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Hilfe zur Selbsthilfe

Malteser und städtisches Integrationsbüro leisten Hilfe bei der Wohnungssuche

„Fit für die eigene Wohnung“ lautet der Titel eines Kurses des Malteser Hilfsdienstes in Kooperation mit dem städtischen Integrationsbüro, der sich speziell an Flüchtlinge und Migranten richtet. Dadurch sollen sich ihre Chancen verbessern, eine Wohnung zu finden. Mit den Ergebnissen sind die Organisatorinnen zufrieden.

Der Malteser Hilfsdienst und das städtische Integrationsbüro bieten unter dem Titel „Fit für die eigene Wohnung“ einen Kurs für Flüchtlinge und Migranten an, deren Chancen bei der Wohnungssuche sich dadurch verbessern sollen. „Wir können natürlich nichts gegen die Wohnungsnot tun“, räumt Stefanie Müller vom Integrationsbüro ein. Ziel sei es vielmehr, Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund zu befähigen, sich auf dem Wohnungsmarkt besser zurechtzufinden.

Hilfe zur Selbsthilfe

„Wir wollen Hilfe zur Selbsthilfe leisten“, erklärt Karin Reinhardt, die bei den Maltesern für die Koordination der ehrenamtlichen Integrationsdienste zuständig ist. Einige, die erst kurze Zeit in Deutschland leben, haben noch nie einen Vertrag abgeschlossen und können demnach mit Abkürzungen wie ZKB (Zimmer, Küche, Bad) oder ZBB (Zimmer, Bad, Balkon) nichts anfangen. Und etliche können sich nicht vorstellen, in der noch fremden Sprache telefonisch auf das Angebot eines potenziellen Vermieters zu reagieren.

In Neu-Isenburg haben elf Teilnehmer den fünfteiligen Kurs absolviert, der gestern Abend mit einem kleinen Test und der Übergabe der Zertifikate im Jugendbüro abgeschlossen wurde. Auch diese Bescheinigung kann bei der Suche nach Wohnraum nützlich sein. Möglich wurde das Angebot nur durch ehrenamtliches Engagement von Freiwilligen.

Auf dem Stundenplan der vergangenen fünf Abende standen Themen wie Mietrecht, Hausordnung, Mülltrennung, Besichtigungstermine oder die Aufgabenbereiche eines Hausmeisters. Die Teilnehmer des Kurses, der komplett in deutscher Sprache gehalten wurde, erfuhren mehr über ihre Rechte und Pflichten als Mieter. In Rollenspielen wurden Telefongespräche mit Vermietern und Maklern geübt. Hinzu kamen praktische Übungen – beispielsweise zur Nutzung des Gelben Sacks.

Appell an Vermieter

Karin Reinhardt zeigte sich angesichts der guten Ergebnisse des Kurses selbst überrascht. Sie verwies auf die vielen Telefongespräche, welche die Teilnehmer schon sehr gut geführt hätten: „Das wäre zu Beginn des Kurses nicht denkbar gewesen.“ Sie hofft nun, dass die Geflüchteten auf dem Wohnungsmarkt bessere Chancen haben, wenn sie nachweisen können, sich intensiv mit diesen Themen beschäftigt zu haben.

Damit verbindet Reinhardt einen Appell an Vermieter, Wohnungen auch an Flüchtlinge zu vergeben. „Sie sind sauber und ordentlich“, versichert sie. Sollten diese noch keinen Job haben, sei die Miete durch die Sozialämter gesichert. Die Teilnahme an dem ersten Kurs dieser Art in Neu-Isenburg war freiwillig. Angeschrieben wurden die Flüchtlingsunterkünfte in der Stadt. Mit der Resonanz zeigen sich die Organisatorinnen zufrieden.

Nach den positiven Resultaten kann sich das Integrationsbüro eine Ausweitung des Angebots in Neu-Isenburg vorstellen. Auch die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewobau könnte mit einbezogen werden. Dass auch Vermieter das Angebot schätzen, zeigt ein Vorschlag an die Malteser. Diese sollten doch auch Wohnungssuchende einbeziehen, die aus dem „Hotel Mama“ ausziehen wollen.

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