Zu viele Leerfahrten

Testbetrieb des Neu-Isenburger Sammeltaxis eingestellt

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Von Gravenbruch aus fuhr ein Anrufsammeltaxi zum Waldfriedhof. Doch der Testbetrieb endet am morgigen Samstag. Bei 88 Fahrten waren es gerade einmal 30 Gäste.

Wie oft fuhr Mohammad Arsuad mit seinem Anrufsammeltaxi von Gravenbruch allein zum Waldfriedhof in Neu-Isenburg. Die Gravenbrucher hatten über ihren Ortsbeirat eine direkte Busverbindung von ihrem Stadtteil zum schlecht per öffentliche Verkehrsmittel erreichbaren Waldfriedhof gefordert. Da ein regulärer Busbetrieb recht hohe Kosten verursacht hätte, richteten die Stadtwerke Neu-Isenburg zunächst einen Testbetrieb auf der Basis des Anrufsammeltaxis (AST) ein.

Das AST 51 fuhr mittwochs um 11 Uhr an der Haltestelle Ost in Gravenbruch los, fuhr die Haltestellen Dreiherrnsteinplatz und Stieglitzstraße an, um gegen 11.10 Uhr an der Haltestelle Waldfriedhof an der Neuhöfer Straße anzukommen. Dort hatten die Friedhofsbesucher dann eine Stunde Zeit, um ihre Gräber zu besuchen, damit sie mit dem AST um 12.15 Uhr wieder nach Gravenbruch zurückfahren konnte. Samstags fuhr das AST um 14 Uhr in Gravenbruch los, erreichte den Waldfriedhof um 14.20 Uhr und fuhr um 15.15 Uhr zurück.

„Wir hatten diesen Testbetrieb wie einen regulären Fahrplan eingerichtet, man musste sich nicht, wie allgemein üblich, beim Anrufsammeltaxi eigens anmelden“, erklärte Kirk Reineke, Geschäftsführer der Stadtwerke Neu-Isenburg.

Jetzt, nach der Testphase, die seit dem 3. Mai lief, liegt jedoch eine mehr als ernüchternde Bilanz vor. Bei den 88 angebotenen Fahrten hatten wir gerade einmal 30 Fahrgäste“, verwies Reinke auf den nicht weiter zu verantwortenden Betrieb. „Wir als Stadtwerke tun alles, um die Bürger zufrieden zu stellen, doch wir haben auch eine verantwortbare wirtschaftliche Bilanz vorzulegen“, so Reineke.

Dieses Zusatzangebot wird nun zum 28. Oktober wieder eingestellt – am morgigen Samstag fährt also das AST ein letztes Mal von Gravenbruch zum Waldfriedhof. „Bedauerlicherweise wurde das Angebot nicht angenommen. Nach knapp einem halben Jahr des Testbetriebes lautet das Ergebnis: Deutlich mehr Leerfahrten als Fahrten mit Fahrgästen“, betont Kirk Reineke. Nicht nur aus finanzieller Sicht, sondern auch aus Umweltschutzgründen sei eine Weiterführung des AST nicht zu verantworten. Noch vor der letzten Fahrt dankte Stadtwerke-Geschäftsführer Kirk Reineke noch einmal AST-Fahrer Mohammad Arsuad für seine verlässlichen Dienste.

Aber es gibt auch eine andere Perspektive. Die Nachfrage von Fahrten vom Waldfriedhof und aus dem Osten des Buchenbuschs in das Zentrum der Kernstadt hat beträchtlich zugenommen. „Wir wollen hier den Bürgern ein weiteres Angebot bereitstellen und versuchen dies über das ÖPNV-Busnetz zu realisieren“, erklärt Kirk Reineke und verweist auf bereits laufende Gespräche. Sobald es hier „spruchreife“ Fakten gebe, wollen die Stadtwerke Informationen für die Bürger bereitstellen.

(lp)

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