Üble Erfahrungen

Leidensgeschichte: Jörg Oster fühlt sich von Mitarbeitern der Viabus abgebügelt

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Gerade erst waren die Probleme des Gravenbruchers Jörg Oster mit den Fahrern des Unternehmen Viabus eskaliert: Nach einer halbherzigen Ausstiegshilfe stürzte er auf den harten Asphalt einer Haltestelle und musste verletzt ins Krankenhaus eingeliefert werden. Nun machte der behinderte Mann erneut üble Erfahrungen. Eine Sache jedoch lässt ihn hoffen.

Jörg Oster ist verzweifelt: Gut eine Woche nachdem er, mutmaßlich durch eine unsachgemäße Ausstiegshilfe eines Busfahrers der Linie X19, aus seinem Rollstuhl gestürzt war und sich beim Aufprall auf den Asphalt verletzt hatte, ist der Gravenbrucher wieder mit Fahrern des Busbetreibers Viabus aneinandergeraten. Diesmal trug sich der Vorfall am Mittwochmittag auf der Linie OF-50 zu,

Schon auf der Fahrt von Frankfurt nach Gravenbruch habe die Busfahrerin nach Schilderungen Osters ohne ersichtlichen Grund losgeschrien. „Ich mache nur Probleme. Sie rief ihren Chef an und meldete ihm, dass der Rollstuhlfahrer wieder unterwegs sei“, berichtet Oster, der sich seit langem in den Augen des Betreibers Viabus als „behinderter Querulant“ abgestempelt sieht. „Außerdem machte sie geltend, dass ich ja laufen könne“, sagte Oster und fügt hinzu: „Wie weit und unter welchen Schmerzen, weiß sie ja nicht.“

An der Haltestelle Dreiherrnsteinplatz in Gravenbruch lief die Situation dann aus dem Ruder. Die Fahrerin habe den Niederflurbus nicht abgesenkt – ein Problem, das Oster als typisch für seine Erfahrungen mit dem Busunternehmen bezeichnet – und sich dann geweigert, ihm beim Ausstieg über die ausgeklappte Rampe zu helfen.

Erst, nachdem eine vom Einkauf kommende junge Gravenbrucherin mit ihrem Fahrrad an der Haltestelle vorbeifuhr, änderte sich die Lage. „Ich sah, wie die Busfahrerin jemanden anschrie“, schildert Sabrina Cel in der Gravenbrucher Facebook-Gruppe das Erlebnis. „Ich dachte erst, die Dame ist Fahrgast und schreit ihr Kind an, dann sah ich Herrn Oster“, fährt sie fort. „Ich fuhr zum Bus und fragte, ob er Hilfe braucht, was er bejahte. Im dem Moment hat die Busfahrerin ihm dann geholfen.“

Schließlich habe sie ihn angemeckert und gesagt, „dass sie ihn das nächste Mal nicht mitnimmt!“. Ihre Schilderungen bestätigt auch ein Videoclip, den Jörg Oster von der Situation an der Haltestelle drehte. Zu sehen und zu hören ist eine sichtlich überforderte Fahrerin, die wiederholt und lautstark darauf hinweist, dass sie Verspätung habe.

Auf eine Bitte dieser Zeitung um Stellungnahme zu dem Vorfall reagierte Viabus gestern nicht. Auch eine Anfrage wegen des vorangegangenen Unfalls Osters beim Busausstieg war ohne Reaktion geblieben.

Trotz des neuerlichen Nackenschlags und geschätzten 300 ohne Erfolg gebliebenen Beschwerde-E-Mails über die Jahre übt sich Jörg Oster in Zuversicht; „Immer mehr Fahrgäste ergreifen Partei für mich“, freut er sich. So werde es für den Busbetreiber schwerer, „mich als Einzelfall und Querulanten abzubügeln.“

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