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So macht das Experimentieren Spaß

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Von: Leo Postl

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Spannend und spaßig zugleich: Al-Hasan Bilal hat sich statisch aufgeladen und zieht die Bändchen ?magisch? an.
Spannend und spaßig zugleich: Al-Hasan Bilal hat sich statisch aufgeladen und zieht die Bändchen ?magisch? an. © Leo F. Postl

Der Kreis Offenbach hat in die Modernisierung der naturwissenschaftlichen Räume an der Brüder-Grimm-Schule 376 000 Euro investiert. Schüler, Lehrer und der Landrat sind vom Ergebnis begeistert.

Unterricht soll Freude machen, um bei den Schülern eine möglichst große Akzeptanz und damit einen möglichst großen Lernerfolg zu erreichen. Dazu bedarf es eines motivierten Teams an Pädagogen, aber auch passender räumlicher Voraussetzungen. „Räume haben wir genug, doch deren Ausstattung ließ schon sehr zu wünschen übrig“, schilderte Rektorin Regina Barth die überstandene Situation an der Brüder-Grimm-Schule in Neu-Isenburg. Der Kreis Offenbach als Schulträger hat vergangenes Jahr 376 000 Euro in die Räume für den naturwissenschaftlichen Unterricht investiert.

Dabei wurden die drei Fachräume von Demonstrationsräumen mit ansteigender Bestuhlung zu Übungsräumen umgebaut. Gleichzeitig ist eine Medienversorgung über ein Deckensystem installiert worden. Die Schüler können so eigene Experimente und Versuche ausführen. Zusätzlich wurde auch die Beleuchtung in allen drei Fachräumen deutlich verbessert. Die Sammlungen für Biologie, Physik und Chemie wurden umfangreich ergänzt und erweitert.

In die Praxis umsetzen

Nun schaute Landrat Oliver Quilling (CDU), er ist auch Schuldezernent des Kreises Offenbach, vorbei, um sich über die Umsetzung der Modernisierung zu informieren. Im Biologie-Raum und im Fachraum für Physik-Experimente sowie im Chemielabor zeigten die Schüler, wie sie mit großer Freude ihren theoretischen Lehrstoff nun auch in der Praxis nachvollziehen können. „Das macht richtig Spaß, und mit Oguz Sakar als Chemie-Lehrer haben wir richtig Glück. Er macht das ganz toll“, sprach Michelle Gosenheimer auch für andere Schüler.

Im neu ausgestatteten Biologie-Raum sind es vor allem die neuen Mikroskope, die den Schülern den Blick in einen Kosmos eröffnen, den sie so vorher nicht kannten. Auch Oliver Quilling war beim Blick durchs Mikroskop erstaunt, wie farbenfroh, aber auch bizarr, Zuckerkristalle sein können. Aber auch in anderen kristallisierten Flüssigkeiten gibt es wahre Wunder zu entdecken. Für Biologie-Lehrerin Nadine Linke ist die neue Unterrichtsausstattung ein echter Segen.

Was hat das Experiment eines platzenden Luftballons im Vakuum mit Science-Fiction-Filmen zu tun? Diese Frage klärte der Versuch, den Florian Gutsche und Boris Burkez dem Gast aus dem Kreishaus zeigten. Der Luftballon platzt – und nichts war zu hören. „Und wie soll ich das jetzt mit Science-Fiction-Filmen in Verbindung bringen?“, wollte der Landrat wissen. „Dort wird doch immer herumgeballert, dass es nur so knallt, aber im luftleeren Raum setzen sich Schallwellen nicht fort – man dürfte also eigentlich nichts hören“, erklärte Florian Gutsche. Wie Physik-Lehrer Steffen Bergmann erläuterte, wird in manchen Filmen diese Erkenntnis bereits berücksichtigt. „Wenn es zischt und knallt, macht das zwar mehr her, aber es ist ein Widerspruch zur wissenschaftlichen Erkenntnis“, so Bergmann.

Haarsträubende Versuche

Nebenan zeigten Johann Sun, Al-Hasan Bilal und Marko Evanovic ein paar Experimente zur Elektrostatik, die durch Reibung erzeugt wird. „Das ist bei unserem Tag der offenen Tür immer sehr lustig, wenn sich Besucher für das Experiment zur Verfügung stellen und die Haare zu Berge stehen“, erzählte Boris Burkez. Interessant war auch das Experiment mit den elektromagnetischen Schwingungen, die in ihrer Wechselwirkung einen Propeller oder Kreisel in Bewegung halten. Auch dieser Raum wurde komplett neu gestaltet und mit Experimentierboxen ausgestattet. So können mit einem Griff in den Schrank alle benötigten Utensilien für einen bestimmten Versuch zur Verfügung gestellt werden.

„Das ist unser teuerster Raum“, erklärte Schulleiterin Regina Barth und führte die Gäste in das Chemielabor. Mehr als 120 000 Euro sind dort allein in die Umgestaltung und Lehrmittelausrüstung geflossen. Von Mediensäulen, die von der Decke zu jedem Experimentierplatz herabgelassen werden können, über den geschlossenen Experimentiertisch mit Abzug für Gase bis hin zum speziellen Waschbecken mit Vorrichtung zur Augenspülung reichen die Neuerungen.

„Wir sind dem Kreis sehr dankbar, dass er unsere Schule so aufgewertet hat“, betonte Regina Barth. Auch Oliver Quilling war beeindruckt vom Engagement der Pädagogen und der Begeisterung der Schüler. „Ich bin sicher, dass hier jeder Euro bestens investiert ist und die Bildungschancen der Schüler gerade an dieser traditionsreichen Schule viel besser geworden sind“, sagte der Landrat.

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