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Bei der lebendigen Krippe des Kinderzirkus Wannabe hat es sich ein Deutscher Riese anstelle der Jesuspuppe im Bettchen gemütlich gemacht. Das hat der Verein improvisiert, aber den kleinen Besuchern des Weihnachtsmarkts im Alten Ort gefällt es gut.

Krippe, Kunstmarkt, Leckereien

So schön ist der Neu-Isenburger Weihnachtsmarkt im Alten Ort

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Der Neu-Isenburger Weihnachtsmarkt gilt als "selbst gemacht"die meisten Stände sind in Vereinshand. Am Wochenende lockte er wieder in das historische Zentrum der Hugenottenstadt - mit Leckereien und einer besonderen lebendigen Krippe.

So richtig vorweihnachtliche Stimmung will auf dem Weihnachtsmarkt im Alten Ort noch nicht aufkommen. Es sind ein paar Stände weniger, aber auch weniger Besucher als sonst. „Vielleicht sind es die Regenschauer, die der Wetterbericht angekündigt hat“, mutmaßt Walter Norrenbrock. Aber Günther Marx ist sich sicher: „Wenn es dunkel wird und Stimmung aufkommt, ist hier alles voll.“

Viele Besucher verzeichnet derweil schon die „lebende Krippe“ des Kinderzirkus Wannabe in der Hirtengasse. Ein richtiger Stall mit Ziege, Heidschnucke und vielen kleinen Hasen ist dort aufgebaut.

„Was liegt denn da in der Krippe?“, fragt eine Mutter überrascht. Auch beim zweiten Blick kann sie das Jesuskind nicht entdecken, sondern nur einen „Deutschen Riesen“, der da ausgestreckt liegt. „Das war unser Problem, wir haben die Puppe vergessen, die da sonst liegt“, erklärt Elfi Elliot vom Kinderzirkus. Kurzentschlossen habe man den Hasen in die Krippe gelegt. „Aber deswegen muss die Weihnachtsgeschichte nicht umgeschrieben werden“, scherzt die stellvertretende Vorsitzende des Wannabe-Vereins. Den Kindern ist es egal – denn den flauschigen Puppenersatz kann man super streicheln.

Zur offiziellen Eröffnung durch Bürgermeister Herbert Hunkel spielt der Posaunenchor vom Turm der Kirche am Marktplatz. „Ich habe auch in diesem Jahr viele Briefe von Kindern bekommen – einen ganz speziellen von Paula aus Gravenbruch, der sich mit dem Weihnachtsfest beschäftigt. Sie wird ihn selbst vorlesen“, sagt Herbert Hunkel. „Ich freue mich immer sehr auf Weihnachten und wenn ich Geschenke einpacke, denke ich an die vielen Kinder in der Welt, die nichts bekommen“, sagt die Schülerin, bevor sie allen – besonders den Kindern – ein friedliches Weihnachtsfest wünscht. Dann lauschen die Besucher dem Kinderchor der Musikschule, den Thomas Peter-Horas mit seinem Akkordeon begleitet, und weihnachtlichen Melodien der Bläserklasse der Goetheschule.

Wie vorhergesagt füllt sich der Weihnachtsmarkt mit Anbruch der Dämmerung. Die Besucher bummeln an den Ständen entlang, an denen es so manche Leckerei gibt. Traditionell sind die Bäckerei Fehr mit ihren begehrten Weihnachtsstollen und die Metzgerei Kohout mit knackigen „Roster“ aus der thüringischen Partnerstadt Weida dabei. Am Mandelstand in der Kronengasse rührt Reinhold Hehn mit dem großen Kochlöffel im Feuertopf. „Da darf keine Pause entstehen, sonst sind die Dinger angebrannt und die ganze Arbeit für die Katz“, erklärt der Spezialist.

Die meisten Stände betreiben Vereine, Kirchen und Institutionen. Doch es gibt ein Problem. „Wir engagierten Alten stehen zu unseren Traditionen, doch wir werden immer älter – es fehlen junge Leute, die das weiterführen“, bedauert Hans-Ludwig Grüschow vom Lions Club.

Wer sich aufwärmen möchte, besucht den Kunstmarkt im Haus zum Löwen. „Hier ist alles perfekt, es gibt sehenswerte Kunstartikel und auch was zur inneren Erwärmung“, lobt Kulturdezernent Theo Wershoven das Angebot – und den Punsch nach Geheimrezept. Ein exklusives Geschenk sind die Geschenktüten, die unter der Anleitung von Marcus Bronszkowski frisch und per Hand gedruckt wurden. „Wer hier etwas kauft, bekommt eine solche schöne Tüte“, erklärt Kati Conrad, die den Künstlermarkt organisiert. Auch ein Besuch des Basars im Saal der Marktplatzgemeinde lohnt sich in doppelter Hinsicht: Hier können die Erwachsenen schöne Handwerksarbeiten des Frauenkreises erstehen und die Kinder werden unterhalten: am Samstag mit der Märchenstunde, am Sonntag mit dem „kalte Nasen Konzert“.

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