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Angelika Herz-Bartholomé (links, vor ihrem „Ich“) ist eine von 23 FFK-Künstlern, die derzeit ihre Arbeiten im Waldschwimmbad ausstellen.

Ausstellung

23 Künstler zeigen bei der FFK-Jahresausstellung Selbstporträts im Waldschwimmbad

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Künstlerische Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich: Aktive des Forums zur Förderung von Kunst und Kultur zeigen ihre Selbstporträts im Waldschwimmbad.

ch – wer ist das eigentlich? Wie sehen wir uns selbst, wie werden wir wahrgenommen? Und vor allem: Was wollen wir von uns zeigen? Sind wir im Zeitalter der Selfies vielleicht alle Narzissten? 23 Künstler des Forums zur Förderung von Kunst und Kultur (FFK) setzen sich in ihrer Jahresausstellung mit diesen Fragen auseinander und präsentieren im Foyer des Waldschwimmbads einen Monat lang Selbstdarstellungen in Form von Gemälden, Fotografien, Collagen oder Skulpturen. Die Arbeiten stammen von den FFK-Künstlern Dhira Sarah Barein, Carolin Bentbib, Kati Conrad, Ulli Ehret, Peter Engler, Uwe Gillig, Regina Häusler, Angelika Herz-Bartholomé, Norbert Jäger, Alexander Jungmann, Petra Korsten-Koch, Kai Lippok, Rainer Mahr, Aneta Rojda, Elena Spiro, Waltraud Stettin, Ellen Szyska, Ayse Tschischka, Rosemarie Weiß, Petra Wenzel, Ömer Yaprakkiran und Yesim Yaprakkiran. Fürs Protokoll: Dass es nur 22 Namen sind, liegt daran, dass ein Künstler anonym bleiben möchte.

Lob fürs Engagement

„Max Beckmann hat in seinem Leben 100 Selbstporträts geschaffen. Rembrandt brachte es auf rund 80 in 40 Jahren, Van Gogh malte sogar 29 in nur drei Jahren“, wies die stellvertretende FFK-Vorsitzende Kati Conrad in ihrer Eröffnungsansprache bei der Vernissage auf prominente Vorreiter des Genres hin.

Für die Eröffnungsfeier hatten die Künstler sich einiges einfallen lassen. Etwa zu Beginn einen Spiegeltanz, bei dem Schauspieler mit Spiegelwürfel-Kopf die Besucher zum Mittanzen animierten. Die Tänzer aus dem Publikum sahen nicht das Gesicht ihres Partners, sondern immer nur sich selbst als Spiegelung im Kopf der Tanz-Animateure. Die Aktion kam bei den Besuchern gut an, einige tanzten noch weiter, nachdem die Tänzer mit dem Spiegelwürfel schon weitergezogen waren. Der FFK-Vorsitzende, Landrat Oliver Quilling, lobte das besondere Engagement der Künstler, die es immer wieder verstehen mit besonderen Aktionen ihre Kunst unter die Menschen zu bringen.

Viele der Akteure stellen sich in ihren Selbstporträts – mehr oder weniger – entfremdet dar, andere verstecken sich hinter einer Maske, wie Rosemarie Weiß. Der ehemalige Stadtfotograf Alexander Jungmann ging den für ihn passenden Weg über ein fotografisches Selbstporträt, allerdings „ganz schön verwackelt“, wie eine unbedarfte Besucherin seine sphärische Umsetzung bezeichnete. Regina Häusler, sonst mehr als Kunstmalerin unterwegs, suchte ihr „Ich“ über die vielfältigen Wurzeln ihrer Familie. Ihre Arbeit gleicht einem originellen Stammbaum. Buchstäblich „aus dem Rahmen gefallen“ war das Selbstporträt mit blauem Hut und blauem Schal von Petra Korsten-Koch. Ihr Kunstwerk hatte auch schon innerhalb des FFK-Kreises für Diskussionen gesorgt.

Perfekte Überraschung

Ein Höhepunkt war die Ich-Box: Auf den ersten Blick eine Fotobox, doch statt einer spiegelnden Glasscheibe saß ein leibhaftiger Pantomime-Künstler drin. Dieser spiegelte alle Bewegungen der Box-Besucher und imitierte sogar noch Grimassen. Ziemlich überrascht waren die Box-Besucher, als der Pantomime eine Kamera-Attrappe aus Pappe zückte und ein Porträt schoss. Das Fenster wurde geschlossen und nach kurzer Wartezeit erhielt der Besucher ein schnell gezeichnetes Porträt. Da war die Überraschung perfekt. Alle Performances wurden vom Theatre Of Life aufgeführt, mit dabei waren Gudrun Schnitzer, Rolf und Anton Birkholz, Amanda Stützte, Marie Brüß und Linda Kunz.

Die Jahresausstellung ist bis Freitag, 26. April, im Waldschwimmbad in der Alicestraße zu sehen.

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