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In Nics heimischen Studio entstehen die Lieder für sein erstes Album.

Junges DJ-Talent

Nic aus Neu-Isenburg hofft auf den großen Hit

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Die Stars der Branche tummeln sich dieser Tage auf der Frankfurter Musikmesse. Auch wenn Ruhm, Fans und große Bühnen für die meisten Talente immer unerreichbar bleiben: Ein junger Musiker aus der Hugenottenstadt will ganz nach oben. Und er hat einen Plan.

Es sind diese Stunden, manchmal mitten in der Nacht, in denen Nic Illing vollkommen eins ist mit sich und seiner Musik, weltvergessen sitzt er dann vor seinem fenstergroßen Bildschirm in seinem Dachgeschosszimmer des elterlichen Hauses, dreht an den Reglern und feilt Spur um Spur an seinem neuesten Werk.

Da wummern die Beats, pulsieren die Bässe, und auf einem kleinen Keyboard variiert der 19-Jährige wieder und wieder die neue Melodie, die ihm gerade durch den Kopf gejagt ist. „In solchen Momenten“, erzählt er von seinen kreativen Schüben, „bin ich im Tunnel, das ist dann meine ,Nic-Zeit‘.“

Nics Lieblingsplanet im Universum der Musikstile nennt sich „Electronic Dance Music“. Was ältere Semester meist noch als „Techno“ kennen, läuft heute in Clubs, Festivals und in den Hitparaden dieser Welt rauf und runter.

Musikinteressiert ist der junge Mann, seit er denken kann, spielte Bongos als Kind. Aber das Feuer für die EDM-Musik erwachte vor zweieinhalb Jahren. „Da sah ich den niederländischen DJ und Produzenten Martin Garrix mit seinem Lied ,Forbidden Voices‘ auf Youtube. Mir war klar: Das ist mein Ding“, erinnert sich Nic.

Bald legte er sich Ausrüstung und Spezialsoftware zu, um Lieder komponieren und aufnehmen zu können. Lob von anderen Musikern auf seinen sozialen Kanälen wie Youtube ermutigten ihn, mit seiner Musik aufzutreten: auf Partys, kleineren Shows oder auf einem Sommerfest mit immerhin knapp 100 Zuhörern. Reaktionen? „Immer positiv!“ Seine Geschicklichkeit im Umgang mit dem Werkzeug wuchs, ebenso die musikalische Experimentierfreudigkeit – und die Anerkennung für seine Kompositionen.

Langsam wurde ihm, der im vergangenen Jahr sein Fachabitur an der Weibelfeldschule in Dreieich gemacht hat und der gerade den praktischen Teil absolviert, klar: „Ich will aus meinem Hobby einen Beruf machen und versuchen, mir eine Karriere als DJ und Produzent aufzubauen.“ Zum Glück, betont er, habe er „tolerante Eltern, die hinter mir stehen“. Wohl auch, weil Nic für den Fall, dass es mit dem Durchbruch nicht klappt, einen Plan B hat, sprich: einen bürgerlichen Broterwerb als Immobilienmakler oder Banker.

Doch vorerst darf Nic träumen; von den großen Bühnen und Festivals dieser Welt, vor allem vom legendären Ushuaia Club auf Ibiza . Und das tut er, besonders intensiv seit diesem einschneidenden Erlebnis: Ein Freund drückt einen USB-Stick mit Nics Musik in die Hände seines Idols Martin Garrix und filmt ihn. Der zeigt sich in dem kurzen Videoclip erfreut: „Hey Nic, danke für Deine Musik, ich werde sie mir anhören!“

Auch wenn er bislang noch keine weitere Reaktion des niederländischen Chartstürmers erhalten hat, sieht er sich doch beflügelt durch die prominente Wertschätzung. Allein, dass er diesen Clip auf seinen sozialen Kanälen zeigte, habe ihm mit einem Schlag zahlreiche neue Kontakte eingebracht. Auf Instagram sind es beispielsweise inzwischen stattliche 6000 „Follower“.

Und das könnte für die Karriere hilfreich sein. „Als Künstler auf Instagram, Snapchat, Facebook und Co. beliebt zu sein, ist heute unverzichtbar“, sagt Patrick Schüler. Der ebenfalls 19-Jährige ist seit vier Monaten Nics Manager und gibt Einblicke in den „Business Plan“, den er mit Nic erarbeitet hat. Viele Freunde, Kontakte und „Follower“ in den sozialen Netzwerken bedeuteten Aufmerksamkeit und so die Chance, von den Talent-Scouts der großen Plattenfirmen entdeckt zu werden. Klappt das nicht, wolle man weiter daran arbeiten, den Namen „Nic Illing“ als Marke zu etablieren. Vorteil: Er funktioniere in allen Sprachen, gehe gut über die Zunge und bleibe leicht hängen – ähnlich wie der des Vorbilds Martin Garrix.

Wenn die beiden miteinander über Musik fachsimpeln, ist die gute Chemie spürbar: „Patrick ist der erste, dem ich neue Melodien schicke“, betont Nic. Das tut er dieser Tage besonders häufig, denn er ist mitten in der Produktion seines ersten Albums. Mindestens ein Lied soll wegen der ungleich ausgefeilteren Bearbeitungsmöglichkeiten in einem professionellen Studio aufgenommen werden.

An Selbstbewusstsein mangelt es dem jungen Künstler und seinem Manager jedenfalls nicht. Während Nic noch ein wenig vorsichtig das Jahr 2021 für einen Auftritt beim berühmten EDM-Festival „Big City Beats“ in der Frankfurter Commerzbank-Arena anvisiert, legt Patrick kühn nach: „Vielleicht klappt’s auch schon im nächsten Jahr.“ Nic Illing auf der

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