In der katholischen Gemeinde St. Nikolaus in Zeppelinheim könnten kurzfristig Betreuungsplätze für Kinder geschaffen werden.
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In der katholischen Gemeinde St. Nikolaus in Zeppelinheim könnten kurzfristig Betreuungsplätze für Kinder geschaffen werden.

Kirchengemeinde St. Nikolaus

Neu-Isenburg: Lösung bei Kita-Engpass in Sicht

  • vonLeo Postl
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Kita-Plätze sind in Zeppelinheim Mangelware. Das Angebot, die Kinder in der Isenburger Kernstadt betreuen zu lassen, wird von den Eltern kaum genutzt. Nun wird neben einer Erweiterung der vorhandenen Kita und einem Neubau eine weitere Variante diskutiert, die eine kurzfristige und kostengünstige Lösung bringen würde.

Die SPD im Ortsbeirat Zeppelinheim hatte im Sommer mit einer Anfrage hinsichtlich der verfügbaren und benötigten Kita-Plätze für Aufregung gesorgt. Die Situation wies einen Mangel insbesondere an U 3-Plätzen in Zeppelinheim auf, hier war sogar von längeren Wartezeiten die Rede. Bei einer Gesamtbetrachtung aller in Neu-Isenburg verfügbaren Kita- und U 3-Plätze, also inklusive der Kernstadt sowie Gravenbruch und Zeppelinheim, ergab sich ein befriedigendes Bild. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass Kinder, die in Zeppelinheim keinen Betreuungsplatz finden, in der Kernstadt betreut werden können. Weiterhin müssten auch alle noch vakanten Stellen für das pädagogische Betreuungspersonal besetzt sein.

„Bei Zugrundelegung der 1426 genehmigten Plätze (ohne Integrationsplätze), für die eine Betriebsgenehmigung besteht, und Besetzung aller Stellen bei den Kirchen, den freien Trägern und der Stadt Neu-Isenburg selbst könnten alle Kinder im Kindergartenjahr 2017/2018 von drei bis sechs Jahren einen Platz erhalten. Ab 2018/2019 besteht ein Bedarf für eine weitere U 3-Gruppe und eine U 6-Gruppe in Zeppelinheim.“, lautete die Stellungnahme der Kommune. Für den Stadtteil stehen aktuell zehn U 3-Betreuungsplätze zur Verfügung. Auf der Warteliste gibt es jedoch noch sieben weitere U 3-Kinder. „Leider werden die angebotenen Plätze im Familienzentrum Kurt-Schumacher-Straße von den Zeppelinheimer Eltern nur in sehr geringem Umfang in Anspruch genommen“, verweist Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) auf zwei Kinder, die täglich dorthin gebracht werden.

Für die nächsten Jahre wird in Zeppelinheim bei der Betreuung von Unter-Dreijährigen mit einem Bedarf von 20 Plätzen gerechnet. „Auch unser Stadtteil verändert sich zu einer jüngeren Bewohnerstruktur hin, was ja erfreulich ist, aber andererseits auch einen Mehrbedarf an Betreuungsplätzen nach sich zieht“, sagt Ortsvorsteher Sebastian Stern (SPD). Bei der jüngsten Ortsbeiratssitzung kam das Thema Kinderbetreuung erneut auf den Tisch.

Im Gespräch ist eine bauliche Erweiterung der bestehenden Kindertagesstätte im Gebäude des Zeppelin-Museums und des Bürgerhauses. Die Kita wird als „sehr ausgelastet“ bezeichnet, die „Bewegungsförderung“ wird ohnehin schon in den Räumen des Bürgerhauses veranstaltet. Für eine Erweiterung stehen zwei Varianten zur Diskussion, eine Aufstockung und ein Neubau. Für letzteren stünden zwei Flächen ganz in der Nähe zur Verfügung. Doch beides kostet nicht nur Geld, sondern auch Zeit.

So lange will Herbert Hunkel die betroffenen Eltern in Zeppelinheim nicht vertrösten – und so lange wollen die Eltern auch nicht warten. Auf der Suche nach einer möglichst kurzfristigen Alternative wurde die Stadt bei der katholischen Gemeinde St. Nikolaus fündig. „Wir haben dort erste Gespräche über eine mögliche Nutzung verschiedener Räume geführt, und es gibt recht positive Signale“, erläuterte der Bürgermeister den Vertretern des Ortsbeirates. Da die zumeist leerstehenden Nebenräume nicht ausreichen, würde aber auch ein Teil des Kirchenraums benötigt.

Carsten Holtschneider vom städtischen Hochbauamt informierte über erste Planungsentwürfe. So könnten zwei freie Räume und die Küche, dazu noch rund die Hälfte des Kirchenraums und ein weiteres Zimmer im Untergeschoss den benötigten Platzbedarf decken. „Den Kirchenraum könnten wir mit einem beweglichen Raumteiler so gestalten, dass bei größeren kirchlichen Veranstaltungen, wie an Weihnachten, Ostern oder am Gemeindefest, der gesamte Raum für die Gemeinde zur Verfügung steht“, so Holtschneider. Da einer der Räume im Untergeschoss liegt, wäre die Nutzung für eine U 3-Betreuung dort aber bedenklich, so der Planer. Das letzte Wort habe die Kreisbauaufsicht.

„Wir könnten mit unserem Fachpersonal alle Planungen selbst erstellen, was eine beträchtliche Kosteneinsparung wäre“, verwies Carsten Holtschneider auf einen anderen Aspekt. Die verbleibenden Kosten für die Umbauarbeiten bezifferte er auf 50 000 bis 70 000 Euro. Das Gelände müsste zur Hundert-Morgen-Schneise hin noch mit einem Zaun versehen werden, dann wäre dort die Betreuung von maximal 25 Kinder möglich.

In den dadurch frei werdenden Räumen in der bestehenden Kindertagesstätte gäbe es dann ausreichend Platz für die benötigte U 3-Betreuung. „Das ist eine relativ schnell umsetzbare und zudem kostengünstige Lösung, über die sich dann auch bald jene Eltern freuen können, die bisher keinen adäquaten Platz für ihre Kinder finden konnten“, betonte Bürgermeister Hunkel. Jetzt sollen weitere Gespräche mit allen Beteiligten geführt werden.

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