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Stefan Niedfeld vom Pfarrgemeinderat an den neu gestalteten Garderobenfächern für die Kindergartengruppe.

Geringer finanzieller Aufwand

Schnelle Lösung für mehr Kita-Plätze in Neu-Isenburg

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Mit der Lösung eines abtrennbaren Kita-Gruppenraums in St. Nikolaus wurde schnell neuer Platz geschaffen und dies mit einem geringen finanziellen Aufwand. Alle Betroffenen sind zufrieden.

Es war die Zerschlagung des berühmten Gordischen Knotens durch Bürgermeister Herbert Hunkel: die meist leerstehenden kirchlichen Räume von St. Nikolaus in Zeppelinheim vorübergehend als Kindertagesstätte zu nutzen. Nach anfänglichem Dafür und Dagegen hat man sich nun, zum Wohle der Kinder, auf eine vertretbare Lösung geeinigt.

Der Gottesdienstraum wird mit einer variablen Wand abgetrennt, dort wird der Kita-Gruppenraum eingerichtet, und im Untergeschoss wurden Garderobenfächer eingerichtet. Zudem wurde, dies war eine besondere Forderung, der Treppenabgang gesichert. Der Abstand der Geländerstäbe war nicht kindgerecht – jetzt ist dort eine Vollverkleidung angebracht worden.

Ideale Lösung: Räume werden jetzt genutzt

„Es ist zwar noch etwas ungewohnt, doch auch für uns ist es eine ideale Lösung, dass die Räume nun genutzt werden“, betont Stefan Niedfeld, vom Kirchenvorstand. Die katholische Gemeinde St. Nikolaus in Zeppelinheim gehört zur Pfarrei St. Josef in der Kernstadt. Alle vertraglichen Regelungen wurden deshalb zwischen der Stadt Neu-Isenburg und dem Pfarrgemeinderat St. Josef, dem auch Mitglieder von St. Nikolaus angehören, abgestimmt.

„Uns ist geholfen, der Stadt ist geholfen, die damit die angespannte Situation der Kitaplätze hier in Zeppelinheim lösen kann“, erklärt Stefan Niedfeld. Durch die Nutzung der kirchlichen Räume wird auch die Pfarrgemeinde finanziell entlastet.

Kirchenraum kann nun abgetrennt werden

Der große ebenerdige Kirchenraum kann nun abgetrennt werden, so dass der Gruppenraum für die Kita-Kinder so bestehen bleiben kann. „Für uns ist der eigentliche Raum für Gottesdienste immer noch groß genug und ein- oder vielleicht zweimal im Jahr brauchen wir den gesamten Raum für unser Pfarrfest oder andere Feiern“, erklärt Niedfeld. Auch dies sei mit der Stadt so abgestimmt und mache keine Probleme, denn das Pfarrfest falle normalerweise in die Ferienzeit, erklärt der stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderates. Die Stadt hat zudem zwei kleine Container auf dem Kirchenareal aufgestellt, die zur Aufbewahrung von Spielgeräten gedacht sind.

Seitens der Stadt Neu-Isenburg stand man vor der Situation, dass ein Mehrbedarf insbesondere an U3-Plätzen erforderlich war. Auch nach Zeppelinheim zogen junge Familien, zudem machte der verordnete Rechtsanspruch auf einen U3-Platz die Situation prekär. Im Prinzip hätte der U3-Bedarf in der Kernstadt abgedeckt werden können, doch wollte man den Familien mit Kleinkindern den täglichen Hin- und Rückweg nicht zumuten. „Ein weiteres Problem war, dass man Kita-Räume oder eine neue Kita nicht aus dem Boden stampfen kann, das dauert mindestens mal zwei Jahre“, so Bürgermeister Herbert Hunkel.

Mehrere Aufgabestellungen gelöst

„Mit der nun gefunden Lösung haben wir gleich mehrere Aufgabenstellungen gelöst. Wir haben recht schnell neuen Platz geschaffen und dies mit einem geringen finanziellen Aufwand“, betont Hunkel. Die Gesamtkosten für die Einrichtung der Interimskindertagesstätte wurden mit rund 80 000 Euro veranschlagt – und werden wohl auch eingehalten. „Und wenn der Kindersegen in naher Zukunft wieder ausbleibt, dann haben wir keine teuren leeren Räume, sondern können alles wieder an die Kirche zurückgeben“, so Hunkel. Die Stadt hat die Betriebsgenehmigung für die Kita-Räume in St. Nikolaus ab dem 21. Januar beantragt.

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