der Hessentag könne das Image, den Zusammenhalt und die Zukunft der Stadt sehr positiv beeinflussen.

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