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Die Naturfreunde Hildegard Dombrove (von links), Gisela Steinhauer, Gabriele und Heinz Kapp, sowie die Initiatorin Annika Kreißl bei der Arbeit.

Neu gestaltet

Auf dem Platz vor dem Stadtwerke-Häuschen sollen sich die Bürger wohlfühlen

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Auf dem städtischen Grundstück an der Ecke Dornhofstraße sollen Bürger verweilen und die Natur genießen können. Zu diesem Zweck hat der Naturschutzbund eine kleine grüne Oase geschaffen.

Dass die Natur in der heutigen industrialisierten und dicht besiedelten Welt engagierte Förderer braucht, um einen Chance des Überlebens zu haben, ist bekannt. Doch es müssen nicht immer Großprojekte wie Naturschutzgebiete oder Nationalparks sein, auch kleine Oasen helfen dabei, dass die Natur wieder mehr Lebensraum gewinnt. Ein solches Beispiel – in mustergültiger Art – ist die Naturoase, die jetzt auf einem städtischen Grundstück an der Ecke Dornhofstraße mit der Hermannstraße in Neu-Isenburg entstand.

Auf dem Gelände vor einem Häuschen der Stadtwerke Neu-Isenburg hatte sich die Natur zwar schon breit gemacht, doch die wuchernden Sträucher nahmen überhand und es fehlte die Vielfalt. „Das waren alles von Menschen hier angepflanzte Gewächse, nicht einmal typisch für diesen Standort“, erklärte Heinz Kapp, Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe Neu-Isenburg. Annika Kreißl, Beisitzer im Nabu-Ortsgruppenvorstand, brachte eine Idee auf den Tisch, die beim Nabu-Vorstand sofort auf große Zustimmung stieß. „Sie hat angeregt, aus der Grünfläche mit eintönigem Bewuchs eine Naturoase mit einer besonderen Vielfalt zu machen“, erklärte Kapp. Damit dies alles ein Ort für die Bürger wird, an dem sie sich gerne aufhalten und die Natur beobachten, wurde eine „Verweilanlage“ mit eingeplant.

„Jetzt hatten wir zwar eine wunderbare Idee, aber wer sollte dies alles bezahlen?“, schilderte Heinz Kapp das größte Problem. Die Vorstandmitglieder gingen mit Unterstützung der Stadt Neu-Isenburg auf Betteltour, wurden bei großen und kleinen Unternehmen vorstellig – und hatten recht bald den Grundstock für die Finanzierung zusammen.

„Ein großes Stück voran gebracht hat uns sicherlich die Spende des Unternehmens Rewe in Höhe von 10 000 Euro und jene 5000 Euro aus der Stiftung „Miteinander Leben“ unter dem Dach des Kreises Offenbach. Aber alle anderen Spenden waren genau so wichtig“, betonte Heinz Kapp. Hier sind die Armin Wunder-Stiftung mit 3000 Euro, die Dr. Bodo Sponholz-Stiftung mit 2000 Euro, sowie die Nabu-Ortsgruppe Neu-Isenburg selbst zu nennen, die einmal 1000 Euro auf der Vereinskasse sowie weitere 1000 Euro von Vorstandsmitgliedern beisteuerte. „Wir haben noch die Zusage von der benachbarten Air Plus, die uns eine Bank spendieren will – und jeder Spender wird sich auf der Spendertafel wiederfinden, die wir hier anbringen werden“, betonte Kapp.

Am Rand des Gewerbegebietes Süd entstand so durch Initiative des Nabu eine Grünanlage mit Fokus auf naturnahe Gestaltung. „Wir wollen damit einen Beitrag zur Biodiversität in unserer Stadt leisten“, sagte Heinz Kapp. „An unsere Bodenverhältnisse angepasste einheimische Pflanzen sollen geringere Pflege und weniger Wasser benötigen als Exoten oder Wechselbepflanzung, Vögel sollen Nahrung, Wasser zum Baden, Sitzplätze zum Singen und ortstypische Pflanzen zum Verstecken und Brüten finden“, erklärte Kapp das Konzept der Naturoase.

Zudem können private Gärtner Anregungen zur Gestaltung ihrer eigenen Grünflächen finden. Aber auch Bürger sollen staunen, die Ruhe genießen, Beschäftigte der Umgebung den Platz für eine Mittagspause in natürlicher Umgebung aufsuchen.

Doch zuvor musste das verwilderte Gelände vorbereitet werden. Obwohl es viele fleißige Helfer gab, darunter die Naturschutzjugend des Nabu, die den Bewuchs für die Wurzelentfernung abräumte, wurde doch ein Großteil der Bauarbeiten vom Garten-Landschaftsbau-Unternehmen Riemer geleistet. Darüber hinaus gab es Hilfe vom Dienstleistungsbetrieb, der die Wurzeln entfernte und Pflastersteine zur Verfügung stellte. Nabu-Freunde halfen, den Teer von den Pflastersteinen zu entfernen und bei der Verladung. Die „Rohbauarbeiten“, wie das Aufsetzen der großen Steine für das Rund des Aufenthaltsbereiches, wurde vom Gartenbauunternehmen Riemer durchgeführt.

Am Samstag war es endlich so weit: Die Naturoase konnte mit heimischen Pflanzen ausgestattet werden. Obwohl sich nur eine handvoll freiwilliger Helfer einfand – es war die Initiatoren samt ihren Freunden – war es nach anstrengender Arbeit dennoch geschafft. Alle Pflanzen waren bis zum frühen Nachmittag eingepflanzt, und so genossen die Helfer umso mehr das Essen, das ihnen das Café Ernst spendiert hatte.

Besonders erfreulich für Heinz Kapp war, dass viele Passanten kurz innehielten, um sich für das Engagement der Natur- und Umweltschützer zu bedanken. „Viele wollten wissen, wer das hier macht und fanden es toll, dass die einst unattraktive Fläche durch eine so schön gestaltete Anlage ersetzt wird,“ freuten sich Heinz Kapp und die Nabu-Akteure.

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