Cornelia Marburger, Mutter von drei Kindern

Sie machte Karriere trotz Familie

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In der Neu-Isenburger Stadtverwaltung kann von Unterrepräsentanz der Frauen keine Rede sein. Das liege an der guten Vereinbarkeit von Job und Familie, so Bürgermeister Herbert Hunkel. Dieser Meinung ist auch Cornelia Marburger, stellvertretende Leiterin des Ordnungsamts.

Cornelia Marburger ist als stellvertretende Leiterin des Neu-Isenburger Ordnungsamts eine von vielen Frauen, die in der Stadtverwaltung Karriere gemacht haben und dabei Familie und Beruf gut miteinander vereinbaren können. Seit dem vergangenen Jahr ist die 35 Jahre alte Mitarbeiterin der Stadt in der Leitungsfunktion. In ihrem beruflichen Alltag bestimmen öffentliche Ordnung und Sicherheit die Arbeitsstunden.

„Natürlich sind wir viel im Büro, aber die Genehmigungen für Gaststätten sowie die Lösungen für den Straßenverkehr für die Großbaustelle Birkengewann oder das Festival ,Open Doors’ verlangen etliche Außentermine, auch schon mal in den Abendstunden“, erklärt die berufstätige Mutter von drei Kindern.

Natürlich verlange es innerhalb der Familie gute Absprachen über die Organisation des Familienlebens. Aber Cornelia Marburger war nach einem Jahr Elternzeit sofort wieder im Dienst, und mit einer 35-Stunden-Woche hatte sie eine nur leicht reduzierte Stundenzahl. „Gerade als die Kinder noch sehr klein waren, waren sie auch öfters mal krank“, so Marburger. „Da wurde mir von meinen Vorgesetzten und auch von Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) sowie von Stadtrat Stefan Schmitt (CDU) viel Verständnis entgegen gebracht, und wir konnten recht flexibel reagieren.“ Das sei heute nicht mehr so schwierig. Überhaupt werde die Vereinbarkeit von Familie und Beruf leichter, wenn die Kinder größer werden, findet Marburger.

Die 35-Jährige war nach ihrer Ausbildung in der thüringischen Partnerstadt Weida 2002 zur Stadtverwaltung Neu-Isenburg gekommen. „Wir haben über die Verbindung als Partnerstadt von der offenen Stelle erfahren. Da habe ich die Gelegenheit beim Schopf gepackt und mich beworben. Das hat ja auch gut geklappt.“

Insgesamt sind die Chancen für Frauen im Neu-Isenburger Rathaus gut, sagt Frauenbeauftragte Gabriele Loepthien, die den neuen Frauenförder- und Gleichstellungsplan für die Stadtverwaltung vorlegte. „Ich habe mich selbst fast abgeschafft“, scherzt sie.

Seit Loepthien 1990 als Frauenbeauftragte bei der Stadtverwaltung angefangen hat, hat sich doch einiges verändert. Schon lange sind Frauen nicht mehr unterrepräsentiert: Insgesamt sind 423 Personen bei der Stadtverwaltung Neu-Isenburg beschäftigt, davon sind 317 Frauen, also 74,9 Prozent. Frauen sind nur noch im höheren und gehobenen Dienst innerhalb der Gruppe der Beamten sowie in zwei Entgeltgruppen innerhalb der Gruppe der Beschäftigten unterrepräsentiert. Allerdings sind von 21 Führungspositionen in den Fachbereichen 15 Stellen mit Frauen besetzt, und bei den stellvertretenden Leitern sind es 14 von 18. Bei den Auszubildenden in der Verwaltung liegt die Frauenquote derzeit sogar bei 100 Prozent. „Es bewerben sich auch fast nur Frauen“, berichtet Bürgermeister Herbert Hunkel. „Die Stellen in der Verwaltung sind gerade auch wegen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf beliebt. Wir können oftmals auch sehr individuelle Lösungen für unsere Mitarbeiter finden.“

Der neue Frauenförder- und Gleichstellungsplan gilt für die nächsten sechs Jahre. Ein Verbesserungsziel sei es, betonte Gabriele Loepthien, dass junge Väter mehr als zwei Monate Elternzeit nehmen.

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