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Stefan Schmitt (von rechts), Herbert Hunkel, Halil Öztas und Helmut Krause unterzeichneten den Vertrag für eine interkommunalen Zusammenarbeit und eine gemeinsame Vergabestelle.

Gemeinsame Vergabestelle

Neu-Isenburg und Heusenstamm setzen auf interkommunale Zusammenarbeit

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Die Städte Neu-Isenburg und Heusenstamm haben eine interkommunale Zusammenarbeit bei der Ausschreibung und Vergabe von Projekten vereinbart. Das soll vor allem Geld sparen.

Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) und Erster Stadtrat Stefan Schmitt (CDU) auf der einen sowie Heusenstamms Rathauschef Halil Öztas (SPD) und Stadtrat Helmut Krause (Grüne) auf der anderen Seite haben im Rathaus der Hugenottenstadt einen Kooperationsvertrag für die Einrichtung einer gemeinsamen Vergabestelle unterzeichnet. Die vertragliche Zusammenarbeit basiert auf einer interkommunalen Zusammenarbeit und soll in den nächsten fünf Jahren rund 230 000 Euro an Kosten einsparen.

Wie Hunkel erklärte, war das Thema der Einrichtung einer gemeinsamen Vergabestelle für alle Kommunen des Kreises Offenbach während einer Dienstversammlung der Bürgermeister angesprochen, jedoch wegen mangelnder Umsetzbarkeit auch schnell wieder verworfen worden. Nur zwischen Neu-Isenburg und Heusenstamm wurde ein gemeinsames Interesse bekundet. „Wir fanden auf menschlicher Ebene schnell zusammen und erkannten, dass die Einrichtung einer gemeinsamen Vergabestelle für beide Kommunen auch finanzielle Vorteile mit sich brächte“, erläuterte Hunkel.

Sein Heusenstammer Amtskollege ergänzte, es gebe in beiden Kommunen jährlich rund 45 Vorhaben, die gemäß Vergabegesetz europaweit ausgeschrieben werden müssten. „Alle Vorhaben über 10 000 Euro unterliegen dieser Richtlinie, und es ist nur folgerichtig, solche Synergien zu bündeln“, verwies Öztas auch auf fachliche Kompetenzen, die doppelt vorgehalten werden müssten.

Gemäß der Vereinbarung werden im Isenburger Rathaus nun zwei Mitarbeiter für das Vergabewesen zuständig sein, die Kosten werden zwischen den beiden Kommunen geteilt. Als ehemaliger Fachanwalt für Banken- und Kapitalmarktrecht, bringt Halil Öztas zudem fachliche Kompetenzen ein. „So benötigen wir nur ein Büro und eine computertechnische Infrastruktur mit fachlich ausgebildeten Personal“, beschreibt Herbert Hunkel die vorgesehene Praxis.

Das Fachpersonal soll durch den Magistrat der Stadt Neu-Isenburg und in Abstimmung mit Heusenstamm eingestellt werden. Es steht auf der Gehaltsliste der Neu-Isenburger, Heusenstamm beteiligt sich dann zur Hälfte an den Personal- und Sachkosten.

„Wenn etwas mit einem großen Schritt nicht erreicht werden kann, dann muss man halt mit kleinen Schritten beginnen“, betont Herbert Hunkel und sieht der Zusammenarbeit, ebenso wie sein Amtskollege, optimistisch entgegen. Wie Hunkel hervorhob, hat die Stadt Neu-Isenburg schon Erfahrung mit interkommunaler Zusammenarbeit, hier sei nur die Dienstleistungsbetrieb AöR mit Dreieich genannt. „Wir wollen die Zusammenarbeit noch weiter ausbauen, da gibt es noch großes Potenzial an Einsparungsmöglichkeiten“, sagte Hunkel.

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