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Noch befindet sich die Modelleisenbahnanlage der Kinder und Jugendlichen im alten Stellwerk am Kreisel in der Carl-Ulrich-Straße im Aufbau. Felix Brune (vorne) steuert schon mal die „Plätzchentransport-Bahn“.

Projekt

Modelleisenbahner freuen sich über Nachwuchs, der an einer eigenen Anlage baut

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Einst hatte eine Jugendgruppe beim Neu-Isenburger Modelleisenbahn-Club mit dem Aufbau einer Modellbahnanlage begonnen, sich dann aber wieder aufgelöst. Nun haben sich neue Jugendliche gefunden, die diese Arbeit vollenden wollen.

Die beiden Eisenbahnwaggons inmitten des Kreisels an der Carl-Ulrich-Straße sind hell erleuchtet. Ein kleiner Weihnachtsbaum erstrahlt im Lichterglanz. Die äußeren Bedingungen sind perfekt für die Weihnachtsfeier des Modelleisenbahn-Clubs (MECI), so wie es sich Vorsitzender Peter Ploch gewünscht hat. Erleuchtet sind auch die Fenster des alten Stellwerks, hinter dessen Scheiben sich stetig Menschensilhouetten bewegen.

„Das ist ein schönes Geschenk, dass sich da wieder was tut“, strahlt Ploch. Denn im Stellwerk ist Leben eingekehrt. Wo einst die kleine Jugendgruppe mit dem Bau einer Modellbahnanlage begonnen und sich wieder aufgelöst hatte, wird nun weitergebaut. Es läuft sogar wieder eine Bahn. Felix Brune hält das Steuergerät, lässt den kleinen Güterzug über die Weiche fahren und ein Weihnachtsplätzchen zu Jonas transportieren. „Ich will auch eins“, fordert eine andere Stimme aus dem Hintergrund eine weitere Lieferung per Güterzug.

Digitale Steuerung

Seit ein paar Wochen kommt Felix immer montags in das Stellwerk-Häuschen, um mit Roland Arth das einst von anderen Jugendlichen begonnene Werk fortzusetzen. Es werden neue Gleise verlegt, die Landschaft aufgebaut und die Steuerung der Züge ins Programm integriert. „Wir machen das jetzt erst mal auf konventionelle Weise, später wollen wir auch hier die digitale Steuerung installieren“, erklärt Arth, der sich der Jugend angenommen hat. „Bis jetzt kommen nur zwei regelmäßig, aber heute haben weitere Interesse gezeigt“, freut sich der Jugendbetreuer.

„Ich komme bestimmt!“, sichert Jonas zu, sein Freund Clemens ist auch vom Modelleisenbahn-Fieber infiziert. Felix Brune hat zu Hause eine kleine „Baby-Bahn“, wie er das Einsteigermodell von Märklin bezeichnet, und will sich im Stellwerk nun beim Aufbau einer „richtigen“ Modellbahnanlage einbringen: „Hier steht noch wenig, da kann man seine eigenen Vorstellungen verwirklichen.“

Blick in die Zukunft

Jonas hat im Dachgeschoss zwar schon eine größere Anlage von seinem Opa stehen, doch es fehlt ihm an genauen Kenntnissen. „Und allein mit der Bahn zu spielen, wird mit der Zeit langweilig.“ Aber auch für die Erwachsenen gibt es gute Gründe für den Besuch des MECI-Weihnachtsmarkts. Beim Flohmarkt findet so mancher Modelleisenbahner noch ein fehlendes Schätzchen, und im Salonwagen fühlen sich die Gäste in frühere Zeiten versetzt. „Man muss sich den Glühwein und die Würstchen zwar selbst holen, aber dafür wackelt nichts“, meint Renate Mötz. Sie ist mit ihrem Mann Dieter, Sohn Timo und Enkel Linus aus Heusenstamm gekommen.

So mancher denkt schon an die Zukunft, wenn die Züge der Regionaltangente West vielleicht an den MECI-Wagen vorbeirollen werden. „Ob das gut für uns wird, muss man abwarten, aber ich sehe alles positiv“, meint Ploch und startet schon mal probeweise mit der Durchsage: „In Kürze fährt der Zug in Richtung Flughafen ab.“

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