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Die Post ist plötzlich zu: Filiale in der Hugenottenallee seit Freitag geschlossen

Selbst die Stadt war überrascht: Die Post in der Hugenottenallee ist seit Freitag dicht. Die Post informierte auf Nachfrage, dass es bereits einen Partner gibt.

So mancher Isenburger war erstaunt, irritiert oder sauer, als er mit Paketen unter dem Arm oder Briefen in der Hand ankam und plötzlich vor verschlossenen Türen stand: Die Post in der Hugenottenallee ist seit Freitag zu. An der Tür hängt ein Schreiben: „Die Postfiliale ist bis auf weiteres geschlossen!“, ist dort zu lesen. Außerdem der Hinweis, dass benachrichtige Sendungen im Postbankfinanzcenter in der Carl-Ulrich-Straße 2-6 abgeholt werden können. Und dass die Postfachanlage geöffnet bleibt. Ein Grund für die plötzliche Schließung wird hingegen nicht genannt.

Auch bei der Stadt, in deren Besitz sich das Gebäude befindet, in dem auch die Stadtkasse der Stadtverwaltung untergebracht ist, zeigte man sich überrascht von der jüngsten Entwicklung. Bürgermeister Herbert Hunkel berichtete gestern auf Anfrage, die Stadt sei zwar am 16. Januar schriftlich von der Deutschen Post darüber informiert worden, dass die Filiale in der Hugenottenallee 59 wegen „Geschäftsaufgabe unserer Partnerin leider mit dem Ablauf des 31. März 2019 geschlossen wird. In welcher Form die postalische Versorgung am Standort zukünftig erfolgen soll, wird zur Zeit geprüft. Über das Ergebnis werden wir Sie umgehend informieren“.

Regelung zur Nachfolge

Unmittelbar danach, so berichtet Hunkel, habe er mit dem Beauftragten der Deutschen Post telefonisch Kontakt aufgenommen „und auf die Bedeutung und die Dringlichkeit des Weiterbetriebs der Post in der Hugenottenallee 59 hingewiesen“. Außerdem habe man das Unternehmen aufgefordert, schnellstens eine Nachfolgeregelung zu vereinbaren.

Anfang Februar sei im Rathaus die Info von der Post angekommen, dass ein Nachfolger für den Betrieb der Postfiliale ab 1. April gefunden sei. „Am Freitag wurden wir dann von der neuen Information der Post überrascht, dass der Betrieb der Filiale aus internen Gründen mit sofortiger Wirkung geschlossen wurde“, so Hunkel weiter. „Wir haben daraufhin noch am Wochenende dem Beauftragten der Deutschen Post unser Befremden über dieses Vorgehen mitgeteilt und eine schnellstmögliche Öffnung der Filiale gefordert.“ Denn der Rathauschef erinnert sich noch gut an die Zeit vor ein paar Jahren, als es in der Hugenottenallee für eine Weile keine Post gegeben habe – und betont daher: „Es ist sehr wichtig, dass der Standort erhalten bleibt.“ Am Donnerstag solle es nun ein Gespräch mit der Post und dem avisierten neuen Betreiber geben.

Ein Sonderfall

Stefan Heß, Sprecher der Post, berichtete auf Anfrage gestern, es habe Unstimmigkeiten mit dem Partner gegeben, „da haben wir die Reißleine gezogen“. Details nennt der Postsprecher keine. Er betont aber, der Vorgang sei eher unüblich, denn die Kooperationen mit den Partnern seien grundsätzlich auf Langfristigkeit angelegt und normalerweise gebe es Übergangsfristen, die eingehalten würden, wenn ein Partnerwechsel ansteht. Hier handele es sich jedoch um einen Sonderfall, daher sei man um die kurzfristige Schließung nicht herumgekommen – „allerdings wohlwissend, dass wir bei der Suche nach einer Nachfolgelösung sehr weit sind“. Auch die Post, sagt Heß, lege also keineswegs die Hände in den Schoss, „sondern wir basteln an einer Lösung“. Es gebe bereits einen neuen Partner, der seine Bereitschaft erklärt habe, die Filiale zu betreiben; die Gespräche seien „im Endstadium“.

Heute und morgen, räumte Heß ein, werde es aber vermutlich noch nichts mit der Wiedereröffnung. Es werde wohl ein paar Tage oder Wochen dauern, „aber nicht Monate“, formuliert der Postsprecher vorsichtig.

Bis es so weit ist, müssen die Isenburger also auf andere Standorte ausweichen. Insgesamt gebe es in Isenburg „acht stationäre Vertriebspartner unterschiedlicher Größe“, listet Heß auf, „von ganz groß, wie etwa 700 Meter weiter weg in der Carl-Ulrich-Straße, bis zu sehr klein, etwa in der Ludwigstraße“. Zudem verweist er auf vier Packstationen: Hugenottenallee 59, Carl-Ulrich-Straße 2-6, Frankfurter Straße 168 und am Haus der Vereine in der Offenbacher Straße 35.

(hov)

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