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Ortsbegehung rund um die geplante RTW-Trasse: Das rot-weiße Flatterband mit einer Länge von 100 Metern sollte die Länge eines RTW-Zugs markieren.

Naturschützer

Nabu plädiert für eingleisige Trasse

Heinz Kapp, Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe Neu-Isenburg, plädiert dafür, die „Stadt im Grünen“ zu verteidigen. Dazu könne die Verlagerung des Verkehrs von Privatauto auf Bahn beitragen.

Der Naturschutzbund (Nabu) hat an der Informationsveranstaltung und Begehung über den möglichen Streckenverlauf der Regionaltangente West (RTW) teilgenommen und sich mit den Argumenten auseinander gesetzt. „In die Zukunft gesehen ist die RTW-Planung für Neu-Isenburg ein Glücksfall“, sagt Heinz Kapp, Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe Neu-Isenburg. „Dem individuellen Autoverkehr kann in Zukunft keine größere Rolle eingeräumt werden als bisher. Auch nicht, wenn er zunehmend elektrisch oder mit Wasserstoffbrennstoffzellen oder Gas abgewickelt wird.“ Die Verdichtung des Rhein-Main-Raums könne man kaum abwehren, deshalb müssten andere, insbesondere öffentliche Verkehrsangebote und Radverkehr dies auffangen, so Kapp.

„Die Anrainer der Friedhofstraße haben also realistisch betrachtet kaum die Möglichkeit, mehr Verkehr abzuwenden, sondern nur die Chance, sich für das geringere Übel einzusetzen“, sagt Heinz Kapp. Somit sei ihre Position „unverständlich“ und ihr Auftritt mit dem Protest gegen die RTW-Verlängerung aus Sicht des Nabu falsch, führt Kapp weiter aus.

Auf die Aktion mit dem 100-Meter-Flatterband, welches die Länge eines dort haltenden RTW-Zuges verdeutlichen sollte, reagierte Kapp mit den Worten: „Nicht bedacht wurde dabei, dass die gleiche Menge Menschen – in Autos transportiert – eine Strecke von drei Kilometern wäre.“

Zudem verweist er darauf, dass sich der Rückstau der Fahrzeuge auf den Straße nicht nach kurzem Halt auflösen würde. „Ein S-Bahn Triebzug mit einer Länge von 67 Metern bietet 180 Sitz- und 352 Stehplätze, also insgesamt 532 Personen Platz. Diese Menschenmenge in Autos, bei durchschnittlich 1,5 Personen pro Auto entspricht rund 355 Autos und somit bei 4,5 Metern je Autolänge und einem Meter Abstand wären dies 1,95 Kilometer“, rechnet Kapp vor.

„Wir bitten die Bürgerinitiative sich mit uns gemeinsam dafür einzusetzen, dass die RTW-Trasse möglichst eingleisig auf einem geräuschdämpfenden Rasengleis geführt wird, dass Neu-Isenburg am Ortsausgang kein großes P+R-Parkhaus bekommt das Autofahrer der umliegenden Nachbargemeinden bedient, uns Isenburgern aber die Restnatur nimmt“, fordert Kapp.

Ferner verweist der Vorsitzende der Nabu-Ortsgruppe Neu-Isenburg darauf, dass die Bäume auf der Friedhofstraße auf Leitungen im Boden stünden, die in dieser Größe gar nicht sein dürften. „Diese Bäume müssen entnommen und wenn möglich umgesetzt werden“, fordert Kapp und verweist auf den Austausch von Platanen zwischen Friedensallee und Bahnhofstraße-West, an das sich ältere Isenburger sicherlich noch erinnern. „Das ging damals auch! Gärtner müssen abschätzen, was geht“, so Kapp. „Alle Neu-Isenburger sind aufgefordert sich mit uns dafür einzusetzen, dass unsere Stadt nicht autogerechter, nicht betoniert, asphaltiert, nicht grauer, nicht heißer, nicht trockener wird“, appelliert Kapp an ein gemeinsames Vorgehen, um die „Stadt im Grünen“ zu verteidigen.

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