Die Kinder bedienen ich freudig aus der Schatzkiste, die Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey mitgebracht hat.
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Die Kinder bedienen ich freudig aus der Schatzkiste, die Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey mitgebracht hat.

Integration

Ministerin Franziska Giffey besucht das Familienzentrum in Neu-Isenburg

  • vonLeo Postl
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Sie bastelte mit den Kleinen und unterhielt sich später mit den Müttern: Familienministerin Franziska Giffey war zu Besuch im Familienzentrum. Denn dort unterstützen Elternbegleiter zugewanderte Familien.

„Ist das die Tante, die uns heute besuchen will?“, fragte die kleine Amira, als sich die Tür zur Bastelwerkstatt öffnete und eine Dame im roten Kostüm, gefolgt von einem Tross aus Medienvertretern den Raum betrat. „Hallo, Ihr Lieben, wie geht es Euch?“, lautete die Begrüßung der Besucherin. Dass dies die Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey (SPD) selbst war, wurde von den Kindern, die am Basteltisch saßen, als bedeutungslos eingeschätzt. „Darf ich ein wenig mit Euch basteln?“, so die Ministerin. „Aber nur, wenn Du mir hilfst“, setzte Floreana eine Bedingung und reichte Dr. Franziska Giffey schon mal Schere und Papier. Schnell entwickelte sich ein familiäres Miteinander und es wurde eine fröhliche Bastelrunde.

Hoher Besuch aus dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hatte sich im Familienzentrum angekündigt. Dr. Franziska Giffey, die Ministerin höchstpersönlich, wollte das von der Bundesregierung geförderte und am Familienzentrum Kurt-Schumacher-Straße in Neu-Isenburg vorbildlich umgesetzte Programm „Elternchance“ besuchen und ihre persönlichen Eindrücke gewinnen. Dieses Bundesmodellprogramm fördert den Auf- und Ausbau von Netzwerk- und Kooperationsstrukturen von Elternbegleitung und Partnern der Kinder,- Jugend- und Familienhilfe sowie aus dem Bereich der Flüchtlingsarbeit und Integration. Gerade die Aspekte Flüchtlingsarbeit und Integration waren für die Ministerin ein besonderer Grund die Hugenottenstadt zu besuchen – schließlich gab es hier eine Erstaufnahmeeinrichtung.

Tipps geben

Nach der Bastelaktion mit den Kindern, hier überreichte die Bundesfamilienministerin noch eine Schatztruhe mit vielen kleinen Spiel-Utensilien sowie ein XXL-Spielhaus, traf sich Dr. Franziska Giffey mit den Müttern am runden Tisch des Elterncafés. Alle haben einen Migrationshintergrund in ihrer Familie, doch sie fühlen sich in Neu-Isenburg sehr gut aufgenommen. Während die Eltern sich bei Kaffee oder Tee treffen, um Alltagsprobleme auszutauschen, sich gegenseitig Tipps geben oder sogar helfen ein Formular auszufüllen, werden die Kinder beim Basteln betreut. Hier wollte Giffey die Herkunft und die derzeitige Familienkonstellation wissen.

„Wieso sind denn keine Männer in dieser Elternaktion, haben die Angst?“, fragte die Ministerin. „Ja, einmal war einer da und wir waren 20 Frauen, da wusste er wohl nicht wohin er schauen sollte und er kam nie wieder“, berichtete eine Mutter etwas scherzhaft. Selbstverständlich würden auch Männer gerne aufgenommen – auch wenn sie nicht stricken könnten, so der Tenor der Mütter.

Unterstützung gefordert

In ihren Schilderungen der praktischen Arbeit im Netzwerk Elternchance zeigten sich alle recht zufrieden, wenngleich es noch Optimierungsmöglichkeiten gäbe. „Ich würde lieber arbeiten und mein eigenes Geld verdienen, als auf Unterstützung angewiesen zu sein. Doch die Kinderbetreuung ist so teuer“, wurde mehrfach geäußert. Hier verwies die Bundesfamilienministerin auf ihre neue Gesetzesvorlage das „Gute-Kita-Gesetz“, das sie mit Nachdruck umzusetzen versucht. Ferner gibt es Pläne der Bundesregierung, 5,5 Milliarden Euro in die Kinderförderung zu investieren. Hier setzte sich gleich Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel ein und forderte, dieses Geld mehr den Kommunen zukommen zu lassen. „Wir hier in Neu-Isenburg sind schon gut aufgestellt und tun mehr als es uns das Gesetz vorschreibt, aber wir könnten noch besser sein, wenn wir mehr Unterstützung seitens des Bundes hätten“, so das Stadtoberhaupt. Die Familienministerin sicherte zu, diese Bitte mit nach Berlin zu nehmen.

In Kenntnis, dass die Ministerin die Ausstellung „100 Jahre Frauenrechte“ im benachbarten Frankfurt eröffnen will, verwies Hunkel auf den ersten Streik von Frauen in Deutschland. „Das war hier in Neu-Isenburg, als die Wäscherinnen mehrere Wochen für eine bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen gestreikt haben“, meinte Hunkel zur sichtlich überraschten Ministerin. Das Stadtoberhaupt hob auch die besondere Flüchtlingsarbeit hervor. „Der hugenottische Geist ist bei uns immer noch präsent und wird im täglichen Umgang miteinander praktiziert – hier gibt es nur Isenburger“, betonte Hunkel.

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