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An der Wilhelm-Leuschner-Straße ist eine RTW-Haltestelle mit kurzen Wegen zu den Stadtbussen geplant. Dort soll es auch eine zweigleisige Begegnungsstelle geben, um eine kürzere Taktung zu ermöglichen.

Straßenumgestaltung in Neu-Isenburg

So viel soll die Trasse vom Bahnhof bis ins Birkengewann kosten

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Die Regionaltangente West soll eingleisig vom Bahnhof Neu-Isenburg bis ins Birkengewann geführt werden. Wie die Verkehrsplanung drumherum aussehen und was das Ganze kosten soll, erfuhren die Mitglieder des Bauausschusses in der jüngsten Sitzung.

Neu-Isenburg - Für die Strecke der Regionaltangente West (RTW) vom Bahnhof bis ins Birkengewann sollen auf die Stadt Kosten von „nur“ 900 000 Euro zukommen. Diese Zahl wurde den Mitgliedern des Ausschusses für Bau, Planung, Umwelt und Verkehr am Mittwochabend mitgeteilt.

Auf der Tagesordnung standen zwar nur wenige Punkte, doch diese sollten es in sich haben. Zu den Themen Stadtentwicklung, Mobilität sowie Vorplanung und Umgestaltung für die Carl-Ulrich-/Schleussner-/Friedhofstraße hatte das Büro Habermehl und Follmann eine Beantwortung der eingereichten Fragen vorbereitet. „Wir haben 100 Folien, dazu werden wir dezidiert Stellung beziehen“, betonte Edwin Mayer, Geschäftsführer des Büros Habermehl und Follmann. Ihm zur Seite stand Hendrik Ilken (Planungsbüro Köhler und Taubmann in Frankfurt). Allerdings konnten nicht alle Fragen beantwortet werden.

Die Regionaltangente West soll eingleisig vom Bahnhof Neu-Isenburg bis ins Birkengewann geführt werden. Das würde auch einer im Raum stehenden Verlängerung über Gravenbruch nach Heusenstamm gerecht werden, wie Horst Amann, Geschäftsführer der RTW-Planungsgesellschaft, bestätigte. Im Bereich der Wilhelm-Leuschner-Straße soll es eine zweigleisige „Begegnungsstelle“ geben, um eine kürze Taktung der RTW-Züge zu ermöglichen. Auch an der Endhaltestelle im Birkengewann ist eine solche zweigleisige Ausführung geplant.

Feuerwehr ist einverstanden

Wichtigste Erkenntnis des Abends: Eine eingleisige RTW-Führung ermöglicht eine großzügige Gestaltung in der Friedhofstraße. Allerdings soll dafür auch der Straßenverkehr in beiden Richtungen auf eine Fahrspur reduziert werden. Das würde Platz für den Radverkehr und die Fußgänger schaffen, so Mayer.

Zur Frage, wie die Feuerwehr diese Lösung beurteilt, antwortete er: „Die Feuerwehr bevorzugt den zweispurigen Verkehr, ist aber mit der Lösung, der möglichen Vorbeifahrt an den Fahrzeugen, die an den Straßenrand ausweichen können, einverstanden.“ Hendrik Ilken trat der Befürchtung entgegen, dass das Verkehrsaufkommen von nur einer Fahrspur nicht bewältigt werden könne, und verwies auf eine optimierte flexible Steuerung der Ampelanlagen, möglichst bereits ab den Stadteingängen im Westen und Osten.

Noch keine Erkenntnisse gibt es zum Thema Lärmemission. „Eine Berechnung kann man erst vornehmen, wenn es eine Planung gibt, aber so weit sind wir ja noch nicht“, erklärte Amann. Er versicherte jedoch, dass bei Inbetriebnahme die dann modernsten verfügbaren Züge eingesetzt würden. Bürgermeister Herbert Hunkel verwies auch auf die „Flüsterbahn“ in Karlsruhe, von der sich die Parlamentarier bei einem Informationsbesuch überzeugen konnten.

Erschreckende Zahlen

Die Linke machte sich Sorgen, dass rund 277 Bäume gefällt werden müssen, aber nur maximal 50 Prozent an Ort und Stelle ersetzt werden könnten. Wo werden die anderen gepflanzt? Keine Antwort gab es auch zur Frage nach den Gebühren für die Park+Ride-Anlagen (Parkhäuser).

Höchst interessant sind die Rechenexempel zu den Kosten für die mit dem Bau der RTW einhergehende Umgestaltung der Landesstraße 3117. Die Kosten für den Abschnitt West (Carl-Ulrich-Straße) sind mit 13,5 Millionen Euro veranschlagt, jene für den Osten (Friedhofstraße) mit 11,5 Millionen Euro. Dazu kommen noch die Arbeiten im Untergrund – in den Bereichen Kanal, Gas und Elektro. Da sollen weitere Kosten von insgesamt 36,5 Millionen Euro zusammenkommen. Es wurden anteilige Kosten von rund 5,5 Millionen Euro für den Dienstleistungsbetrieb und 11,5 Millionen Euro für die Stadtwerke errechnet. Doch am Ende lösten sich diese für die Parlamentarier und Gäste erschreckenden Zahlen auf. Denn durch verschiedene Förderquellen und den Eigenanteil der RTW-Gesellschafter sollen am Ende nur noch 13 Millionen Euro übrig bleiben – wovon die Stadt einen Anteil von 6,756 Prozent, also rund 900 000 Euro zu entrichten hätte.

Bis zur Sitzung des Bauausschusses am Mittwoch, 8. Mai, sollen dann auch die noch aufgekommenen Fragen geklärt werden, damit am 22. Mai die Stadtverordneten eventuell eine erste richtungsweisende Entscheidung bezüglich der RTW in der Hugenottenstadt fällen können.

von Leo Postl

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