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Der Feuerwehrstützpunkt in der St.-Florian-Straße übernimmt auch Aufgaben im Rahmen der Gefahrenabwehr und des Katastrophenschutzes im Kreis. Um dem weiterhin gerecht zu werden, stehen in den kommenden Jahren Investitionen an.

Neuer Bedarfs- und Entwicklungsplan

Neu-Isenburger Feuerwehr erhält mehr Stellen

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Die Freiwillige Feuerwehr Neu-Isenburg sieht sich für die Zukunft gerüstet. Mit dem nun verabschiedeten Bedarfs- und Entwicklungsplan soll auf die Herausforderungen der nächsten Jahre reagiert werden. Darin enthalten sind fünf zusätzliche Stellen, um die Einsatzbereitschaft tagsüber abzusichern.

Neu-Isenburg wächst, doch daraus ergeben sich auch Verpflichtungen für den Brandschutz. Derzeit entstehen im Birkengewann Wohnungen für rund 1300 Menschen, weitere 1600 sollen im Stadtquartier Süd eine Heimat finden. Das hat Konsequenzen für die Feuerwehr. Um den stetig wachsenden Anforderungen nachkommen zu können, gibt es den Bedarfs- und Entwicklungsplan. Dieser hat eine Laufzeit von zehn Jahren und enthält alle nötigen Maßnahmen und Investitionen. Hauptbestandteil ist die Erhöhung der Einsatzbereitschaft tagsüber, also von 7 bis 18 Uhr, sowie die Ersatzbeschaffung mehrerer Fahrzeuge, deren „Lebensdauer“ in den nächsten Jahren erreicht wird.

Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass die Einsatzkräfte innerhalb von zehn Minuten da sein müssen, betonte Stadtbrandinspektor Stefan Werner. Tagsüber aber sind die meisten beruflich tätig, auch außerhalb der Hugenottenstadt. „Es macht keinen Sinn, diese Leute zu alarmieren, bis sie hier sind, ist die Frist längst verstrichen“, so Werner. Auch der Versuch, eine „Tagesverfügbarkeit“ von Einsatzkräften aus anderen Wehren, die tagsüber in Neu-Isenburg beschäftigt sind, auf die Beine zu stellen, schlug fehl.

Bereitschaft gewährleisten

„Wir haben alle Firmen angeschrieben, jedoch nur von den Stadtwerken eine positive Rückmeldung erhalten“, erklärte Bürgermeister Herbert Hunkel. Diese könnten im besten Falle drei Mitarbeiter zur Verfügung stellen. Ein Problem sei zudem der unterschiedliche Ausbildungsstand und die Handhabung von speziellen Gerätschaften. „Gerade wir haben Geräte, die es bei den kleineren Wehren nicht gibt“, erläuterte Werner. Es müsse aber die volle Einsatzbereitschaft gewährleistet sein.

Deshalb wurde eine Erhöhung des Personalbestandes im Feuerwehrstützpunkt von 9,5 auf 15 Stellen beschlossen. Ziel ist die Bildung einer Staffel von sechs Personen, die montags bis freitags die Zeit überbrücken soll, in der die ehrenamtlichen Kräfte berufstätig sind. „Wenn die Leute hier sind, fahren die innerhalb von zwei Minuten raus und sind sogar früher als nach zehn Minuten am Einsatzort“, betonte der Stadtbrandinspektor.

Jährliche Überprüfung

Bis zum Ende des jetzt verabschiedeten Bedarfs- und Entwicklungsplanes ist noch der Austausch mehrerer Fahrzeuge sowie bauliche Maßnahmen notwendig. So muss das Stützpunkt-Gelände eingefriedet werden, eine Ersatzbeschaffung der in die Jahre gekommenen Drehleiter steht an (rund 600 000 Euro). Benötigt werden auch neue Schlauchwagen (250 000 Euro), Rollcontainer (250 000 Euro), Rüstwagen (450 000 Euro) und Abrollbehälter (250 000 Euro). Bereits im Nachtragshaushalt 2018 / 19 wurde die Umrüstung der Lichtmasten der älteren Fahrzeuge berücksichtigt. Um auf die steigende Mitgliederzahl bei den Feuerwehrleuten zu reagieren (114 in der Kernstadt und 36 in Zeppelinheim), ist eine Erweiterung der Umkleide geplant. „Wir sehen diesen Plan nicht als festgeschrieben an, sondern es wird eine jährliche Überprüfung geben“, betont Hunkel. Ein großes Lob richtete der Stadtbrandinspektor an den Bürgermeister und die politischen Gremien. „Der Aufstellung des Plans war eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung aller Fraktionen vorausgegangen, hier haben wir großes Verständnis erfahren“, so Werner.

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