Entlastung für Fördervereine

Schulkinderbetreuung soll in Neu-Isenburg neu organisiert werden

  • schließen

Geht es nach dem Magistrat, wird die Schulkinderbetreuung in Neu-Isenburg neu organisiert. Dafür soll eine gemeinnützige GmbH ins Leben gerufen werden.

Der Bedarf an Betreuungsplätzen ist immens gestiegen: Im Jahr 2002 wurden in Neu-Isenburg 220 Hortplätze nachgefragt, im Schuljahr 2016/17 werden 931 Kinder ganztägig betreut. Um dem hohen Betreuungsbedarf von Kindern im Grundschulalter gerecht zu werden, fördert die Stadt seit zehn Jahren den Ausbau der Ganztagesbetreuung an allen örtlichen Schulen. 75 Prozent aller Isenburger Kinder werden auch in den Nachmittagsstunden betreut. Damit steht die Stadt bei der Betreuungsquote an der Spitze im Kreis Offenbach.

Bislang wurde die Betreuung ehrenamtlich von den Fördervereinen organisiert und von der Stadt mit 3,1 Millionen Euro finanziert. Hinzu kamen Zuschüsse an die Fördervereine von 1,1 Millionen Euro. „Diese Belastung und Verantwortung ist nicht mehr zumutbar“, sagt Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos). Die Eltern hätten in den Fördervereinen großartige Arbeit geleistet und Modelle entwickelt, die an allen Grundschulen eine verlässliche Nachmittagsbetreuung auf den Weg gebracht hätten. Jetzt stoße diese vereinsgestützte Arbeit an ihre Grenzen. In jedem Förderverein musste eine Geschäftsführung eingestellt werden. Zudem wurden eigene Mitarbeiter engagiert, um den Personalbedarf zu decken.

Deshalb bringt der Magistrat einen Antrag zur Gründung einer Betreuungs gGmbH in die nächste Stadtverordnetenversammlung ein. Dies diene zur Sicherung der Trägerschaft der Schulkinderbetreuung, alle Mitarbeiter sollten in diese Gesellschaft übergeleitet werden. „Eine Neuorganisation der Betreuung war unumgänglich,“ verdeutlicht Hunkel. Die GmbH, für die eine Geschäftsführung bestellt werden soll, solle die Fördervereine entlasten und ihnen wieder Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben verschaffen.

Raphael Krause, damals Vorsitzender des Fördervereins der Ludwig-Uhland-Schule, hatte schon im November 2014 betont, dass es „essenziell“ für die Fördervereine sei, eine neue Organisationsform zu finden. In einem Brief erklärte er, dass die Situation den Fortbestand der Fördervereine stark gefährde. Aufgrund der Aufgabenfülle und Verantwortung dieses Ehrenamts sei es quasi unmöglich, Nachfolger im Vorstand der Fördervereine zu finden. Im September 2016 präsentierte Krause seine Nachfolger und bedankte sich bei Herbert Hunkel und Bernd Pufahl, Leiter des Fachbereichs Kinder und Jugend, dafür, die Weichen für eine gGmbH gestellt zu haben. Nur so sei es möglich gewesen, Nachfolger für die Vorstandsarbeit zu finden.

Das Stadtparlament entscheidet am Mittwoch, 12. Oktober, über dieses Konzept. Mit dem Kreis wurde vereinbart, dass die Förderung aus dem „Pakt für den Nachmittag“ für den weiteren Ausbau der Betreuung eingesetzt wird. Die 68 Mitarbeiter der Fördervereine sollen zum nächstmöglichen Zeitpunkt in die Gesellschaft mit dem Namen NIKI gGmbH Neu-Isenburger Kinder übergehen. Hunkel betonte, dass alle Vorstände der Fördervereine sich für die Neuorganisation ausgesprochen hätten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare