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Symbolbild

Schnell und sicher

Neue Radverbindung zwischen Offenbach und Neu-Isenburg geplant

Die Städte Offenbach und Neu-Isenburg liegen nicht weit auseinander. Dennoch gibt es zwischen den beiden Kommunen für Radfahrer keine schnelle und sichere Verbindung. Das soll sich im kommenden Jahr ändern.

Die Partner im Verbundprojekt Bike Offenbach suchen neue Wege zueinander: Eine Fahrradachse soll möglichst ab Beginn der Radsaison 2019 für sichere und schnelle Verbindungen zwischen Offenbach und Neu-Isenburg sorgen. Dass die Zeit dafür drängt, wurde jüngst bei einer Radtour entlang der Sprendlinger Landstraße ebenso deutlich wie der gemeinsame Wille zur Umsetzung.

Um eine planerische Lösung für den Radverkehr zwischen den Projektpartnern zu finden, gab es bereits fünf große Abstimmungsrunden. Nun verschafften sich die Beteiligten bei einer Befahrung von Offenbach nach Neu-Isenburg einen konkreten Eindruck. An drei Stationen erläuterten Projektmanager Ulrich Lemke von der Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft und Verkehrsplaner Professor Jürgen Follmann von der Hochschule Darmstadt die neuralgischen Punkte. Zu den rund 30 Teilnehmern zählten auch Paul-Gerhard Weiß, Planungs- und Verkehrsdezernent der Stadt Offenbach (FDP), Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos), die Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger (CDU) und der Erste Beigeordnete des Regionalverbandes Frankfurt-Rhein-Main, Rouven Kötter.

„Die Sprendlinger Landstraße ist eine Horrorstrecke: Hier wird viel zu schnell gefahren, und vor allem für Radler gibt es keine vernünftigen Wege, was wirklich gefährlich ist“, verdeutlichte Follmann. Sein Vorschlag: Ein Fahrstreifen der vierspurigen Straße solle in Richtung Neu-Isenburg den Radfahrern und Fußgängern zur Verfügung gestellt werden. „Das ließe sich sehr schnell umsetzen.“ Erforderlich dafür ist jedoch die Zustimmung und Unterstützung von Hessen Mobil, die für ein Teilstück der Strecke als Landesstraße verantwortlich ist. Deren Vertreter signalisierte auf der Tour seine Unterstützung für das Vorhaben.

Die Verkehrsplaner rechnen auf der Strecke mit einem Potenzial von gut 2000 Radlern pro Tag: „Aufgrund der aktuellen Lage nutzen noch fast alle das Auto, obwohl die Distanz zwischen beiden Kommunen kaum fünf Kilometer beträgt“, erklärte Follmann. Planungsdezernent Weiß betonte, der Zeitpunkt sei günstig: Die Stadt Offenbach brauche ein glaubwürdiges Gesamtkonzept, um drohende Dieselfahrverbote bei der Verhandlung vor dem Wiesbadener Verwaltungsgericht Anfang 2019 zu vermeiden. „Da ist ein Spurverlust für Autofahrer das kleinere Übel.“

Die Hochschule Darmstadt schlägt vor, eine entsprechende Verkehrsführung zum Beginn der Fahrradsaison 2019 einzurichten und sechs Monate lang provisorisch zu testen: „Eine zusätzliche Radspur neu anzulegen, würde viel länger dauern und auch Grünfläche kosten“, gab Follmann zu bedenken. Wichtig sei auch, den Radverkehr aus dem gefährlichen Kreisel heraus zu bekommen, der bisher verkehrsrechtlich den einzigen Radweg auf der Strecke darstellt. Alternativ gibt es zwar auch einen Waldweg – dieser sei im Winter aber kaum befahrbar, und im Anschluss gelte es die vierspurige Straße zu überqueren, was ebenfalls Gefahren berge, sagte Projektmanager Lemke.

Wenn die Sprendlinger Landstraße zur Fahrradachse ausgebaut sei, schließe sie in Offenbach direkt an die Schumannstraße an, in der 2019 eine Fahrradstraße eingerichtet werde: „Das schafft sichere Verbindungen bis in die Innenstadt und den Offenbacher Hafen.“ Der Waldweg könne dann in einem zweiten Schritt befestigt werden, auch eine neue Brücke zum Überqueren der Sprendlinger Landstraße sei dort mittelfristig vorgesehen.

„Jetzt ist es wichtig, dass sich wirklich etwas tut“, betont Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel. Zu den rund 2000 Pendlern aus und nach Offenbach, deren Zahl weiter wachse, kämen Schüler und Freizeitsportler, welche die Fahrradachse gerne nutzen würden. Wichtig sei auch, die Verbindungen nach Gravenbruch, Dreieich und Dietzenbach in die Überlegungen einzubeziehen. „Gemeinsame Planungen der Kommunen sind heute viel eher möglich als noch vor fünf Jahren“, hob Claudia Jäger hervor. Das biete die Möglichkeit, zeitnah ganz neue Wege zu erschließen.

(red)

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