Die einstige Luftschiffersiedlung feiert Geburtstag

80 Jahre Zeppelinheim

Zeppelinheim entstand 1936 am Reißbrett. Die Siedlung, die ein Jahr später zur selbstständigen Gemeinde wurde, sollte Wohnraum für die Beschäftigten des nahen Luftschiffhafens bieten. Vor 40 Jahren wurde sie schließlich ein Teil der Hugenottenstadt.

Im Januar 1934 wurde westlich der neuen Autobahn Frankfurt-Mannheim mit der Rodung von etwa 600 Hektar Wald begonnen. Der Bau des Flughafens sollte beginnen. Im nördlichen Teil wurde ein Rollfeld mit mehr als 100 Hektar Graspiste angelegt, im südlichen, 318 Hektar großen Teil, wurde von November an der Luftschiffhafen angelegt. Für das Personal wurde 1936 mit dem Bau einer eigenständigen Siedlung, der Luftschiffersiedlung, östlich der Autobahn begonnen. Mit der rasanten Entwicklung der Luftfahrt ging damals auch die Gründung Zeppelinheims einher.

Die offizielle Stadtgründung ist auf den 31. Dezember 1937 datiert, somit feiert Zeppelinheim in diesem Jahr sein 80-jähriges Bestehen. Mit der Gebietsreform vom 1. Januar 1977 vor 40 Jahren erfolgte die Eingemeindung des bis dahin selbstständigen Zeppelinheims nach Neu-Isenburg. Zeppelinheim war damals eine begehrte Gemeinde, auch Frankfurt und Mörfelden waren sehr interessiert. Den Vorzug erhielt Neu-Isenburg unter anderem. weil sich die Bürger der Luftschiffergemeinde mit großer Mehrheit für die Hugenottenstadt ausgesprochen hatten. Im Zuge eines Auseinandersetzungsvertrags wurden die Rechte und Pflichten festgelegt. Der Vertrag wurde am 17. September 1975 vom damaligen Bürgermeister der Stadt Neu-Isenburg, Hans-Erich Frey, und dem damaligen Bürgermeister der Gemeinde Zeppelinheim, Klaus-Jürgen Reblin, unterzeichnet.

Der heutige Neu-Isenburger Bürgermeister Herbert Hunkel erläutert: „Es wird vermutet, dass eine wichtige Rolle bei der Entscheidung der Zeppelinheimer Gremien zugunsten Neu-Isenburgs auch die deutlich niedrigeren Gemeindesteuern und Abgaben in der Hugenottenstadt gespielt haben. Vermutlich aber auch die Angst, von der Großstadt Frankfurt ,verschluckt‘ zu werden“, so Hunkel.

In dem Eingemeindungsvertrag wurde vertraglich geregelt, im Stadtteil Zeppelinheim eine Verwaltungsstelle zu unterhalten, den Transport von Kindern in weiterführende Schulen und Förderschulen in Neu-Isenburg durchzuführen sowie möglichst einen Zeppelinheimer als Vertreter in die Fluglärmkommission des Landes Hessen zu entsenden.

Des Weiteren wurde festgelegt, dass sich die Stadt Neu-Isenburg für jugend-, altenpflegerische und vereinsfördernde Projekte sowie für die Kameradschaft der ehemaligen Luftschiffer Zeppelinheims einsetzt und die selbstständige Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Neu-Isenburgs angliedert. Bis hin zur Vereinbarung, in Zeppelinheim Behälter zur Entsorgung von Gartenabfällen aufzustellen, wurde ein umfassender Vertrag erstellt. Ein aktiver Ortsbeirat soollte zudem dafür sorgen, dass die Stimme der Zeppelinheimer genug Gewicht bei allen Entscheidungen erhält.

„Was 1977 als ,Vernunftehe‘ zwischen Zeppelinheim und Neu-Isenburg mit viel Papier begann, ist aber im Laufe der vergangenen 40 Jahre doch zu einer wunderbaren Beziehung geworden“, stellt Bürgermeister Herbert Hunkel fest.

Die Geschichte Zeppelinheims ist auch im neuen „Neu-Isenburger Geschichtsbuch – Von der Hugenottensiedlung zur modernen Stadt“ von Heidi Fogel nachzulesen. Herausgeber des Buches ist der Verein für Geschichte, Heimatpflege und Kultur Neu-Isenburg.

(fnp)

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