Kunstausstellung in Neu-Isenburg

Isabel Franke unterwirft sich keinen Konventionen

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Ein Kunstwerk im Allgemeinen zeigt immer auch etwas vom Künstler selbst, das sonst nie das Licht der Welt erblicken würde. Isabel Franke ist in dieser Hinsicht eine recht anspruchsvolle Künstlerin,

Ein Kunstwerk im Allgemeinen zeigt immer auch etwas vom Künstler selbst, das sonst nie das Licht der Welt erblicken würde. Isabel Franke ist in dieser Hinsicht eine recht anspruchsvolle Künstlerin, die den Betrachter geradezu herausfordert, sich mit ihrer Kunst zu beschäftigen.

Der Titel der Ausstellung „Pensées Visibles“, die derzeit im Private Banking Center der Volksbank-Dreieich-Filiale in Neu-Isenburg zu sehen ist, beschreibt die sichtbaren, bildgewordenen Gedanken – lässt den Betrachter aber erahnen, dass er hier tief in das vielfältige und mehrschichtige Denken einer Künstlerin eintauchen wird. Isabel Franke, die ihr Atelier in den „Heddernheimer Höfen“ hat, unterwirft sich keinen Konventionen und richtet sich nicht nach strengen künstlerischen Regeln.

„Isabel Franke setzt sich mit alten wie mit aktuellen Sujets auseinander und bietet dem Betrachter einen Reflexionskosmos, der über das Kunstwerk hinausgeht und zum weiteren Denken anregen soll“, hob Kunsthistorikerin Ester Erfert in ihrer Einführung hervor.

Mit den Titeln zu ihren Arbeiten will Isabel Franke nur einen Hinweis zu ihrem eigenen Denkanstoß zur Schaffung des Kunstwerks geben. „Ich will jedoch dem Betrachter einen ganz breiten Raum der persönlichen Interpretation lassen“, betont die Künstlerin und verweist darauf, dass andere Gedankengänge durchaus möglich und auch angebracht seien.

Isabel Frankes Techniken variieren stark, die Bilder und Objekte entstehen oft aus elementaren Materialien wie Wachs, Blei, Sand und Glas. Diese kombiniert die Künstlerin mit moderneren „Materialien“ wie Fotografien, digitaler Bildbearbeitung, LED-Technik und anderen.

In dem Objekt „What a shame, Pandora said“ wird Mythologie in die Gegenwart transferiert. Die Aussage ist heute noch genauso aktuell wie in der Antike. „Die Büchse der Pandora enthielt, wie die griechische Mythologie überliefert, alle der Menschheit bis dahin unbekannten Übel. Sie entwichen in die Welt, als Pandora die Büchse verbotenerweise öffnete“, so die Erläuterung von Esther Erfert.

Dies interpretiert Isabel Franke mit einem gleichseitigen Glaskubus, in dem sich Filmstreifen befinden. In sich verdreht, winden sie sich in undurchschaubaren, nicht nachvollziehbaren, Kehren durch den Glaskasten. Zwei vertrocknete Pfingstrosen ragen zwischen den Filmstreifen empor.

„Es wirkt wie eine Art modernes Stillleben, das von einem LED-Licht in Szene gesetzt wird. Eine kleine Bühne, auf der Film und Blumen agieren“, so Erfert. „Der Turm zu Babel“ ist bekanntlich in sich zusammengestürzt, da sich die Bauherren nicht verstanden haben. Dafür stehen die am Boden aufgehäuften Bleibuchstaben – mit einer gemeinsamen „Sprache“ wäre das nicht passiert.

Ja, selbst „Humpty Dumpty“, der britische Kinderspruch, wird von Isabel Franke zeitkritisch betrachtet und künstlerisch behandelt. In einer Übersetzung lautet er: Humpty Dumpty saß auf dem Eck, Humpty Dumpty fiel in den Dreck und auch der König mit seinem Heer, rettete Humpty Dumpty nicht mehr. Auch dafür hat Isabel Franke eine eigene künstlerische Interpretation.

Alle dreidimensionalen Kunstwerke zeigt Isabel Franke zudem in einer besonderen Kunst-Druckversion. Die Ausstellung ist noch bis zum 2. Juli zu sehen.

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