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In der ehemaligen Arzt-Praxis in der Ludwigstraße 30 werden adäquate Räume für zwei Tagesmütter geschaffen.

Neue Betreuungsstelle

Kindertagespflege: Stadt geht neue Wege

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Mit neuen Konzepten will die Stadt den Ausbau der Kindertagespflege fördern. Dabei kommt ihr ein glücklicher Umstand zu Hilfe.

In der Hugenottenstadt wächst die Zahl der Kinder kontinuierlich. Damit steigt der Bedarf an Betreuungsplätzen in Kitas und Schulen. Handeln tut vor allem bei den unter Dreijährigen Not. Umso erfreuter zeigte sich jetzt Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) darüber, dass die Stadt jetzt zwei Tagesbetreuungsstellen für insgesamt zehn Kinder einrichten konnte.

Möglich machte es Klaus-Dieter Birck, Gründungsmitglied und langjähriger Präsident der Lions: Der Mediziner gab seine Praxis in der Ludwigstraße 30 Stadt auf. „Ein Glück für uns“, nannte es Hunkel – zumal die Räume nach Einschätzung der Fachberatung des Kreis Offenbach bestens geeignet für ihren neuen Verwendungszweck seien.

„Das ist ein großer Fortschritt“, kommentierte der Bürgermeister – und nannte einen weiteren neuen Ansatz, den die Stadt zur Förderung der Tagespflege verfolgen möchte: „Wir wollen die Qualifizierung der Tagespflegepersonen unterstützen.“ Bisher müssten die ihren sechswöchigen Qualifizierungskurs aus eigener Tasche bezahlen – ohne in dieser Zeit selber Geld verdienen zu können. „Das sind Voraussetzungen, die nicht förderlich sind für die Gewinnung von Tagespflegepersonal.“ Künftig werde die Stadt diese Schulung übernehmen und für deren Dauer eine Vergütung gewähren.

Um weitere Anreize für den Beruf der Kindertagespflegekraft zu setzen, sei zudem eine „Vergütung in einem attraktiven finanziellen Rahmen“ wichtig. „Wir haben Beschlüsse gefasst, die den durch den Kreis bereitgestellten Betreuungsstundensatz für Neu-Isenburger Kindertagespflegepersonen freiwillig um zwei Euro pro Kind und Betreuungsstunde erhöht“.

Zu lange Ausbildung zur Tagespflegeperson, zu wenig Platz für die qualifizierten Kräfte: So fasst Sonja Ohr, Fachbereichsleiterin Kinder und Jugend, die großen Hindernisse zusammen. Da die Platzzahlen in der Tagespflege als ein Baustein der Kindertagesbetreuung im Kreis seit Jahren stagnieren, sei es umso wichtiger, die Tagespflege zu stärken. Schließlich biete sie gegenüber der Schaffung von Plätzen in der Kita „die Vorteile, dass Plätze kostengünstiger und zeitnaher geschaffen werden können und dass ein Großteil der Eltern diese Betreuungsform als individueller und familiärer bewerten und sie der institutionalisierten Form der Kita vorziehen“.

(mfo)

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