Ultramarathon

Sportlicher Isenburger lief für die gute Sache

Monatelang hat sich Mario Müller auf diesen Tag vorbereitet. Der 35-jährige Feuerwehrmann ist in rund neuneinhalb Stunden soweit gelaufen, wie manch einer in neuneinhalb Jahren nicht.

Monatelang hat sich Mario Müller auf diesen Tag vorbereitet. Der 35-jährige Feuerwehrmann ist in rund neuneinhalb Stunden soweit gelaufen, wie manch einer in neuneinhalb Jahren nicht. 100 Kilometer, das sind zweieinhalb Marathonstrecken am Stück, einen „Ultramarathon“ nennen Cracks einen derartigen Streckenlauf. Als wäre das nicht schon beachtlich genug: Jeder von Müller gelaufene Kilometer kommt auch noch einem wohltätigen Zweck zugute.

„Damit sich das Training in den vergangenen Monaten gelohnt hat und als kleine Motivation zum Durchhalten“, sagte der gebürtige Osterburger (Landkreis Stendal) vor dem Lauf. Er kündigte an, dass er selbst für jeden gelaufenen Kilometer zwei Euro an den Verein für brandverletzte Kinder, „Paulinchen“, spenden würde. Und damit noch etwas mehr zusammenkommt, holte er seine Feuerwehrkollegen aus Neu-Isenburg und dem Stadtteil Zeppelinheim mit ins Boot.

Die Aktion sprach sich rum, und so haben auch viele Freunde und außerdem die Kollegen von der Frankfurter Flughafenfeuerwehr, dem Arbeitgeber von Mario Müller, ihre Unterstützung zugesagt. Nicht zuletzt Bürgermeister Herbert Hunkel will auch seinen Beitrag in Form einer Spende leisten.

Großen Zuspruch für sein Vorhaben bekam der 35-Jährige schließlich noch via Facebook. Samstagmorgen um 5 Uhr, kurz bevor er sich auf die 100 Kilometer lange Strecke von Rothenburg nach Wertheim durchs Taubertal aufmachte, meldete er sich über das soziale Netzwerk noch einmal zu Wort: „Unzählige Trainingskilometer liegen hinter mir – Schweiß, Schmerzen, Frustration. Jetzt bin ich froh, dass es endlich losgeht.“ Und so ging es dann um 6 Uhr in Rothenburg auf die Strecke.

Ehefrau Katrin, die ebenfalls bei der Neu-Isenburger Feuerwehr aktiv ist, und zahlreiche weitere Unterstützer waren mit dabei, als der Vater eines zwei Jahre alten Sohnes bereits nach gut vier Stunden in Bad Mergentheim einlief – die Hälfte der Strecke hatte er da schon bewältigt. Gerade einmal etwas mehr als fünf Minuten benötigte Müller für jeden einzelnen gelaufenen Kilometer. „Die Füße schmerzen, aber er läuft schon wieder“, kommentierte seine Frau, als der engagierte Feuerwehrmann knapp sechseinhalb Stunden nach dem Start die 71-Kilometer-Marke geschafft und für eine Stärkung kurz pausiert hatte.

Trotz aller Qualen: Seine beiden Arme konnte Mario Müller noch hoch reißen, als er nach 9 Stunden und 32 Minuten, erschöpft aber zufrieden, als achter die Ziellinie überquerte. 99 Läufer waren im Morgengrauen auf der Burg in Rothenburg gestartet, 63 sind innerhalb des Zeitlimits – vor Einbruch der Nacht – an der Wertheimer Burg angekommen. Hierfür gab’s eine Medaille vom Wertheimer Burgfräulein, außerdem einen echten Ritterschlag. Und: Ein Bier, eine Pizza, mindestens 3000 Euro für „Paulinchen“ sowie Glückwünsche für eine herausragende sportliche Leistung.

(fnp)

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