Elektro-Kart beim Open-Doors-Festival

Rasen für einen guten Zweck

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Satter Sound ist beim 25. „Open Doors“ nur von den Musikern zu erwarten. Die Karts auf der angekündigten Rennstrecke werden nämlich einen Elektro-Antrieb haben und damit nicht nur umweltfreundlich, sondern auch nahezu geräuschlos über den Rosenauplatz heizen. Der Erlös des Rennfahr-Geschäfts soll der Kinderhilfestiftung gespendet werden.

Zum Jubiläum verwandelt „Open Doors“ Macher Michael Kercher den Rosenauplatz in eine Rennstrecke. Zum 25. Mal wird Neu-Isenburg vom 21. bis zum 23. Juli Deutschlands „Musikhauptstadt“. An drei Tagen rocken 43 Bands auf zwölf Bühnen und die Frankfurter Straße verwandelt sich zur großen Partymeile. „Dabei werde ich nicht müde, das Ordnungsamt der Stadt an den Rand der Verzweiflung zu bringen“, spielte Kercher, Geschäftsführer der zwölf Löwen auf seinen jüngsten Coup an: Mit dem Stapler-Hersteller Linde Material Handling hat er einen Partner gefunden, der eine 150 Meter lange Kart-Rennstrecke auf dem Rosenauplatz realisiert. Das Unternehmen aus Aschaffenburg hatte bereits 2012 das „Magic Cube“ auf dem Festplatz installiert, von dem aus die Festbesucher Konzerte aus großer Höhe beobachten konnten. Inzwischen fertigt Linde für den CRG Rennstall – in dem auch Nico Rosberg und Louis Hamilton groß geworden sind – Leih-Karts, die auch in Neu-Isenburg an den Start gehen werden.

Das besondere ist der Elektro-Antrieb der Carts. Sie sind damit umweltfreundlich und leise und machen so auch keinen riesigen Radau auf dem Festbetrieb. Schnell sind die kleinen Fahrzeuge übrigens trotzdem: „Wir haben mit dem Linde E 1 den Weltrekord gebrochen, das Kart beschleunigt von 0 auf 100 in 3,45 Sekunden“, erklärt Marcus Rügamer von Linde. Keine Sorge, im Leihbetrieb ist das Cart auf 65 Stundenkilometer gedrosselt. Rennfahrergefühl kommt dennoch auf, denn immerhin sind bis zu vier der Carts gleichzeitig auf der Strecke. Für die Beschleunigung der 200 Kilogramm schweren Fahrzeuge sorgen zwei Asynchronmotoren. Wie bei Formel 1 Rennen steuert der Fahrer das Linde E-Kart über ein Multifunktions-Rennlenkrad. Über einen Boost-Knopf kann er für einige Sekunden die doppelte Leistung abrufen und erreicht so die 65 Stundenkilometer Spitzengeschwindigkeit – perfekt für die Zielgerade!

Damit das Kart-Rennen bei den „Open Doors“ seinen besonderen Reiz bekommt, geht es auch um was: Den drei schnellsten Rennfahrern verspricht Michael Kercher tolle Preise. Der Sieger bekommt von Peugeot in Neu-Isenburg einen Citroën C für ein Wochenende und womöglich noch ein Wellness-Wochenende oben drauf. Wer sich jetzt auch einmal wie Sebastian Vettelfühlen will, kann sich ab sofort auf der Festival Webseite unter anmelden. Ein Ticket für 10 Minuten Adrenalin-geladenen Fahrspaß kostet 15 Euro – allerdings kommen 100 Prozent der Einnahmen dem Charity Projekt für die medizinische Kinderschutzambulanz der Kinderhilfestiftung zugute. „Wir haben schließlich ein Jubiläum zu feiern – ich hoffe, dass wir 25 000 Euro Spendengelder schaffen“, hat sich Kercher hohe Ziele gesetzt. Die Öffnungszeiten für die Kartbahn sind Freitag von 15 bis 21.30 Uhr, Samstag von 11 bis 21.30 Uhr und Sonntag von 11 bis 19 Uhr.

Neben dem Kartrennen freut sich Kercher natürlich auch auf das Programm, dass es auf die Ohren geben wird. Die Isenburger und Musikfreunde aus der ganzen Region werden viele alte Bekannte auf den Bühnen wieder treffen können. Eine Kröte hat Michael Kercher allerdings zu schlucken: Er hat keinen Hauptsponsor gefunden und so wird die Hugenottenhalle nur am Freitagabend bespielt, das beliebte Coverband-Konzert am Samstag muss ausfallen. Dafür wird Radio Bob freitags eine Casting Band ins Rennen schicken, „Purple Rising“ werden spielen und „The Gypsys“ treten mit großem Orchester auf. „Vielleicht können wir für 2018 wieder Pepsico als Hauptsponsor gewinnen“, hofft Kercher. Auch bei einigen Bands weniger halte das „Open Doors“ dennoch die Qualität hoch.

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