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Stadtarchiv in Neu-Isenburg feiert Jubiläum

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Von: Leo Postl

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Das Stadtarchiv Neu-Isenburg feierte sein 15-jähriges Bestehen. Der Ort der Historie ist mittlerweile selbst zu einem historischen Ort geworden.

Archive haben oft etwas „Modriges“ an sich, doch dass es auch ganz anders geht, dies beweist das Stadtarchiv Neu-Isenburg. Lange Zeit war es tatsächlich in einem dunklen Keller unter dem Rathaus beheimatet, und dies war auch der Grund, weshalb Claudia Lack der Stadt Neu-Isenburg damals den Rücken kehren wollte. Dieses Geheimnis lüftete Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) bei der Feier zum 15-jährigen Bestehen in den vorbildlich hellen Räumen des Stadthauses. Dort befindet sich nämlich seit September 2012 das Stadtarchiv, mit Verwalterin Claudia Lack und einem engagierten ehrenamtlichen Helferteam. Den kleinen Festakt begleitet die Band „Simplified“ musikalisch und Frank Wolf zeigte eine Bilderausstellung vom internationalen Kuchenfest im Stadtteilzentrum West.

Fest etabliert

Als am 23. Februar 2001 das Stadtarchiv in der Beethovenstraße 55 eröffnet wurde, rückte es auch ins Licht der Öffentlichkeit. Die Leiterin Claudia Lack präsentierte nicht nur passende Ausstellungen, sondern das Archiv wurde vermehrt von Besuchern aufgesucht. Aufrufe, nicht mehr benötigte historische Dokumente dem Stadtarchiv zu überlassen, erweiterten den Bestand – und die Räume wurden zu klein. So kam es zu dem Umzug in die historischen Räume des ehemaligen Alten Stadthauses.

Das Stadtarchiv hat sich in der Stadt fest etabliert und wird von den Bürgern gerne angenommen. Das Archivteam konzipiert nicht nur regelmäßig Ausstellungen zu historischen und auch aktuellen Themen, sondern kooperiert auch mit der Seminar- und Gedenkstätte Bertha-Pappenheim-Haus, der Jüdischen Volkshochschule und der evangelisch-reformierten Gemeinde Am Marktplatz.

Bei der Feierstunde lobte Bürgermeister Hunkel nicht nur das besondere Engagement von Claudia Lack, sondern auch das ehrenamtliche Team mit Heidelore Kretschmann (Schwerpunkt Ausstellungsvorbereitung und Zusammenstellung), Renate Koenen (Schwerpunkt Presseausschnitte und Reihe „Gefunden im Stadtarchiv), Birgit Schäfer (Schwerpunkte Fotoarchiv, Schenkungen und Gaststätten) und seit kurzem Bernd Schander (Schwerpunkt CD- und DVD-Archiv), der nun die scheidende Christel Passinger ersetzt. Claudia Lack selbst kümmert sich um Recherche, Mitarbeit bei Publikationen, Koordination, Ausstellungsorganisation, Archivierung und das Verwaltungsarchiv.

Seit Bestehen des Archivs wurden bis heute mehr als 4000 Besucher gezählt. „Allein in diesem Jahr wurden 37 interne Recherchen und Aufträge bearbeitet, insbesondere für das Standesamt, das Ortsgericht oder auch für die Presse“, führte Claudia Lack aus. Weiterhin wurden 64 externe Anfragen, wie die der Stadtarchive Frankfurt, Offenbach, ja sogar Schwetzingen sowie der Fluglärmkommission oder der Hochschule Darmstadt zu verschiedenen Fakten bearbeitet.

In diesem Jahr war das Stadtarchiv an 25 Veranstaltungen beteiligt. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter schilderten aus ihrer Sicht, wie schnell 15 Jahre vergangen sind und wie interessant die Arbeit im Archiv doch sein kann. „Ich selbst habe noch viel über Neu-Isenburg gelernt“, sagte Heidelore Kretschmann.

Ausstellung im März

„So viel Engagement muss man einfach loben und anerkennen“, betonte Hunkel und überreichte eine Jubiläums-Marzipantorte. Gerhard Gräber ging mit bestem Beispiel voran und überließ dem Archiv die Entlassungsurkunde seines Vaters aus amerikanischer Gefangenschaft. „Ich will damit ein Vorbild geben, denn viele für die Stadt wertvolle Dokumente werden doch irgendwann mal von den Nachkommen entsorgt – und das wäre schade“, so Gräber.

Zu den interessantesten Ausstellungen zählten „Essen in Hessen“, ferner „Alles über Kartoffel“ oder auch die „Zeitreise in die 50er und 60er Jahre“. „Die nächste Ausstellung befasst sich mit dem Alten Ort und wird am 21. März 2017 eröffnet. Außerdem ist eine Ausstellung zur Wirtschaftsgeschichte der Stadt Neu-Isenburg in Vorbereitung“, verriet Lack.

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