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Die Junge Union sorgt sich um die Rente

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Von: Leo Postl

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Die gesetzlich verbriefte Alterssicherung, die Rente, ist in Gefahr. Im Workshop der Jungen Union wurde die Rente als generationsübergreifende Herausforderung bezeichnet.

„Die Rente ist sicher“, hatte einst Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) verkündet. Er hat bisher Recht behalten, jedoch würde er heute wohl selbst seine Zweifel haben, wüsste er um die „neue Realität“. Diese zeigt ein düsteres Bild für jene, die ein Leben lang gearbeitet und in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben.

Die zu erwartende Rente, ein Bezug im Ruhestand, der ein menschenwürdiges Auskommen sichern soll, ist in eine beträchtliche Schieflage geraten. Um mit den Ruhestandsbezügen auch künftig leben zu können, müssen diese angepasst, also erhöht werden – im Gegensatz dazu müssen immer mehr arbeitende Menschen für diese Alterssicherung aufkommen.

Senioren Union mit dabei

Dass nun gerade die Junge Union (JU) Neu-Isenburg unter Vorsitz von Milan Gerovac zu einem Renten-Workshop eingeladen hatte, mag viele verwundern. Aber es sei der Voraussicht weniger junger Engagierter zu verdanken, die Problematik um das Thema Rente öffentlich zu machen. „Wir, die junge Generation, werden die Leistungen so nicht mehr erbringen können, und wenn wir älter sind, werden wir nicht mehr mit unserer gesetzlichen Rente auskommen“, sagte Gerovac. Die Senioren Union hatte sich ebenfalls mit eingeklinkt, denn die Altersarmut macht sich bei vielen älteren Rentenbeziehern bereits jetzt bemerkbar. Allerdings war die Resonanz sowohl seitens der jungen Generation als auch seitens der Rentner alles andere als dem Thema angemessen.

„Ich verstehe das nicht. Die einen sagen, bis zur Rente sei noch viel Zeit, und die anderen meinen, sie könnten ohnehin nichts mehr ändern“, beschreibt Gerovac seine Erfahrungen. Aber es müsse etwas passieren, so könne es nicht weitergehen. Bereits 2012 habe die Junge Union einen Antrag gestellt, ein lebenslanges Rentenkonto mit kapitalgedecktem Anteil einzurichten, um Zinseffekte auch in einer Niedrigzinsphase wie derzeit zu generieren.

Gerhard Kimmel (JU Neu-Isenburg) stellte die Historie der gesetzlichen Rente vor und machte die aktuelle Problematik deutlich. „Die gesetzliche Rente wird mit rund 100 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt finanziert. Ökosteuer auf Sprit fließt auch in die Rentenbezuschussung ein, und trotzdem reicht es nicht, denn der Rentenbeitragssatz steigt, aber das Rentenniveau sinkt dennoch“, so Kimmel. Er verwies zudem auf einen Punkt, der in der Öffentlichkeit überhaupt nicht präsent sei: die Rentenbesteuerung seit 2005. „Jeder, der jetzt in Rente geht, muss seine Rente versteuern und hat einen Freibetrag, der bei Renteneintritt festgelegt wird und aktuell bei 26 Prozent liegt“, betonte Gerhard Kimmel.

Private Vorsorge

In Anschluss ging die Frauen Union (FU) um Inge Bossek-Buch (Neu-Isenburg), Hildegard Knorr (Kreisvorsitzende FU) und Heike Lauterbach auf das Thema Mütter- und Witwenrente ein. Hildegard Knorr machte deutlich, dass auch in der Jugend der heutigen Rentnergeneration die Rente keineswegs sicher war und sie persönlich früh anfangen musste, Altersvorsorge zu betreiben. „Dies ist kein neues Thema, sondern geht schon seit Generationen so“, so Knorr, die sich für eine Selbstverantwortung künftiger Rentner aussprach.

Im dritten Teil brachte die Senioren Union (SU) um Helga Hatzfeld (Neu-Isenburg) und Elisabeth Ball (SU-Kreisvorsitzende) ihre Standpunkte ein. Elisabeth Ball hob hervor, dass die Rente eine Herausforderung ist, die junge und alte Menschen angehe. „Deshalb müssten Junge Union und Senioren Union auch stärker zusammenarbeiten“, forderte sie.

Im letzten Teil ging es dann darum, wie zusätzlich zur Rente privat vorsorgt werden kann, etwa mit Investitionen in Fonds. Dennis Scharfenberger (CDU Neu-Isenburg) führte in das Thema der aktiv gemanagten Fonds als Altersvorsorge ein. Er verwies auf gesetzliche Bestimmungen bei der Beratung zu solchen Produkten und die Dreiecks-Abhängigkeiten zwischen Rendite, Liquidität und Sicherheit. Pascal Wunderlich (JU Seligenstadt) behandelte kurz den niedrigen Leitzins der EZB und seine Auswirkungen auf Fonds.

(lp)

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