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Die Breakdancer vom Tanztheater Capriol standen buchstäblich Kopf.

Ballett

Atelier Capriol präsentiert grandiose Geschichte von "Bettknopf und Besenstil"

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Ortswechsel, ein Zauberer und ein fliegendes Bett: Von den ganz Kleinen bis zu den älteren Tänzern – Ballettschüler boten die tolle Tanzgeschichte „Bettknopf und Besenstiel“.

Tanzen ist in Bewegung umgesetzte Lebensfreude – und davon waren alle Besucher der Ballettgeschichte des Tanzateliers Capriol, die am Wochenende gleich vier Mal in der Hugenottenhalle über die Bühne ging, voll überzeugt. „Was eine tolle Leistung, allein schon die vielen Kinder in geordneten Bahnen zu lenken – ich habe ja nur vier Enkel“, meinte eine begeisterte Omi. Mama Carolin war nämlich, wie viele andere Mütter, hinter der Bühne im Einsatz, um beim Umkleiden zu helfen.

„Meine Frau hat so ziemlich alles mitgenommen, was man brauchen könnte, von Nähnadel und Garn bis hin zu kleinen Flicken“, meinte Oliver Gröll. Die von Sandra Gardenier nach eigener Vision choreographisch umgesetzte Geschichte von „Bettknopf und Besenstil“ fand überaus großen Gefallen bei den Zuschauern.

Power-Rhythmus

Was für Geschichten aus 1001-Nacht der fliegende Teppich ist, das war für die Kids-Gruppe ein Bett. Ganz nach ihren Wünschen – oder steckte da doch der Zauberer Brown mit seinen magischen Kräften dahinter – ließen sie sich auf dem Bett sitzend von einem Ort zum anderen transportieren. In der abwechslungsreichen Ballettgeschichte „Bettknopf und Besenstil“ aus der Feder von Mary Norton gab es zahlreiche Bühnenwechsel.

Da fanden sich die staunenden Zuschauer mal an einem geheimnisvollen Ort wieder, wo es viele kleine Frösche gab und quakend umher hüpften. Mit diesem Auftritt gab die Chefin des Tanzateliers Capriol den jüngsten eine adäquate Gelegenheit, sich auf großer Bühne zu präsentieren – sie kommen aus der tänzerischen Früherziehung. „Die waren ja so goldig, und überhaupt die ganze Aufmachung – einfach toll“, meinte Bärbel Hunkel ganz begeistert – und sprach wohl für alle.

Dann begeisterte eine Swing Dance-Formation mit Erinnerungen an das Musical „Grease“, doch es war ein ganz aktueller Tanzstil. Eher das Metier, jedoch nicht ausschließlich, war der Breakdance. Im Takt des

Power-Rhythmus

waren kaum Grenzen für eine tänzerische Umsetzung gegeben. Die Präsentation reichte von ruckartigen Bewegungen über schon artistisch-turnerischer Körperbeherrschung bis hin zu Drehungen auf dem Kopf als besonderer Höhepunkt. Zum Finale ihrer Show standen alle Kopf und der tosende Beifall der Besucher war die verdiente Anerkennung.

Einen Beitrag zur – zumindest tänzerischen – Völkerverständigung gelang Sandra Gardenier hervorragend mit dem Show-Act auf der Markt-Straße Portobello. Dort wurden die Tänzerinnen und Tänzer zunächst vom Zauberer Brown in den Bann gezogen, der eine Glasscheibe mit einem Nagel durchstoßen wollte, ohne die Glasscheibe zu zerbrechen. Faszinierend und auch tänzerisch von Emma Gresz beeindruckend umgesetzt, war, wie die Tänzerin zur „Aufziehpuppe“ von Mr. Brown wurde.

Vielfältige Formation

Die am Marktgeschehen interessierten Tänzerinnen wurden immer mehr, es schien, als kamen sie aus aller Herren Ländern vorbei. Da waren rassige Flamenco-Tänzerinnen, Tap-Dancer aus Irland, aber auch Folklore-Vertreter aus dem Balkan vertreten. Nach den Darbietungen ihrer einzelnen „National-Tänze“, vereinten sich alle zu einer wunderbar bunten und vielfältigen Tanzformation. Freilich durfte auch Hip Hop-Dance nicht fehlen. „Da fahren die jungen Leute drauf ab, denn hier werden hohe physische Ansprüche abgerufen und man muss sich auf die Choreographie konzentrieren“, erklärte Gardenier. Der erfahrenen Ballettpädagogin und Diplom-Sportwissenschaftlerin war es einmal mehr vorzüglich gelungen, für alle Mitwirkenden eine Choreographie zu gestalten, die ihren Fähigkeiten entsprach. „Die jungen Leute wollen gefordert werden, doch man muss auch darauf achten, dass sie sich selbst nicht überfordern“, erklärte Gardenier.

Der Chefin des Tanzatelier Capriol gelang es einmal mehr vorzüglich alle ihre Kinder unter den Hut zu bringen – und sogar Eltern, Omas wie Opas zu engagierten Mitwirkenden hinter der Bühnen zu gewinnen. „Auch wenn man sie nicht gesehen hat, die waren genauso toll“, will Sandra Gardenier allen den verdienten Dank für ihren Beitrag zum Gelingen der mit überaus großen Applaus bedachten Ballett-Geschichte vom „Bettknopf und Besenstil“ zukommen lassen.

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