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Klaus-Peter Martin. Archivfoto: Leo Postl

Trauer

Jugendbüro-Leiter Klaus-Peter Martin (64) ist gestorben

Klaus-Peter Martin ist nach langer Krankheit im Alter von 64 Jahren gestorben. Mit ihm verliert die Stadt einen Pädagogen, der wertvolle Jugendarbeit geleistet hat.

Er konnte inspirieren, anregen und begeistern. Er war Ideengeber, Ratgeber und Vermittler. Nach schwerer Krankheit ist der Leiter des Jugendbüros, Klaus-Peter Martin, am 22. Oktober im Alter von 64 Jahren, gestoben.

Klaus-Peter Martin war als Diplom-Pädagoge und Diplom-Sozialarbeiter seit dem 1. Dezember 1979 bei der Stadt Neu-Isenburg tätig. Als Leiter des Jugendbüros hat er sich mit großer Gestaltungskraft den Themen Jugendförderung, Hilfen und Förderung der Schüler beim Übergang von der Schule in den Beruf, Prävention, Mobile Jugendhilfe und Ausbildung intensiv gewidmet und dazu beigetragen, dass die Jugendförderung der Stadt heute als vorbildlich gilt.

Bürgermeister Herbert Hunkel: „Klaus-Peter Martin war ein Glücksfall für unsere Stadt. Seine Arbeit war seine Mission. Er hat die Jugendarbeit in Neu-Isenburg gerade im Bereich des Übergangs Schule – Beruf entscheidend entwickelt.“ Er habe sich für Jugendliche eingesetzt, Menschen zusammen- gebracht und mit seiner besonnenen Art Probleme gelöst. „Wir verlieren einen engagierten, zuverlässigen und kompetenten Mitarbeiter und Kollegen, der sich großer Anerkennung erfreute. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie.“

Gleich nach dem Studium der Sozialarbeit und der Erziehungswissenschaften hat Klaus-Peter Martin sein Jahrespraktikum im Kinderspielhaus absolviert. 1981 fing er bei der Stadt in der damaligen Beratungsstelle für junge Arbeitslose an, in einer Zeit mit hoher Arbeitslosigkeit keine leichte Aufgabe. Neben der Beratung initiierte Klaus-Peter Martin die Gründung und Herausgabe der Schüler- und Jugendzeitung „Überflieger“, die er viele Jahre mit den Jugendlichen veröffentlichte. Er organisierte Bildungsurlaube und Bildungsfahrten mit den Jugendlichen.

Mit der Gründung der „Lehrlingsgruppe“ machte Martin einen weiteren wichtigen Schritt bei der Jugendförderung und der Unterstützung Jugendlicher im Übergang Schule-Beruf. Unter seiner Leitung entstand das Jugendbüro, angesiedelt zunächst in der Frankfurter Straße 11.

1997 fiel der Startschuss für das „Ausbildungsforum“, das Angebot und Nachfrage von Ausbildungsplätzen in Neu-Isenburg zusammenführt. Ein Projekt, in dem Martin ebenfalls entscheidend mitgearbeitet hat. Die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze ist seither kontinuierlich gewachsen. 2017 konnte ein neuer Rekord mit über 392 angebotenen Ausbildungsplätzen verzeichnet werden.

Ebenfalls 1997 ist unter der Ägide von Martin das Projekt „Alt hilft Jung“ entstanden. Ein beispielhaftes Projekt, das seither Erfolgsgeschichte geschrieben hat. Und bis heute vielen Jugendlichen eine persönliche Betreuung bei der Berufsauswahl, Bewerbungen und während der Ausbildung ermöglicht.

Er war eng vernetzt mit der Bürgerstiftung Jugend und Beruf, die 2009 als gemeinsame Stiftung des Lions Clubs und der Stadt Neu-Isenburg gegründet wurde. Mit dem Umzug des Jugendbüros in die Carl-Ulrich-Straße fiel auch die pädagogische Begleitung der Streetworker in das Aufgabengebiet von Klaus-Peter Martin. Er war an der Gründung des Vereins „Mo-Ja“ beteiligt, dessen Geschäftsführung er übernahm.

Mit gutem Recht kann man ihn als Vater des Infocafés bezeichnen. Es war sein Vorschlag, eine neue Jugendeinrichtung mit einer neuen Konzeption zu eröffnen, und an dieser Idee hat er natürlich auch mitgearbeitet.

Neue Aufgaben entstanden, beispielsweise durch die berufliche Integration junger Geflüchteter. Klaus-Peter Martin war beteiligt an der Durchführung des Bundesprogrammes „Jugend stärken im Quartier“, er übernahm den Vorsitz im Begleitausschuss des Projektes „Demokratie leben!“ und er war Mitinitiator des Isenburger „Repair Cafés“.

(red)

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