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Claudia Metzner ist die neue Fachbereichsleiterin Stadtentwicklung und Stadtplanung.

Neu-Isenburg

Neue Pläne fürs Stadtquartier Süd

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Einst waren auf dem Areal die Agfa-Werke und die Branntweinmonopolverwaltung beheimatet. Nun soll das Stadtquartier Süd ein neues Gesicht erhalten. Die Stadt plant dort eine Mischung aus Wohnen und gewerblicher Nutzung.

Nachdem das Neubaugebiet Birkengewann zumindest planerisch so gut wie abgeschlossen ist, wartet das nun neu zu erschließende Stadtquartier Süd auf seine Umsetzung. Auf der rund zwölf Hektar großen Planfläche soll ein neues Quartier aus Gewerbe und Wohnen entstehen. Dazu bedarf es zahlreicher Gespräche und einer Abstimmung mit übergeordneten Behörden. Denn einerseits sollen die dort noch angesiedelten Unternehmen weiterhin verbleiben können, und andererseits soll die Wohnbebauung entsprechend abgeschirmt werden. Damit alle Verantwortlichkeiten seitens der Stadt Neu-Isenburg in einer Hand liegen, wurde Claudia Metzner zur Fachbereichsleitung Stadtentwicklung und Stadtplanung ernannt.

„Ich bin ja schon länger mit dieser Thematik vertraut und freue mich auf diese schöne Aufgabe“, betont Claudia Metzner, die gestern von Bürgermeister Herbert Hunkel vorgestellt wurde. Die Diplom-Ingenieurin arbeitet seit fast sieben Jahren für die Stadt und begleitete schon recht früh den Prozess zur Entwicklung des Stadtquartiers Süd. Metzner stellte auch gleich die neuestens baulichen Entwicklungen für das ehemalige Industriegelände vor. Auf der seit ein paar Jahren brachliegenden Fläche waren die Agfa-Werke sowie die Branntweinmonopolverwaltung des Bundes angesiedelt.

Während die Agfa-Industrieanlagen vollständig zurückgebaut wurden, stehen die Gebäude der Branntweinmonopolverwaltung noch, die von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) betreut werden. Dieses Areal samt Gebäude soll in den Besitz der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewobau übergehen. Bisher stand jedoch eine zu hohe Forderung für den Grund und Boden seitens der BImA im Weg. Eine neue Bewertung, die auch eine mögliche Kontamination der ehemaligen industriell genutzten Anlage berücksichtigt, soll nun den Weg für einen Ankauf durch die Gewobau frei machen. „Wir haben schon ein paar besondere Ideen für die weitere Nutzung“, verwies Herbert Hunkel auf einen Kita-Standort, eine Markthalle mit Café und eine entsprechende Wohnbebauung.

Wie die restlichen rund 70 000 Quadratmeter der Agfa-Industriebrache genutzt werden sollen, erläuterte die neue Fachbereichsleiterin. „Wir haben mittlerweile einen ziemlich fertigen Rahmenplan, der unter Einbeziehung der Bürger Neu-Isenburgs und der Grundstückeigentümer sowie betroffenen Anlieger entwickelt wurde“, erklärte Claudia Metzner. Sie verwies aber auch darauf, dass es behördliche Vorschriften zu berücksichtigen galt, die insbesondere die Abschottung des vorgesehenen Wohnbereichs von den auf dem Areal angesiedelten Industriebetrieben und Unternehmen betreffen. Nachdem das einst ins Auge gefasste zentrale Parkhaus an der Ostflanke des Geländes verworfen wurde, wird es dort nun ein Bebauung für „leises Gewerbe“ geben. Generell ist eine Aufteilung der Bebauung zu 60 Prozent für Wohnen und zu 40 Prozent für Gewerbe vorgesehen.

„Es soll ein lebendiges Quartier zum Wohnen und Arbeiten in direkter Nähe zum Zentrum von Neu-Isenburg entstehen, das sich in seine Umgebung einfügt und mit der hohen Qualität seiner Freiräume und Architektur ein Anziehungspunkt für neue Bewohner und Unternehmer werden soll“, schilderte Claudia Metzner die Vorgaben für den Planungsentwurf. Die Fachplaner haben ihre Ideen eingebracht, die Wünsche der Bürger sollten ebenfalls eine Berücksichtigung finden. Dies alles findet seinen Niederschlag in dem nun geänderten Rahmenplan aus dem Jahr 2014. Zwei Erschließungsstraßen und zwei Verbindungswege sollen einen Durchgangsverkehr verhindern, die zentrale Grünachse mit einem Quartiersplatz an der Schleussnerstraße kommt dem Wunsch nach viel grünem Freiraum nach.

Der nun erstellte Rahmenplan soll am Dienstag, 30. Oktober, vom Stadtparlament verabschiedet werden, dann folgt am Donnerstag, 22. November, eine Bürgerinformationsveranstaltung mit einem Workshop zur Freiflächengestaltung. „Wenn alles so planmäßig weiterläuft, dann können wir bis zum Sommer nächsten Jahres den gültigen Bebauungsplan verabschieden und somit Planungsrecht schaffen“, sagte Metzner. Im Stadtquartier Süd sollen 700 bis 750 Wohnungen für rund 1700 Menschen entstehen. Die ersten könnten Ende 2021 bezogen werden.

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