Ortsgerichtsvorsteher

Im Namen der Gerechtigkeit

  • vonLeo Postl
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Amtsgerichtspräsident Stefan Mohr kam nach Neu-Isenburg, um Berthold Depper und Stefan Niedfeld für weitere zehn Jahre zu Ehrenbeamten am Ortsgericht zu ernennen. Sie stünden für gute Arbeit und Kontinuität.

Wenn ein Amtsgerichtspräsident „auf’s Land“ kommt, dann stehen bedeutsame Dinge an. Jüngst weilte der Präsident des Amtsgerichts Offenbach, Stefan Mohr, im Neu-Isenburger Rathaus, um dem langjährigen Schöffen und Ortsgerichtsvorsteher der Hugenottenstadt, Berthold Depper, die Ernennungsurkunde zum Ehrenbeamten für weitere zehn Jahre zu überreichen.

„Ich komme gerne nach Neu-Isenburg, hier wird gute Arbeit geleistet, und es gilt diese mit der Ernennung von zwei Ortsgerichtsschöffen fortzuführen“, so Mohr. Für den Zeppelinheimer Stefan Niedfeld, der ebenfalls schon zehn Jahre Schöffe am Ortsgericht war, ist es die zweite Ernennung. Stefan Mohr dankte beiden Schöffen für ihr ehrenamtliches Engagement. „Gerade die Kontinuität, die hier bei Stefan Nietfeld und erst recht bei Berthold Depper vorliegt, gewährleistet die gute Arbeit am Ortsgericht Neu-Isenburg“, lobte Mohr.

Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) hob die Bedeutung der Ortsgerichte in Hessen – dem einzigen Bundesland, in dem es solche noch gibt – hervor und würdigte die vertrauensvolle Arbeit des Ortsgerichtsvorstehers, aber auch seiner Schöffen. „Wir sind froh, dass bereits auf der Ebene unseres Ortsgerichts viele Streitigkeiten im gegenseitigen Einvernehmen geklärt werden können, das schafft Vertrauen für beide Seiten“, so Hunkel. Das Stadtparlament hatte vorher für die weitere Ernennung beider Schöffen gestimmt.

Neben den außergerichtlichen Einigungen sind es viele Grundstücksangelegenheiten, die vom Ortsgericht behandelt werden. Hinzu kommen Beglaubigungen, die den größten Teil der Arbeit ausmachen. „Allein in meiner Zeit wurden 47 000 solcher Beglaubigungen vorgenommen“, berichtete Berthold Depper. Hinzu kämen rund 800 Grundstückbewertungen, so dass die Karte von Neu-Isenburg in seinem Büro ein schöner Blütenteppich sei. „Alle bewerteten Grundstücke werden mit einer gelben Nadel markiert.“

Der Ortsgerichtsvorsteher wies darauf hin, dass gerade im vergangenen und in diesem Jahr ein Zerfall der Familien zu bemerken sei. „Da ist der Gestorbene noch nicht begraben, schon stehen die Ersten vor der Tür und erklären den Erbschaftsverzicht“, so Depper. So müsse sich das Ortsgericht auch vermehrt mit der Nachlassverwaltung beschäftigen, was oft recht aufwendig sei. Besonders hob Depper das gute Verhältnis der Schöffen untereinander hervor. „Da hört man von anderen Städten wahre Schauergeschichten, besonders wenn politische Ränkespiele aufeinander treffen.“

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