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Mit Fingerspitzengefühl: Neu-Isenburg hat eine eigene Vollstreckungsstelle, deren Beamte das Geld einfordern.

688 neue Fälle

Offene Forderungen von Neu-Isenburg betragen 640.000 Euro

Die Vollstreckungsstelle der Stadtkasse Neu-Isenburg hat ihren Tätigkeitsbericht für 2016 vorgelegt. Zum Jahresende blieb bei den eigenen Forderungen ein Betrag von rund 640 000 Euro übrig.

Während die Stadt zum Jahresende 2015 einen historischen Tiefstand bei den offenen Forderungsbeträgen vorweisen konnte, bestimmten erhebliche Zugänge bei den eigenen Forderungen der Stadt wie auch bei den Fremdforderungen die Bilanz des Jahres 2016.

Insgesamt 688 neue Fälle bei den eigenen Forderungen hatten die Mitarbeiter der Vollstreckungsstelle zu bearbeiten, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Dahinter stecken Forderungen in Höhe von fast 1,1 Millionen Euro. 405 dieser neuen Fälle sowie 201 offene Forderungen aus dem Jahr 2015 konnte die Vollstreckungsstelle im Laufe des Jahres 2016 abschließen.

Zum Jahresende blieb bei den eigenen Forderungen ein Betrag von rund 640 000 Euro offen. Verantwortlich dafür waren unter anderem eine hohe Gewerbesteuerforderung gegen eine Firma, die nicht mehr in Neu-Isenburg ansässig ist, Mietforderungen und Fälle, in denen eine Vollstreckung nicht erfolgreich war. Die meisten eigenen Forderungen entstehen aus der Gewerbesteuer (2016: 678 900 Euro), Grundbesitzabgaben (2016: 65 750 Euro), Nebenforderungen wie Säumniszuschläge, Mahn- und Pfändungsgebühren (2016: 102 700 Euro) sowie aus Hundesteuer, Verwaltungsgebühren und Gebühren für Feuerwehreinsätze.

Auch bei den Fremdforderungen verzeichnete die Vollstreckungsstelle erheblich mehr Zugänge als in den Vorjahren.

1576 neue Fälle

mit einem Gesamtvolumen von 473 612 Euro landeten auf den Schreibtischen, das sind 274 Prozent der Vorjahrszahlen. Fast die Hälfte dieser Fremdforderungen (222 379 Euro) kam von der ehemaligen GEZ, jetzt „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“.

Im Laufe des Jahres hat die Vollstreckungsstelle 1642 alte und neue Fälle bearbeitet mit einer Höhe von 896 266 Euro. Das Jahr 2016 wurde mit einem Bestand von 509 Fällen (227 324 Euro) abgeschlossen. Dieser Betrag ist erheblich geringer als im Vorjahr. Zu den Fremdforderungen zählen neben den Ersuchen des „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“ in erster Linie Strafzettel aus dem gesamten Bundesgebiet und aus Österreich sowie Forderungen der Handwerkskammer Rhein-Main und der Industrie- und Handelskammer Offenbach. Nach wie vor sind die Verantwortlichen davon überzeugt, dass es sich für die Stadt Neu-Isenburg bewährt, eine eigene Vollstreckungsstelle zu betreiben und diese nicht beispielsweise an den Kreis Offenbach auszulagern.

„Wir sind näher dran und haben den besseren Kontakt zu den Isenburger Bürgern“, so Bürgermeister Herbert Hunkel und Erster Stadtrat Stefan Schmitt. „Das spiegelt sich auch in den Zahlungseingängen wieder. Außerdem haben unsere Vollzugsbeamten das nötige Fingerspitzengefühl, wenn es so heikle Themen wie Mahnung oder Vollstreckung betrifft.“

Dies bestätigt auch der Fachbereichsleiter der Stadtkasse, Jürgen Mühlstein. Die Stadtkasse wird bei allen Zahlungsvorgängen der Stadt Neu-Isenburg aktiv. Eine Mitarbeiterin im Innendienst und zwei Vollstreckungsbeamte im Außendienst kümmern sich darum, wenn Zahlungen nicht rechtzeitig geleistet werden oder Forderungen vollstreckt werden müssen.

(red)

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