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Die BI schlägt ein „Stumpfmodell“ auf dem Grundriss des alten Rathauses vor: Der Marktplatz würde für Veranstaltungen flexibel nutzbar. Die Säulen bieten Sitzmöglichkeit und könnten Fundament für die Bühne sein.

Bürgerinitiative stellt Ergebnisse zu Umfrage vor

Parkplatzsituation in Neu-Isenburg spitzt sich zu – Parkdeck könnte Abhilfe schaffen

Um den Parkplatzmangel in Neu-Isenburg in den Griff zu kriegen, hatte die BI ein Parkdeck auf dem Wilhelmsplatz vorgeschlagen. Von 130 Umfrageteilnehmern halten 104 Bürger das für eine gute Idee.

Neu-Isenburg - Wie kann das historische Herz Neu-Isenburgs schöner und besser gestaltet werden? Die Bürgerinitiative „Schöner Alter Ort“ wollte mittels einer Umfrage in Erfahrung bringen, was sich die Anwohner für die Gestaltung ihres Lebensraums – auch im Zuge des Stadtumbaus – wünschen. Und was sie von den von der BI vorgelegten Vorschlägen halten.

Über einen Flyer wurden die Haushalte in und um den Alten Ort kontaktiert, insgesamt 1150 Fragebögen haben BI-Mitglieder im November verteilt. „Die Resonanz, ein Rücklauf von 11,3 Prozent, ist unseres Erachtens ein tolles Ergebnis“, sagt Sabine Wunderlich, BI-Mitglied und Anwohnerin der Pfarrgasse. 130 Haushalte haben mitgemacht. Und das Ergebnis zeige, „dass wir besonders mit den Themen Kopfsteinpflaster und Parkdeck den Nerv der Zeit getroffen haben“.

Marktplatz in Neu-Isenburg soll zu Treffpunkt für Jung un Alt werden

Wie berichtet, haben Mitglieder der BI, die den Alten Ort in seiner Gesamtheit als Denkmal und Lebensraum behutsam schöner und lebenswerter gestalten wollen, im Herbst 2018 eine Ideensammlung erarbeitet. Darin wird der Ist-Zustand samt Park- und Verkehrssituation charakterisiert. Es werden Probleme, wie beispielsweise der Durchgangsverkehr und seine Begleiterscheinungen, benannt und Verbesserungsvorschläge angeboten.

Zum Beispiel zur Marktplatzgestaltung. Die Idee der BI: Auf dem Grundriss des alten Rathauses könnte ein sogenanntes „Stumpfmodell“, wie Werner A. Stahl es entworfen hat, in der Platzmitte flexible Nutzungsmöglichkeiten eröffnen. Angedeutete Säulen der einstigen Arkadenhalle könnten Sitzgelegenheiten bieten. Oder bei Bedarf als Sockel dienen für eine flexible Bühne, die man – je nach Anlass – kleiner oder größer aufbauen kann. Eine ganz große Variante könnte so beim Altstadtfest für Stimmung in der Platzmitte sorgen, die halbe Bühne etwa für Jazzkonzerte passen. Auch einen Brunnen würde die BI gerne in das Ensemble einbinden – und so den Markt zum Treffpunkt für Jung und Alt machen.

Neu-Isenburger Anwohner sind aufgrund der Parkplatzsituation frustriert

Auf die Frage, ob sie sich ein solches „Stumpfmodell“ wünschen, haben 76 Anwohner mit „Ja“ geantwortet, 40 mit „Nein“. Zudem gab es 14 Enthaltungen. Manche finden die Idee gut, mehrere betonen, sie wünschten sich vor allem einen Brunnen („mindestens Springbrunnen und glatter Mittelstreifen“). Andere sind skeptisch („Das Stumpfmodell wäre nur ein größerer Papierkorb“).

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Um den Parkplatzmangel in den Griff zu kriegen, hatte die BI ein Parkdeck auf dem Wilhelmsplatz (ähnlich wie bei Selgros) vorgeschlagen. „Das reduziert die Parkplatznot und der Flohmarkt kann auch bei Regen stattfinden“, meinen die Initiatoren. Und der Vorschlag kommt offenbar an: 104 der 130 Antwortenden befürworten diese Idee, 23 sprechen sich dagegen aus. 

Aus vielen Kommentaren der Anwohner spricht ein gewisser Frust, wenn es um das Anwohnerparken geht – da müsse die Stadt etwas tun. Denn zu viele Autofahrer achten nicht darauf, dass ab 19 Uhr nur Anlieger parken dürfen. „Das Parkhaus darf auch gerne dreistöckig werden“, kommentiert einer. „Wir meinen, es gibt schon genug Autos in Neu-Isenburg“, meint dagegen eine Familie – und ergänzt: „Im Allgemeinen würden wir umweltfreundlichere Lösungen bevorzugen: bessere Busanbindungen, bessere Ausstattungen für Fahrräder und Fußgänger.“ Mehrere Bürger fragen sich, was dann aus der Kerb würde – „Parkdeck und Kerb wird nicht gehen“.

Neu-Isenburger wünschen sich Erneuerung des Kopfsteinpflasters

Eine Erneuerung des Kopfsteinpflasters, das aus Sicht der BI „seine beste Zeit hinter sich hat und uneben ist“, wünschen sich 110 Anwohner, „Nein“ haben 16 angekreuzt, 4 enthielten sich. Die BI sieht eine hohe Unfallgefahr, auch weil einzelne Steine hochstünden, und fordert, diese müsse beseitigt werden. Ihr Ziel: „ein ebenes und vor allem stolperfreies Straßenpflaster“. Solches wünschen sich offenbar viele Anwohner, wie den Kommentaren im Fragebogen zu entnehmen ist. Allerdings gucken einige auch aufs Geld. „Vielleicht reicht eine Reparatur?“, fragt ein Kommentator. „Nur erneuern, wenn Geld im Überfluss vorhanden ist“, merkt ein anderer an.

Und einige charmante Anmerkungen hat die BI auch entdeckt, zum Beispiel diesen Vorschlag: „Die Italiener haben ihre Pizza, die Deutschen ihr Brot. In Seligenstadt ist das Klosterbrot sehr begehrt, warum nicht in Zukunft ein Hugenottenbrot, gebacken im Alten Ort nach einem schmackhaften, gesunden Rezept. Die öffentliche Backstube war früher in allen Ortschaften ein beliebter Treffpunkt – vielleicht könnte man diesen Brauch wieder aufgreifen.“

VON BARBARA HOVEN

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