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Ornithologischer Rundgang mit Fernglas: Heinz Kapp (Mitte) vom Naturschutzbund führte die interessierte Gruppe rund um den Gehspitzweiher.

Nabu

In der Natur gibt es eine Menge zu sehen

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Bei einem vom Nabu organisierten Spaziergang zum Gehspitzweiher konnten die Teilnehmer seltene Vögel bestaunen. Bei der nächsten Tour stehen eher die Pflanzen im Mittelpunkt.

Nicht nur die Vögel zwitschern allerorten, auch der Mensch spürt es: Es liegt Frühling in der Luft. Wer mit offenen Augen und Ohren durch die Natur geht, der erlebt das Frühlingsgefühl noch intensiver. Die Ortsgruppe des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) und die Stadt Neu-Isenburg laden deshalb zu verschiedenen Veranstaltungen ein.

Nun nahm Heinz Kapp, Vorsitzender des Nabu Neu-Isenburg, eine Gruppe naturkundlich interessierter Menschen mit auf einen Spaziergang rund um das Naturschutzgebiet Gehspitzweiher. Vom Treffpunkt an der Westseite des Bahnhofs ging es in den Wald. Die Spaziergänger konnten hören, woher die Spechtschneise ihren Namen hat. Das „drrrrr“, wenn ein Specht am Stamm hämmert, um die Rinde abgestorbener Bäume zu entfernen, klang immer wieder durch den sonnigen Frühlingswald. „Dahinter befindet sich die Leibspeise des Buntspechtes, die Maden und Eier verschiedener Altholzbewohner“, erklärte Kapp.

Dann wurden die Ferngläser gezückt, denn über dem Gehspitzweiher führten vier Kolkraben ihr Balzspiel vor, und im Geäst wurden eine Mönchsgrasmücke, ein Trauerschnäpper und viele Zilpzalpe entdeckt. „Was war denn das?“, fragten sich die Spaziergänger, als sie einen lauten Pfeifton hörten. „Das hört sich an wie eine Pfeifente, das wäre eine tolle Überraschung“, meinte Heinz Kapp. Und dann wurde sie tatsächlich im seichten Wasser entdeckt. Weitere besondere akustische und optische Entdeckungen waren Misteldrossel, Singdrossel und ein Sommergoldhähnchen.

Wer die Lochmuster in die jungen Stämme der Hainbuchen gemacht hat, das konnte nicht geklärt werden. „Es sieht aus, als ob ein Specht einmal rundherum gelaufen wäre und mit seinem harten Schnabel in das weiche Holz gepickt hätte – aber gesehen habe ich es noch nicht“, erklärte Kapp. Interessant war für die Teilnehmer auch zu sehen, wie sich die Natur der von der Holzernte zurückgelassenen Reste bemächtigt. Zuerst kommen die Pilze und beginnen mit dem Zersetzungsprozess, im weichen Holz finden dann Käfer, Maden und andere Kleintiere ihr Refugium. Nach weiteren schönen Naturerlebnissen kehrten alle zufrieden wieder zurück.

Am Sonntag, 15. April, gibt es einen weiteren Naturspaziergang, dann stehen besonders Frühblüher im Fokus der von der städtischen Biologin Hildegard Dombrowe geführten Tour. Aber es wird bei diesem Spaziergang sicher auch wieder genügend gefiederte Freunde zu bestaunen geben. Wer eines hat, sollte sein Fernglas mitbringen. Treffpunkt ist um 10 Uhr an der Endhaltestelle der Linie 17.

Am Samstag, 5. Mai, wird die Naturoase begutachtet, die auf einem einst verwilderten Grundstück der Stadtwerke an der Ecke Hermann- und Dornhofstraße vom Nabu im Herbst angelegt wurde. Am Samstag, 12. Mai, ist der Nabu mit einem Informationsstand beim Tag der offenen Tür des Dienstleistungsbetriebs in der Offenbacher Straße 174 vertreten.

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