Ausstellung

"Surreale Landschaften" ziehen den Blick auf sich

  • schließen

Werke von Bernhard Marx sind derzeit in der Volksbank Dreieich in Neu-Isenburg zu sehen. Die Arbeiten entstanden in den 1960er und 1970er Jahren.

Es sind ausdrucksstarke, auch ein bisschen düstere Bilder, welche die Kundenräume der Volksbank in Neu-Isenburg zieren. Dreidimensional und in besonderer Tiefe ziehen die „Surrealen Landschaften“ von Bernhard Marx die Blicke der Betrachter auf sich. In dieser Woche feierte die Familie des aus Schlesien stammenden und in Frankfurt wirkenden Künstlers die Ausstellungseröffnung in der Bank mit vielen Gästen und Freunden.

Ausgewählte Arbeiten

„Die Ausstellung entführt uns in die Gedankenwelt eines vielseitigen Künstlers. Marx schuf Gemälde und Objekte, Grafiken und Zeichnungen, die uns heute noch in andere Dimensionen mitnehmen“, erläuterte Kunsthistorikerin Esther Erfert, die in die Vernissage einführte.

Die ausgewählten Arbeiten entstanden in den 1960er und 70er Jahren. Damals war Marx als gelernter Kirchenmaler und Absolvent der Kunsthochschulen in Prag und Brünn, Bühnenmaler und Kascheur an den Städtischen Bühnen in Frankfurt. Der Maler war aktiv im Bund Bildender Künstler und Mitbegründer der Klosterpresse im Karmeliterkloster. „Marx erkannte früh, dass ein Wachstum und das Ausbeuten der Natur zu einer Katastrophe führen würde. Er als Künstler sog diese Ereignisse in sich auf und verarbeitete sie in seiner Kunst. Bernhard Marx verband Traumwelten mit der Realität, viele seiner Werke werden so zu Zeitzeugen“, erläuterte Erfert weiter.

Besonders in den Holzobjekten und Assemblagen sei eine starke Auseinandersetzung mit den Zuständen der Welt im Allgemeinen zu erkennen. „Aber auch seine nähere Umgebung verarbeitet er in Objekten mit den Titeln ,Mein Frankfurt und Höchst-Frankfurt’. Erstaunlich, wie nah seine Kulisse der heutigen Skyline kommt“, wies die Kunsthistorikerin auf die hohen Häuser der Frankfurt-Werke hin.

Ein Vorbild

Ganz persönlich und liebevoll war auch die Erklärung von Roswitha Korsch, der Tochter von Bernhard Marx, die sich an das Zusammenleben mit dem vor 25 Jahren gestorbenen Künstler als Familienvater erinnert. „Unser Vater lebte einen traumwandlerischen Seiltanz zwischen Wirklichkeit und Fantasie. Und wir Kinder bewunderten diese Begabung. Seine Schaffenskraft, Energie und Willensstärke waren für uns Kinder immer ein Vorbild“, erklärte Roswitha Korsch. Sie betonte, wie stolz sie sei, eine so positiv prägende Kindheit erlebt zu haben.

Die Bilder von Bernhard Marx sind noch bis zum 6. Juni in der Isenburger Filiale der Volksbank in der Frankfurter Straße zu sehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare