Kapazitäten für Autos und Fahrräder

Neu-Isenburg plant neue Parkplätze am Bahnhof

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Die Parkmöglichkeiten am Neu-Isenburger Bahnhof sind bereits heute ausgelastet. Wenn die Regionaltangente West (RTW) kommt, wird der Bedarf an Parkplätzen noch steigen. Auch zusätzliche Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sind dann notwendig. Die Fortführung der RTW bis ins Neubaugebiet Birkengewann würde Erweiterungen der Parkflächen nach sich ziehen.

Bislang hießen sie einfach Parkplatz oder Parkhaus, doch heute werden stattdessen Mobilitätsstationen konzipiert. Der Grund: Der Verkehr der Zukunft wird immer mehr vernetzt, denn die Verkehrsteilnehmer kombinieren auf dem Weg zur Arbeit vermehrt Angebote des öffentlichen Nahverkehrs, benutzen Fahrrad oder Auto, um dann auf die Bahn umzusteigen.

Ein solcher Ort, an dem die Schnittstellen der unterschiedlichen Verkehre aufeinandertreffen, ist der Neu-Isenburger Bahnhof, an dem bereits jetzt Parkplätze für Autos und Abstellvorrichtungen für Fahrräder vorhanden sind.

Wenn die Regionaltangente West (RTW) kommt, werde sich die Attraktivität dieses Schnittpunkts weiter erhöhen, erläuterte Erster Stadtrat Stefan Schmitt (CDU). Ursprünglich seien die Planer davon ausgegangen, dass der Parkraum um den Bahnhof nur geringfügig erweitert werden müsse. Doch es habe sich schon jetzt gezeigt, dass die Parkplatzsituation weitgehend ausgereizt sei, so Schmitt. Die Konsequenz: Weiterer Parkraum muss her, und zwar für Autos und für Fahrräder.

Um den künftigen Bedarf an Parkplätzen zu errechnen, hat die Stadt das Büro Habermehl und Follmann mit einer „Potenzialabschätzung zu den Mobilitätsstationen in Neu-Isenburg“ beauftragt. Edwin Mayer stellte nun im Rathaus die Ergebnisse dieser Untersuchung vor, also ein Mobilitätskonzept, das auf die Zukunftsfähigkeit einer Anlage bis ins Jahr 2030 abzielt.

In diesem Sommer habe das Ingenieurbüro drei Verkehrsszenarien untersucht. Bei zwei der Szenarien wurde davon ausgegangen, dass die RTW bis zum Birkengewann im Osten der Stadt weitergeführt werde, die dritte Prognose erfolgte ohne Berücksichtigung des Birkengewanns, erläuterte Mayer.

Gegenwärtig gebe es am Bahnhof Neu-Isenburg 150 Parkplätze. Werden die 38 „Wildparker“ dort hinzugenommen, ergebe sich ein aktueller Bedarf von 188 Parkplätzen. Für Fahrräder gebe es derzeit 172 Abstellplätze. Der zusätzliche Bedarf an Parkplätzen ohne die RTW sei auf 227 berechnet worden, mit RTW kommen noch 30 hinzu, so dass um den Bahnhof herum bis 2030 ein Bedarf von 445 Parkplätzen bestehe, erläuterte Mayer. Für Fahrräder steige der Bedarf auf 280 Abstellplätze.

Bei einer möglichen Verlängerung der RTW bis ins Birkengewann seien dort 270 Parkplätze für Autos und 40 Abstellplätze für Fahrräder erforderlich. In diesem Zusammenhang erwähnte Stefan Schmitt, dass im Birkengewann auch der Bau eines Parkhauses möglich sei. „Der Platz dazu wäre vorhanden.“

Edwin Mayer wies im Weiteren darauf hin, dass mit dem Bau der RTW, die im Planfeststellungsabschnitt Süd 1 von Kelsterbach über das ehemalige Waldstadion nach Neu-Isenburg und weiter nach Dreieich-Buchschlag führt, auch die Attraktivität des Bahnhofs Neu-Isenburg und damit auch die Anziehungskraft für das Umland steige. Den Berechnungen zufolge seien dies 172 Nutzer.

Der Erste Stadtrat betonte, dass die Untersuchung deutlich mache, dass in jedem Fall neuer Parkraum geschaffen werden müsse. Dabei spiele es keine Rolle, dass viele der Parkplätze für Leute von außerhalb geschaffen werden, denn er erwartet eine solidarische Finanzierung des Projekts. Schmitt ist sich sicher, dass das Stadtparlament der Empfehlung für die Schaffung von 300 zusätzlichen Parkplätzen und 65 weiteren Abstellplätzen für Fahrräder am Neu-Isenburger Bahnhof zustimmen werde.

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