Früjahrsputz

Sie nehmen den Müll in die Zange

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Mit Säcken und Zangen bestückt haben sich am Wochenende viele Isenburger zum Frühjahrsputz aufgemacht. Ihr Ziel: Müll und Unrat im Wald aufsammeln.

Rund 170 Neu-Isenburger hatten sich am Samstagvormittag den Wecker gestellt, den kühlen Temperaturen getrotzt und sich mit Müllzange und Handschuhen motiviert an die Arbeit gemacht. Der Dienstleistungsbetrieb (DLB) Neu-Isenburg hatte zum großen Frühjahrsputz eingeladen. Für Nicole Frölich war das keine große Sache, sie hatte sich von der Rathenaustraße aus in den Wald aufgemacht, um Waldwege und Unterholz von Papierfetzen, Flaschen und anderen Unrat zu befreien, den weniger umsichtige Bürger achtlos im Wald entsorgt hatten.

Frölich gehört zu einer Gruppe von insgesamt 30 Geocachern, die sich an dieser Aktion beteiligten: „Wir sind ja sowieso im Wald unterwegs, und anstatt geographischen Koordinaten folgen wir jetzt eben den Spuren des Mülls“, sagte die junge Frau lächelnd.

Nur rund 50 Meter Luftlinie entfernt sammeln zehn junge Männer den Müll vom Straßen- und Waldrand. Sie sind Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung in der Rathenaustraße. „Uns haben Leute vom Büro von der Aktion erzählt. Wir sind gerne dabei“, sagte ein junger Afghane. In Afghanistan gebe es auch solche Aktionstage, die Jungs kennen das ehrenamtliche Engagement aus der Heimat. „Allerdings ist es doch nicht so ganz vergleichbar – wir haben dort nicht so ordentliche Müllsäcke und Zangen bekommen. Dort ist es auch viel mehr Müll, so dass es gar nicht zu schaffen ist, alles einzusammeln. Hier können wir wirklich richtig saubermachen, so dass danach alles schön ist“, freute sich der junge Mann, der seit acht Wochen in dem Isenburger Camp lebt.

Im Bansapark hatte das Technische Hilfswerk (THW) eine besondere Aktion gestartet. Insgesamt 29 THW-Mitglieder, viele darunter zwischen sechs und zehn Jahren von der Mini-Gruppe des Vereins, widmeten sich dem See im Bansapark. Statt Müllzange und Müllsack hatten sie ihr großes Schlauchboot als Arbeitswerkzeug mitgebracht. „Im vergangenen Jahr wurde hier eine teure Sauerstoff-Pumpe eingebaut, damit das Wasser nicht veralgt und schön frisch bleibt“, erläuterte Manuela Desch vom THW.

Ein alter Baum war in den See gekippt und drohte, das ökologische Gleichgewicht wegen zu viel Holz im Wasser zu zerstören. Die Helfer zersägten den Baum und zogen ihn dann aus dem Wasser. Zur selben Zeit konnten die jüngsten Helfer das Schilf einkürzen und Müll im Park sammeln.

Alle Helfer trafen sich nach drei Stunden Arbeit an der frischen Luft im DLB, um sich dort zu stärken. Bei einem Imbiss tauschten sich alle über die spektakulärsten Funde aus. „Wir sind sehr zufrieden mit der guten Resonanz“, freute sich Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos), der gemeinsam mit seiner Frau selbst mit angepackt hatte. Harald Schäfer, technischer Leiter des DLB, zog eine positive Bilanz. „Wir hatten 15 Kubikmeter Müll und werden das Holz vom Bansapark abtransportieren.“ Die Geocacher seien mit 30 Helfern die größte Gruppe gewesen. Schäfer bedankte sich auch bei der Firma Wisag, von der 20 Mitarbeiter mit einer Kehrmaschine Gravenbruch gereinigt hatten.

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