+
Kristin Follmann erstellte das neue Steuerungsprogramm für die vielen Ampeln am Kreisel-Ei.

Verkehrsführung

Studentin bringt Ordnung ins Ampelchaos am Kreisel-Ei

  • schließen

In zwei Wochen werden die Ampeln des Kreisel-Eis neu programmiert. Das kostet 25 000 Euro. Die Lösung für das derzeitige Ampelproblem kommt von einer Studentin.

Der Verkehrsknotenpunkt Carl-Ulrich-Straße/Schleussnerstraße/Hugenottenallee, von den Isenburgern scherzhaft „Kreisel-Ei“ genannt, ist keine „runde Sache“. Das bezieht sich nicht nur auf die äußere Form, denn seit dem Umbau des Verkehrsknotenpunkts zu einer kreisverkehrsähnlichen Anlage, gab es zwar mehrfach Änderungen, doch die Verkehrsteilnehmer sind nach wie vor unzufrieden. Nun soll ein weiterer Anlauf zur Optimierung des Verkehrsflusses unternommen werden.

Als Vorgriff auf eine optimale Verkehrsführung der Zukunft wurde die Carl-Ulrich-Straße an der Kreuzung Frankfurter Straße stadtauswärts als Einbahnstraße geplant – und auch umgebaut. Die Verkehrsexperten rieten seinerzeit von einem reinen Kreisverkehr ab, da dieser Verkehrsknotenpunkt auch von vielen Radfahrer und Fußgängern zum Queren genutzt wurde. Also wurden Ampeln installiert – und zwar nicht zu wenige. Nach ersten heftigen Kritiken wurden zwar neue verkehrstechnische Untersuchungen seitens der Stadt Neu-Isenburg in Auftrag gegeben und auch Änderungen der Ampelphasen vorgenommen, doch das Ergebnis ist dennoch nicht zufriedenstellend.

So zeigen derzeit nicht weniger als sieben Ampeln „grün“, um den Verkehr auf der Westseite des Kreisel-Eis in der Nord-Süd-Richtung abzusichern. Dies hat zur Folge, dass andere Ampeln „rot“ zeigen müssen und so den Verkehrsfluss hemmen. Gerechterweise muss erwähnt werden, dass für die Planung dieses Verkehrsknotenpunkts nicht nur die veralteten Daten aus dem Jahr 2003 zugrunde lagen, sondern damals weder das Stadtquartier Süd noch die Regionaltangente West ein Thema waren.

Die Aufgabe, ein neues Ampelkonzept zu erarbeiten, wurde Kristin Follmann übertragen. Die Studentin des Bauingenieurwesens an der Technischen Hochschule Darmstadt brauchte noch ein Thema für ihre Bachelor-Arbeit. „Als ich gefragt wurde, ob ich das machen möchte, war ich sofort begeistert. Als ich jedoch das erste Mal das Ding hier sah, kamen mir doch Bedenken“, sagt die 23-jährige Studentin. Zusammen mit einigen Kommilitonen machte sie sich an die Arbeit.

„Wir sind mehrmals als Fußgänger über alle möglichen Querungen gegangen und haben uns die Verweilzeiten notiert, dann das Gleiche mit dem Fahrrad“, schildert Kristin Follmann ihre Herangehensweise. Am interessantesten sei es gewesen, als Beifahrer mit im Auto zu sitzen und die Reaktionen des Fahrer zu sehen, der das erste Mal durch diese Anlage fährt. Follmann verweist auf so manches „huch, da darf man links abbiegen“ bei der Fahrt aus der Hugenottenallee in Richtung Innenstadt.

Wie Edwin Mayer vom Büro Habermehl und Vollmann erklärte, gibt es zu bestimmten Verkehrszeiten eine Überlastung des Verkehrsknotenpunktes mit der Folge von längeren Wartezeiten für die Verkehrsteilnehmer.

Kristin Follmann ließ per Programm unterschiedliche „Verkehrsmengen“ durch den Knotenpunkt fahren und änderte immer wieder die Ampelphasen. „Ich habe das so lange gemacht, bis ich keine Optimierung mehr erreichen konnte“, betont Follmann. Derzeit liegt die Auslastung bei rund 90 Prozent, nach der Überarbeitung des Ampelsteuerungsprogramms nur noch bei 76 Prozent – also mit noch Kapazität nach oben.

„Die Lösung wird nicht nur den derzeitigen Nutzungsanforderungen gerecht, sondern erlaubt zugleich die Möglichkeit der Anpassung an zukünftige sich ändernde Strukturen“, betont auch Edwin Mayer. Die Vorgabe war, keine teuren baulichen Veränderungen mit einzuplanen. Diese hat Follmann erfüllt. Die Umprogrammierung der Ampelsteuerungen soll in zwei Wochen erfolgen, die Kosten betragen rund 25 000 Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare