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Thomas Reiter verweist auf das Vorhaben der ESA, bald eine erfolgreiche Mondlandung zu realisieren.

Ein Astronaut in der Hugenottenhalle

Mit Thomas Reiter ins All

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In seinem Vortrag erinnerte sich Thomas Reiter an seine erste Begeisterung für die Raumfahrt. Im Weiteren ging der ehemalige Astronaut auf die Zukunft der bemannten Raumfahrt ein und sprach über die aktuelle Mission der Europäischen Weltraum-Agentur.

„Willkommen in der Raumstation Hugenottenhalle.“ Mit diesen Worten hieß Herbert Hunkel, Vorsitzender des Vereins für Geschichte, Heimatpflege und Kultur und Bürgermeister Neu-Isenburgs, nicht nur die zahlreichen erwartungsvollen Gäste, sondern auch den Ehrenbürger der Stadt Neu-Isenburg, den ehemaligen Astronauten Thomas Reiter, willkommen und erklärte: „Thomas ist ein ,Iseborjer Bub’ und war als Astronaut sowohl auf der russischen Raumstation MIR als auch auf der Internationalen Raumstation ISS“, um sodann den ehemaligen Astronauten zu überraschen: „Wir hätten diesen Termin nicht besser wählen können, denn am 20. Oktober 1995 öffneten Sie erstmals die Tür zur Raumstation MIR.“ Dieses Datum hatte Reiter bereits vergessen. Insgesamt war der Astronaut mehr als 350 Stunden im All und schwebte mehr als 14 Stunden bei seinen Außeneinsätzen frei im Weltraum.

Der Schwerpunkt des Vortrags von Thomas Reiter lag jedoch an diesem Abend auf der bemannten Raumfahrt. Allerdings bezog er sich auch auf die aktuellen Ereignisse, wie die Mission der Sonden „Rosetta“ und „Philae“ zum Kometen Tschurjumov-Gerassimenko, sowie die jüngste Mars-Mission die vor zwei Tagen nicht ganz so erfolgreich endete. „Ich erinnere mich gut, wie ich als Elfjähriger die erste Mondlandung bei den Nachbarn verfolgt habe, da die einen Farbfernseher hatten“, beschrieb Thomas Reiter sein frühes Interesse an der Raumfahrt. Dann habe er in Mathe und Physik besser aufgepasst als in anderen Fächern, was ihm bei der Realisierung seines Lebenstraums zugute kam.

„Ich habe damals nicht damit gerechnet, einmal wirklich unsere schöne Erde verlassen und frei im Weltraum schweben zu können, aber alle Mühen und Anstrengungen waren es wert“, betonte Thomas Reiter. In seiner Definition des Themas Erforschung des Weltraums verwies der ehemalige Astronaut darauf, dass dies kein definiertes Ende haben könne. „Das Universum ist für uns unendlich, aber unsere technischen Möglichkeiten zu begrenzt“, so Reiter.

Wie geht es nun weiter mit der bemannten Raumfahrt und der Erforschung des Universums? – „Es ist eine Frage des Geldes, wie schnell und wie weit der Mensch in den Weltraum vordringen wird“, sagte Thomas Reiter und verwies auf die enormen Kosten für die Vorbereitung der Astronauten, den Bau neuer Transportmittel und die Versorgung und Unterhaltung der bestehenden Raumstation und erst recht die Verwirklichung weiterer Basen auf dem Mond oder anderen Planeten. „Eine Reise zum Mars dauert mindestens 800 Tage, da kann man nicht so einfach hin und wieder zurückfliegen.“ Nach der Landung auf dem Mars, müsse das Zeitfenster für die Rückreise abgewartet werden, die nur bei bestimmten Konstellationen der Erde zum Mars möglich sei, erklärte der Weltraumfachmann, der damit auch auf die unterschiedlich großen Umlaufbahnen von Erde und Mars um die Sonne einging.

In diesem Zusammenhang bezeichnete Thomas Reiter die letzte Mars-Mission des ESA (Europäische Weltraum-Agentur) dennoch als Erfolg. „Wir haben es geschafft, einen Transporter in die Umlaufbahn des Mars zu bringen und sogar den ,Lander’ abzusetzen. Einzig das Verankern auf der Marsoberfläche hat nicht funktioniert“, betonte Reiter. Die Mission von „Rosetta“ mit der Landung von „Philae“ auf dem Meteoriten sei auch für ihn eine unwahrscheinlich erfolgreiche Aktion der ESA gewesen.

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