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Kultur- und Sportdezernent Theo Wershoven könnte sich ein Bildungs- und Kommunikationszentrum in der Hugenottenhalle vorstellen. Archivfoto: Jost

Billigste Variante: 25 Millionen Euro

Neues Zentrum für Neu-Isenburg: Hugenottenhalle soll erweitert werden

Energetische Defizite, marode Leitungen und zu wenig Platz für die Stadtbibliothek – die Verantwortlichen der Stadt wissen schon länger, dass mit der Sanierung der Hugenottenhalle einiges auf sie zukommen wird. Nun hat Kultur- und Sportdezernent Theo Wershoven den Weg skizziert.

Neu-Isenburg - Der Kultur- und Sportdezernent Theo Wershoven hat gestern die Jahrespressekonferenz der Fachbereiche Kulturbüro, Hallenmarketing, Stadtbelebung, Sport und Stadtbibliothek, genutzt um das Thema Hugenottenhalle in den Vordergrund zu rücken. Da die Sanierung des am 13. Februar 1977 eröffneten Objekts unumgänglich sei, werde an einen großen Wurf gedacht.

Der Dezernent spricht von einem Bildungs- und Kommunikationszentrum in einer attraktiven Stadtmitte und damit vom wohl wichtigsten Projekt beim anstehenden Stadtumbau. Dabei sollte ein Abriss vermieden werden und der bisherige Gebäudekomplex als Grundlage für eine Erweiterung dienen – möglicherweise auch durch die Einbeziehung von Teilen des Rosenauplatzes, der kleiner werden könnte. Die Kosten beziffert er in der billigsten Variante auf mindestens 25 Millionen Euro.

Doch eine boomende und wachsende Stadt wie Neu-Isenburg kommt seiner Ansicht nach nicht um den tiefen Griff in die Tasche herum. Dieser sei notwendig, um die Attraktivität zu erhalten und zu steigern. Es gelte, die Bürger davon zu überzeugen und mitzunehmen.

Drei Entwürfe

Am Anfang der Überlegungen stand laut Wershoven eine Bedarfs- und Raumprognose. Dabei seien auch Überlegungen angestellt worden, andere Institutionen wie das Bürgerbüro, die Volkshochschule, die Stadtgalerie, das Stadtarchiv oder eine Infostelle für soziale Angelegenheiten in dem Komplex unterzubringen, um Synergieeffekte und ein neues Zentrum für die Stadt zu schaffen. Das Darmstädter Architekturbüro Lengfeld & Wilisch habe drei Varianten erarbeitet, die Mitte Februar dem Magistrat präsentiert werden sollen. Danach seien die städtischen Gremien an der Reihe. Wershoven hofft, dass eine Entscheidung noch in der ersten Jahreshälfte fällt. Das Projekt könnte dann in drei bis vier Jahren umgesetzt werden.

Auch ein Abriss der bestehenden Halle samt Stadtbibliothek sei in Betracht gezogen worden: „Wir haben uns gefragt, ob das billiger sein könnte“, so Wershoven. Das Büro geht allerdings davon aus, dass ein Abriss und Neubau mit 50 bis 60 Millionen Euro zu veranschlagen sei. Der Architekt habe versichert, ohne Abriss auskommen zu können. Auch wenn man eine lange Schließung der Halle und der Stadtbibliothek vermeiden möchte, seien Einschränkungen unumgänglich. Für kulturelle Veranstaltungen gebe es andere Räume in der Stadt wie das Bürgerhaus Zeppelinheim, die Museen oder Kirchen. Man müsse aber schauen, wie das Restaurant Tonino, das ja über die Stadtgrenzen hinaus beliebt sei, mit den Einschränkungen während der Bauzeit zurecht kommen kann.

Weiterer Diskussionspunkt sei die Finanzierung des Mammutprojekts. Trotz aller Fördermöglichkeiten infolge des Stadtumbaus werde ein großer Betrag hängen bleiben, so Wershoven. Es könnte aber über Modelle wie die Gründung einer GmbH gesprochen werden, um den Etat zu entlasten.

Rückgang bei Belegung

Fachbereichsleiter Thomas Leber hat zwei Wünsche für die Sanierung der Hugenottenhalle formuliert. Auf der einen Seite soll bei kleineren Veranstaltung eine Kammerspielatmosphäre entstehen. Da würde der bestehende große Saal doch etwas karg wirken. Auf der anderen Seite müsste die Kapazität (aktuell bestuhlt 1040 und unbestuhlt 1800 Plätze) erweitert werden, um mit der Konkurrenz im Rhein-Main-Gebiet mithalten zu können. Und da habe es die Hugenottenhalle zunehmend schwerer. Leber verweist auf die aktuellen Zahlen. So habe es im vergangenen Jahr einen Rückgang bei der Belegung um sechs auf 79,6 Prozent gegeben. Das liege vor allem daran, dass die Halle für Konzerte weniger gebucht werde.

Bei der Neukonzeption sei aber auf keinen Fall an ein Kongresszentrum gedacht, versichert Wershoven. Von diesen gebe es einige in der Region. Möglich sollen aber Tagungen sein.

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