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Das Fördergebiet führt vom Alten Ort mit der evangelisch-reformierten Marktplatzkirche durch die Innenstadt bis zum künftigen Stadtquartier Süd.

Integriertes Stadtentwicklungskonzept

Das ist der Leitfaden für den Stadtumbau in Neu-Isenburg

Es soll der Leitfaden für den ehrgeizigen Stadtumbau werden. Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept wird Projekte auf fünf verschiedenen Handlungsfeldern umfassen, welche die Richtung für die nächsten Jahre vorgeben. Eine Sammlung der Ideen für das Fördergebiet „Vom Alten Ort zur Neuen Welt“ stellte nun die NH Projektstadt vor.

Damit die Neu-Isenburger ein wenig mehr Zeit haben, die ganzen Vorschläge für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) zu bündeln, hat das zuständige Ministerium einer Verlängerung der Abgabefrist für das Papier bis zum Jahresende zugestimmt. Am Dienstag, 27. November, tagt abermals die lokale Lenkungsgruppe. Ende März soll dann die Entscheidung über das ISEK in der Stadtverordnetenversammlung fallen.

Ulrich Eckerth-Beege fasste die wichtigsten Ideen für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) zusammen.

Bis dahin ist noch einiges zu tun. Ulrich Eckerth-Beege von der ProjektStadt der Nassauischen Heimstätte (NH) hat die vorläufigen Ergebnisse vorgestellt, die im umfangreichen Beteiligungsprozess der Bevölkerung zusammengekommen sind. So gab es neben der Lenkungs- und Projektgruppe auch AGs zum Alten Ort, zur Innenstadt und zur „Neuen Welt“. Hinzu kamen Bürgerinfoveranstaltungen und ein Stadtrundgang. Auf Basis der Vorschläge muss nun das ISEK entstehen.

Untersuchung für Alten Ort

Eckerth-Beege geht auf die fünf Handlungsfelder „Verkehr und Mobilität“, „Städtebau und Wohnen“, „Soziale Infrastruktur“, „Lokale Ökonomien, Gastronomie und Einzelhandel“ sowie „Klimaschutz und Klimaanpassung“ ein. Am umfangreichsten sind die Ideen zu Verkehr und Mobilität. Ganz oben steht ein räumliches Verkehrskonzept mit Wegebeziehungen zwischen Altem Ort, Frankfurter- und Bahnhofstraße sowie zum Isenburg-Zentrum (IZ). Weitere Punkte sind das Zusammenspiel der verschiedenen Verkehrsarten, die Tramverlängerung, eine Untersuchung für den Alten Ort, ein Parkraumbewirtschaftungskonzept, der Ausbau der E-Mobilität und die Erweiterung des Fördergebiets um den Wilhelmsplatz.

„Es gab eine rege Beteiligung der AG zum Alten Ort“, berichtet Eckerth-Beege, was sich im Bereich Städtebau und Wohnen niederschlägt. Dort ist neben den Stichworten Hugenottenhalle und Stadtbibliothek auch eine Machbarkeitsstudie für die Gestaltung des Gebiets um den Marktplatz enthalten. Weitere Punkte sind der Wunsch nach Gestaltungsfibeln für Fassaden und den öffentlichen Raum, aber auch der Grundstückserwerb für bezahlbaren Wohnraum.

Mehr Grün und Blau

Im Handlungsfeld Soziale Infrastruktur, Kultur und Freizeit sollen unter anderem die Anpassung bestehender Freiflächen für Zielgruppen geprüft, der Bedarf an Räumen für Jugendliche untersucht sowie mehr Orte für Nachbarschaft und Begegnungen geschaffen werden. Zur Stärkung der Kultur, des Erbes und der Identität werden Infotafeln im Alten Ort vorgeschlagen.

Zur „Lokalen Ökonomie“ werden eine Analyse und ein Konzept für den Einzelhandel und die Gastronomie gefordert. Die Marketingmöglichkeiten für die Innenstadt sollen verbessert sowie die Nutzung des Marktplatzes und die Einrichtung eines Start-up-Zentrums untersucht werden. Zum Katalog gehören weiter ein Citymanager und die Verbesserung der Lauflage vom IZ zur Bahnhofstraße.

Beim Klimaschutz steht die Erstellung eines Grün- und Pflegekonzepts ganz oben – mit den Stichworten Biodiversität, Blühfolge, Nistmöglichkeiten, Insektenwiese, klimaangepasste Pflanzen sowie Begrünung der Frankfurter- und Bahnhofstraße. Angedacht sind unter anderem eine Grünraumfibel für nachhaltige Pflanzungen und die Begrünung von Fassaden und Dächern. Gewünscht wird zudem der Ausbau der blauen Infrastruktur in der Stadt mit Brunnen oder Wasserrinnen.

Mit einem Punkt stößt der NH-Mitarbeiter bei der Präsentation aber auf Unverständnis bei Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) und Erstem Stadtrat Stefan Schmitt (CDU). Bürger hätten geklagt, dass Bäume in der Stadt so zurückgeschnitten würden, dass sie keine Überlebenschance mehr hätten. Schmitt: „Das können aber keine städtischen Bäume sein.“

Holger Klemm

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