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Stadt errichtet für 2,2 Millionen Euro neue Unterkunft für Obdachlose

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Von: Leo Postl

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Hochwertig in Modulbauweise wurde die Obdachlosenunterkunft in der St.  Florian-Straße erstellt.
Hochwertig in Modulbauweise wurde die Obdachlosenunterkunft in der St. Florian-Straße erstellt. © Leo F. Postl

Die Container-Unterkunft in der St. Florian-Straße hat ausgedient. Deren Bewohner ziehen in den nächsten Tagen in das neue, gegenüber liegende Domizil im Neubaugebiet Birkengewann. Es wurde in Modulbauweise erstellt.

Im Neubaugebiet Birkengewann herrscht mittlerweile rege Bautätigkeit. Doch es ist nicht der Lidl-Markt, wie viele Passanten vermuteten, sondern die neue Obdachlosenunterkunft, die als erstes Gebäude bezugsfertig ist. Für rund 2,2 Millionen Euro ließ die Stadt Neu-Isenburg durch ihre „Tochter“ Gewobau die neue Unterkunft für Obdachlose errichten. „Hier wurde für jene Mitbürger, die wirklich darauf angewiesen sind, ein vorbildlicher Aufenthalt geschaffen“, sagte Gene Hagelstein, Vorsitzender des Sozialausschusses, bei der Besichtigung.

Lärmvorschriften beachten

Der Hintergrund: Die Kommunen sind verpflichtet, Obdachlosen eine Unterkunft zur Verfügung zu stellen. In Neu-Isenburg gibt es seit vielen Jahren die aus einem Containersystem bestehende Obdachlosenunterkunft in der St. Florian-Straße, nördlich des Feuerwehrstützpunktes und des Technischen Hilfswerkes. Dieses Containerverbundsystem muss nun weichen, da im Zuge der Bebauung des Neubaugebietes Birkengewann Lärmvorschriften beachtet werden müssen. Entlang des THW-Stützpunktes soll eine bis zu sieben Meter hohe Lärmschutzwand errichtet werden, damit die künftigen Bewohner des Birkengewann nicht vom „Arbeitslärm“ des THW nicht über die Maßen betroffen werden. Ferner führt hier auch die künftige Alarmzufahrt zur Feuerwache entlang – damit wird eine Gegenverkehrssituation mit entsprechendem Gefahrenpotenzial – von eintreffenden Rettungskräften und ausfahrenden Einsatzfahrzeugen – vermieden.

Die neue Obdachlosenunterkunft auf dem 1972 Quadratmeter großen Grundstück auf der anderen Seite der Sankt-Florian-Straße gelegen, wurde in Modulbauweise, also wesentlich hochwertiger, erstellt. Im zweigeschossigen Gebäude gibt es vier 2-Zimmerwohnungen, acht 1-Zimmerappartements und 16 Doppelzimmer. „Wir haben auf Hochwertigkeit und damit auch Langlebigkeit gesetzt“, betonte Stephan Burbach, Geschäftsführer von Gewobau. Um das Gebäude mit den Abmessungen 36 Meter und 14,20 Meter gibt es viel Freiraum, mit Spielplatz, Aufenthaltsbereich und fünf Pkw-Stellplätzen sowie zwei Garagen. „Das Gesamt-Areal ist mit einem Zaun umgrenzt, sodass gerade für Bewohner mit Kindern ein sicherer Bereich entstanden ist“, hob Burbach hervor.

Nicht nur das Nötigste

Die Mitglieder des Ausschusses für Familie, Jugend, Senioren und Soziales zeigten sich durchweg beeindruckt von der Wertigkeit des Gebäudes als auch der Einrichtungen. „Ja, das kann man wirklich vorzeigen, hier wurde nicht nur das unbedingt Nötigste hingestellt, sondern eine den Menschen würdige Unterkunft“, war auch Inge Manus, die stellvertretende Ausschussvorsitzende überzeugt. Cornelia Mateos, Fachbereichsleiterin Soziales im Neu-Isenburger Rathaus, sowie Christopher Radke von der städtischen Lebens- und Konfliktberatung haben alle verwaltungstechnischen Vorarbeiten abgeschlossen.

Die Bewohner der bisherigen Obdachlosenunterkunft können in den nächsten Tagen in ihr neues Zuhause wechseln. Und eine frohe Botschaft hatte Gewobau-Geschäftsführer Stephan Burbach auch noch: „Wir werden im Kostenrahmen von 2,2 Millionen Euro bleiben – vielleicht sogar noch etwas darunter.“

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