Radtour wandelten auf historischen Fluchtwegen

Auf den Spuren der Glaubensflüchtlinge

Die Teilnehmer einer Radtour wandelten auf historischen Fluchtwegen. Auf Einladung des GHK erfuhren sie dabei Interessantes zu Waldensern und Hugenotten.

„Mit dem Verein für Geschichte, Heimatpflege und Kultur (GHK) auf den Spuren der Hugenotten und Waldenser . . .“ So hieß eine kleine Zeitreise mit dem Fahrrad über 30 Kilometer von Neu-Isenburg über Zeppelinheim nach Walldorf und zurück. Unter der Führung von Franz Drews und Christian Andersch vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), begab sich eine 25-köpfige Radlertruppe mit dem GHK-Vorsitzenden Bürgermeister Herbert Hunkel und seiner Frau Bärbel an der Spitze vom Neu-Isenburger Rathaus aus auf diese Geschichtstour.

Erste Hinweise und Erklärungen zu dem Zug der Glaubensflüchtlinge gab es schon am Eingang zum Tannenwald und an den Schautafeln am Gehspitzweiher. Teilweise wurde auf den alten Wanderpfaden der Waldenser und Hugenotten geradelt. In Zeppelinheim gab es eine willkommene Unterbrechung mit der Besichtigung des Zeppelin-Museums. Dort erfuhren die Teilnehmer neue und interessante Details zur früheren Frankfurter Heimat der riesigen Luftfahrtschiffe.

Im Walldorfer Waldenser-Museum vermittelte Erwin Pons dann in spannender Form einen Rückblick in die Geschichte, von der sich ein weiter Bogen in die heutige Zeit der vielen Flüchtlinge spannt. Wegen ihres französisch reformierten christlichen Glaubens, deren Ausübung ihnen König Ludwig XIV. von Frankreich untersagte, kamen zunächst die Waldenser aus Genf auf diesen Flüchtlingspfad. Teilweise großzügige protestantische Landesfürsten spendierten ihren Familien Ländereien zur Ansiedlung. Diese reichten aber oftmals größenmäßig nicht zur Existenz der Familien aus. So mussten viele der rund 170 000 Religionsflüchtlinge weiterziehen. Ansiedelungen in der Schweiz, in Baden, Württemberg und Hessen bis hinauf nach Bad Karlshafen geben Zeugnis auf diesem historischen Fluchtweg über 1800 Kilometer Gesamtlänge. Der Ausflug in die Geschichte zeigte den Teilnehmern die teilweise Verbundenheit mit der heutigen Zeit.

Mit der Besichtigung des wieder begehbaren Luftbrückendenkmals mit seinen historischen „Rosinenbombern“ ging es zurück in die Neu-Isenburger Neuzeit.

Weitere Infos gibt es unter und

(fnp)

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