Die Siegerklasse mit Konrektorin Friedlind Schier-Farr (von links), Schulleiterin Jutta Kruske und Lehrerin Anna Hellmuth.
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Die Siegerklasse mit Konrektorin Friedlind Schier-Farr (von links), Schulleiterin Jutta Kruske und Lehrerin Anna Hellmuth.

Video gedreht

"Krass gegen Hass": Friedrich-Fröbel-Schüler gewinnen ersten Preis

  • VonLeo Postl
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Mit einem Video über die Ausgrenzung eines homosexuellen Jungen hat eine Klasse der Friedrich-Fröbel-Schule den Wettbewerb „Krass gegen Hass“ gewonnen.

Der 12-jährige Thomas sitzt am Computer in der Schule und will seinem Freund einen Brief schreiben – er ist verliebt in ihn und will ihm das mitteilen. Verstohlen blickt er um sich. Als jemand den Raum betritt, schließt er schnell das Programm. Doch als später Mitschüler Lukas den Computer benutzt, erscheint die Seite mit dem Brief auf dem Bildschirm. Lukas macht mit seinem Handy ein Foto und verschickt es an seine Freunde. Dort macht der Liebesbrief schnell die Runde, und Thomas erhält komische Nachrichten auf seinem Handy. „Du Schwuler!“, ist da eine noch harmlose Nachricht, viel schlimmer sind solche Anfeindungen wie: „Warum bist du eigentlich geboren, die Ehrenloser?“.

Einsehen

Der Junge zieht sich zunächst zurück, wendet sich dann aber an seine Klassenlehrerin. In ihr findet er die erhoffte Vertrauensperson, zusammen gehen sie zur Schulleitung. Der Schüler der den Brief per WhatsApp an seine Freunde verschickt hat, wird zur Schulleitung zitiert, seine Eltern werden darüber informiert, dass er mit einer Woche Schulverweis belegt wird. Während andere auf dem Schulhof fröhlich miteinander spielen – darunter auch Thomas – steht der Übeltäter am Zaun und ist mehrfach ausgegrenzt. Am Ende geht die Sache dann aber noch gut aus. Lukas hat ein Einsehen darüber, was er alles falsch gemacht hat und entschuldigt sich bei Thomas.

Diese Geschichte, die sich durchaus auch an der Friedrich-Fröbel-Schule hätte abspielen können, haben die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5b/6bS als Thema für ihr anschauliches Video gewählt. Unter der Leitung von Klassenlehrerin Anna Hellmuth entstand ein sehr reales und damit sehr aussagekräftiges Video. Die „Krass gegen Hass“-Jury war davon so angetan, dass sie dafür den ersten Preis zuerkannte, der mit 500 Euro dotiert ist. Dieser wurde von der Mediengruppe Offenbach-Post zur Verfügung gestellt. Die Freude unter den Beteiligten, aber auch an der Friedrich-Fröbel-Schule insgesamt, war sehr groß. „Wir haben als Schulgemeinde dieses Projekt unterstützt, weil das Thema Homosexualität unter pubertierenden Jugendlichen aktuell und auch präsent ist“, betonte Schulleiterin Jutta Kruske.

Tag im Trampolin-Land

Der Wettbewerb „Krass gegen Hass“ war erstmals vom Netzwerk Medienkompetenz in Stadt und Kreis Offenbach ausgelobt worden. Aufgrund des tollen Erfolges soll er fortgeführt werden. Mit einem Teil des Preisgeldes in Höhe von 500 Euro will sich die Klasse einen Besuch im Trampolin-Land in Dietzenbach gönnen, aber auch einen Teil an das Tierheim in Dreieich spenden.

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